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Stadtentwicklung: The Schildau formerly known as Bielefeld | Untergrund-Blättle

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Stadtentwicklung im Nordosten von Nordrhein-Westfalen The Schildau formerly known as Bielefeld

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Es gibt hier in Bielefeld eine etwas längere Wohnstrasse. Die ist so untere Mittelklasse, Reihenhäuser, viel grün, Kinder spielen an der Strasse. “Auf dem langen Kampe” heisst sie. Aber “Auf dem Langen Kampe” hat eine Eigenheit, die sie zu etwas ein klein wenig Besonderem macht: Die Strasse ist eine Kirschbaum-Allee.

Bielefeld, einfahrende Stadtbahn an der Stadtbahnhaltestelle Sudbrackstrasse der Linie 1.
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Bild: Bielefeld, einfahrende Stadtbahn an der Stadtbahnhaltestelle Sudbrackstrasse der Linie 1. / Alexander Blecher, blecher.info (CC BY-SA 3.0 cropped)

4. November 2014

04. 11. 2014

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Und in jedem Frühjahr bekommt sie einen zart-rosanen Horizont. Echt! So eine Kirschblüten-Allee ist ein echter Kitsch-Hammer. Aber hat auch was. Nachdem sich die Bielefelder Bevölkerung nun dagegen ausgesprochen hat, durch unsere Kirschblüten-Allee eine Strassenbahn zu pflügen – die Bürgerabstimmung über die Erweiterung des Stadtbahnnetze um die Linie 5 entschied gegen den Bau der 5 für deren Trassenführung “Auf dem Langen Kampe” eine mögliche Option war – nachdem sich der Bielefelder Souverän da also gegen-entschieden hat, stürzen sich die Evil Geniusses aus dem Bielefelder Rathaus nun wieder auf ihren zweitgenialsten Plan: Die Verlängerung der Linie 4 durch die Schrebergärten auf der “Langen Lage”.

Die Schrebergärten sind natürlich schon Geschichte, sie mussten weichen. Es gibt dort, wo die Linie 4 hinverlängert werden soll, jetzt also gar nichts mehr. Das war natürlich anders geplant, aber hey: kann ja mal passieren, so etwas hindert einen doch nicht am weiter bauen. Eigentlich sollte die Strassenbahn ja die Fachhochschule anbinden, die da geplant war, aber die steht nun an der heutigen vorletzten Station der Linie 4.

Denn die Fachhochschule musste ganz, ganz schnell fertig werden, damit sie letztes Jahr den dreifachen Jahrgang aus G8-gegängelten Abiturienten, den letzten G9-Absolventen und den nun nicht mehr wehrpflichtigen jungen Männern aufnehmen konnte. Und wenns schnell gehen soll, kann mit der Planung auch mal was schief gehen. Die FH ist also zu einem der grössten Bauskandale der letzten Jahre in NRW geworden und immer noch nicht im Einsatz.

Zurück zur Verlängerung der Linie 4: Diese Verlängerung ist einfach zu schön, um nicht gebaut zu werden. Sie zieht im Halbkreis um ein Wohngebiet. Halbkreis bedeutet, wie der eine oder andere vielleicht schon gemutmasst hat, dass die Bahn ein Stück zurück fährt in die Richtung aus der sie heute kommt. Oops, da ist wohl schon früher mal was in der Planung schief gegangen. Kann halt passieren. Also im Halbkreis um ein Wohngebiet, so dicht wie rechtlich möglich an einem Kindergarten vorbei und dann ab durchs Landschaftsschutzgebiet: da muss auch nur so ein ganz kleines Eckchen abgeknappst werden, halb so wild. Dann noch unter den Hofeichen des alten Hofes durch, der dort mal stand, und ab auf die “Lange Lage”, die nachdem die Schrebergärten weg sind, nun nur noch ein grosser, windiger Acker ist. Schildau anyone?

Schrotie

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