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Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin | Untergrund-Blättle

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Rezension zum Kurzfilm von Bernhard Wenger Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin

Kultur

Der Kurzfilm mit dem unglaublich langen Titel erzählt die Geschichte eines Paares, das sich im Urlaub streitet und irgendwie dabei trennt.

Wellness Resort Pool.
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Wellness Resort Pool. Foto: Munirpt (PD)

25. November 2018
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Der Fokus liegt dabei auf dem jungen Mann, der auf eine tragikomische, irgendwie surreale Weise durch das Hotel streift, Leute trifft, etwas tut und doch nichts tut.

Man ist erst dann wirklich ein Paar, wenn man einen gemeinsamen Urlaub durchgestanden hat, so heisst es. Dass da durchaus etwas dran sein könnte, das beweist das Schicksal von Aron (Rasmus Luthander) und seiner Freundin Ida (Anna Åström). Die wollten es sich eigentlich richtig gemütlich machen in ihrem Wellnessurlaub. Stattdessen streiten sie sich, wieder, Ida stapft wutschnaubend davon. Während Aron darauf wartet, dass sie wieder zurückkommt, vertreibt er sich die Zeit im Hotel, geht schwimmen, spielt Tischtennis und lernt dabei jede Menge Leute kennen.

Ein Hotel ohne Menschen

Die Vergleiche zu Ewige Jugend von Paolo Sorrentino liegen auf der Hand: In beiden Fällen ist ein Wellnesshotel Ort des Geschehens, beide Filme erzählen von den skurrilen Figuren, die dort ein und ausgehen. Die werden hier zwar nicht von Hollywoodstars gespielt, Regie führte auch kein Oscar-Preisträger, sondern der noch junge Österreicher Bernhard Wenger. In Sachen Atmosphäre muss sich der Nachwuchsfilmemacher aber nicht vor seinem berühmten Kollegen verstecken. Wenn wir in Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin durch das Hotel spazieren, den Leuten dabei zusehen, wie sie irgendwie gar nichts machen, dann ist auch das von einem leichten surrealen Zauber erfüllt.

Wobei Wenger hier gar nicht die Schönen und Reichen vor Augen hat. Seine Figuren sind so unwichtig und gewöhnlich, sie haben oft nicht einmal einen Namen. Sie sind auch nicht sonderlich zahlreich. Das ist einerseits zu erwarten, bei einem nicht einmal 23 Minuten langen Kurzfilm. Und doch ist es auffallend, wie selten wir hier im Hotel Menschen begegnen, wie weit entfernt sie meistens scheinen. So als wäre das gar kein richtiger Ort. Unterstützt wird dieses Gefühl durch den geradezu kurios untätigen Aron, der irgendwie gar nicht von der Trennung betroffen ist, nicht einmal weiss, ob es eine Trennung war. Der bei der Rezeption gleichberechtigt nach dem Tischtennisraum und der Freundin fragt, in der Reihenfolge auch noch. Was komisch ist und doch auch irgendwie traurig, nicht ganz normal und schrecklich alltäglich.
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