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Zuerst unsere Jobs, dann eure Profite: Würdigung einer historischen Forderung

„Zuerst unsere Jobs, dann eure Profite“ Kein Pamphlet…sondern die Würdigung einer historischen Forderung

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Gesellschaft

Och…das klingt nach einer freundlichen, fast liebevollen Bitte, oder? Macht eure Profite in Gottes Namen, aber denkt doch bitte daran, dass wir unsere Jobs zum Leben brauchen!

Datum 12. Mai 2026
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Diejenigen, die Profite machen, hatten das wohl irgendwie aus den Augen verloren, deshalb müssen sie es noch einmal am „Kampftag der Arbeiterklasse“ gesagt kriegen! Und am Tag danach gehen wir dann schnell wieder zu „unseren“ Jobs, was sollen wir denn sonst machen? Schliesslich müssen wir froh sein, wenn wir sie behalten dürfen.

Im Ernst, die Rede ist von „Profiten“…?

Der Jargon alter Zeiten ist so ziemlich alles, was übriggeblieben ist. Klingt richtig kämpferisch! Diejenigen, die Profite machen und deren Sachwalter in der Politik sprechen stattdessen von „Wirtschaftswachstum“, klingt irgendwie sachlicher und jeder Hauptschüler lernt, dass sowas sein muss. Die „Wirtschaft“ muss eben beständig wachsen, sonst haben„wir“eine Krise. Wer hat da was genau? Wer ist wie betroffen, wenn's kriselt? Hmm. Und damit die gescholtenen Profite beständig wachsen, müssen die „Jobs“eben dazu passen, was deren „Produktivität“ angeht, sonst…Treffer! ... haben wir noch eine dollere Krise. Produktivität ist Leistung pro Zeit, oder? Ist der Zusammenhang zwischen„Jobs“und „Profiten“ irgendwie angeklungen? Ist das womöglich tatsächlich sowas wie ein Gegensatz?

Wir sind eben vor allem Sozialpartner!

Eigentlich alles nicht so übermässig schwer zu verstehen. Zumal da solche grossartigen Kampftage schon seit über 100 Jahren gefeiert werden, ohne dass der Auslöser, eben diese spezielle Beziehung zwischen „unsere Jobs“ und „euer Profit“ irgendwie beseitigt
oder wenigstens nennenswert beeinträchtigt wurde.

Okay, wir feiern eben gern mal…was eigentlich? Uns! Stellen uns breitbeinig auf den Marktplatz, halten irgendwelche „Banner“ hoch und feurige Reden. Dann sind wir mächtig stolz und…machen anschliessend moralisch gestärkt unsern Job weiter, sofern wir den noch haben...

Was bedeutet das?

  • Der Zusammenhang zwischen „unsere Jobs“ und „euer Profit“ ist ein sehr fruchtbarer…für wen und warum eigentlich?
  • Je geringer die „Arbeitskosten“, desto höher der Profit, das nannte mal ein langhaariger Weissbart „Ausbeutung“. Ist aus der Mode gekommen.
  • Ausbeutung ist weder eine blöde Angewohnheit von gierigen Oligarchen, noch ein Auswuchs einer ansonsten netten Beschäftigung, sondern ein ziemlich grundlegendes Muss des Kapitalismus…pardon!…der Marktwirtschaft.
  • Hier wird gar nicht erst „gewirtschaftet“, wenn sich das Ergebnis absehbar nicht „lohnt“, natürlich für die Arbeit“geber“, schliesslich veranstalten sie doch den ganzen Zauber. Und das heisst auch, dass sie die Arbeit eben wieder „nehmen“, wenn …siehe
    oben. Zuerst unsere Jobs, dann eure Profite?
  • Und das üppige Salär dieser„Jobs“fällt sogar in „Wachstumsphasen“ eben deshalb so üppig aus, weil…andernfalls bleiben solche Phasen leider keine, sondern werden ruckzuck zur Krise.
  • Sollte sich der zahlenmässig absolut grösste Teil in dieser friedlichen Partnerschaft nicht vielleicht einmal grundsätzlich überlegen, warum er beständig das bleibt, was er ist?
  • Was solls, es gibt wieder laute Stimmen, die den 1. Mai streichen wollen im Sinne einer Verbesserung (!) von Lohn und Leistung, ganz genau. Und zu Feiern gibts schliesslich den Vatertag...

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