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Systemfrage: Demokratie - oder gibt's irgendwo was Preiswerteres

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Piep, piep piep, wir ha'm uns alle lieb Systemfrage: Demokratie - oder gibt's irgendwo was Preiswerteres

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Gesellschaft

Also jetzt mal ganz unter uns: Soo wichtig ist das Völkerrecht nun auch wieder nicht. Das Völkerrecht sollte sich mal ein Beispiel an den Menschenrechten nehmen!

Datum 5. März 2026
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Das vorab, bevor unser Boss ins Weisse Haus kriecht und mit Kündigung der Mietverträge in Stuttgart-Vaihingen droht. Dort hat eines der elf Kampfkommandos des US-Verteidigungs-ministerium sein zu Hause: Das EUCOM. Es plant und realisiert militärischer Operationen ausserhalb von Stuttgart, v.a. im Nahen Osten. Einen Steinwurf weiter koordiniert das AFRICOM Militäroperationen und manches mehr in, nicht mit 53 afrikanischen Staaten.

Die vornehmste Aufgabe aller Anstrengungen und Ausgaben, wo auch immer, ist der Schutz westlicher Lebensart: „Wie ich Dir, so du mir“. So wie das Völkerrecht vom Mitmachen oder Weggucken lebt, geht's auch der Demokratie - Brot und Spiele. Das Brot muss satt machen.

Im brutalen Leben sind immer weniger Menschen bereit, sich für's „Grosse Ganze“ zu engagieren. Dann kippelt eine Gesellschaft. Bei uns in Möhringen und Vaihingen und drumrum maulen, meckern, mosern etwa 40 % der Leute, in der Ex-DDR fast 50 %, über Staat und Gesellschaft.
Sie stellen insgeheim die Systemfrage: Demokratie - oder gibt's irgendwo was Preiswerteres? So manch einer hat seine Wohnung, seine Frau, seine Arbeit, seinen Appetit oder sein Vertrauen in Land und Leute, Staat und das ganz Drumherum verloren - den „...Sommer, wie er früher einmal war“.

Die Leute fühlen sich nicht aufgehoben, gehört, im Stich gelassen. Sie wollen verreisen (Spiele!), wissen aber nicht wohin. Totes Meer?

Julia Klöckner weiss: Politikverdrossenheit! Vielen geht das am Arsch vorbei, sie haben wie Julia ihr Schäfchen im Trockenen. Andere sitzen in Dubai oder Katharr fest und verpassen die Wiederwahl von Kretschmann junior.

Die Speicher sind gefüllt, die Konten auch. Wir schicken Heizlüfter nach Kiew, Trockenzwieback nach Gaza, Schutzwesten nach Israel und gute Worte nach Teheran: Volk, halte durch, vergiss die Milliardengeschäfte deutscher Unternehmen mit dem iranischen Regime, die in den vergan-genen Jahrzehnten von fast ausnahmslos allen deutschen Parteien und Regierungen gefördert wurden. „Nadierlich is das völkerrechts-widridsch, aba was willste machn?“ weiss meine Omi Glimbzsch in Zittau. Hoffentlich wird der Sprit nicht zu teuer. Dieses Jahr fliegen wir nach Usedom.
Peter Grohmann