Krieg als neue Normalität: Der Verrat an Freiheit, Werten und Grundrechten Drachensaaten
Gesellschaft
Die Friedensmarschierer von einst gehören heute zu einer aussterbenden Spezies.

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Dynamische Vorführung, aufgenommen am Spotterday vom Tag der Bundeswehr 2026 am Standort Munster. Foto: Tim Rademacher (CC BY-SA 4.0 cropped)
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Heute geht es nicht mehr um den Weltfrieden. Es geht nicht einmal mehr um ein europäisches Friedensprojekt, als das sich die EU vor gar nicht allzu langer Zeit noch bezeichnet hat.
Heute geht es darum, Europa kriegstauglich zu machen, um bösartigen, unberechenbaren Aggressoren mit geballter militärischer Faust entgegentreten zu können.
Die zu erwartende hohe Zahl an Toten und Getöteten wird mit der alternativlosen Notwendigkeit gerechtfertigt, unsere Freiheit, unsere Werte und unsere Grundrechte verteidigen zu müssen. Dabei sind unsere Freiheit, unsere Werte und unsere Grundrechte mittlerweile nur noch blutleere Hüllen, von der Spinne der Macht bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt.
Unsere Freiheit besteht nur noch darin, entweder Ja zu sagen oder aber bestraft zu werden. Unsere Werte sind identisch mit jenen der Wirtschaft, für die kein Opfer zu gross ist und kein Konflikt zu blutig. Und was unsere Grundrechte angeht, so können sie jederzeit relativiert oder ausgesetzt werden, wenn das Wohl des Staates es erfordert.
Wer im Ukraine-Konflikt für Frieden plädiert, um das alltägliche Töten und Sterben dort zu beenden, wird als Putin-Versteher diskreditiert, als wäre der Versuch, die Motive beider Kriegsparteien zu verstehen, bereits identisch mit einer Parteinahme zugunsten des Aggressors.
Und wer es wagt, die unfassbaren Verbrechen anzuprangern, die von der israelischen Armee mit Unterstützung der Vereinigten Staaten tagtäglich in dem in Schutt und Asche gelegten Gazastreifen an der
palästinensischen Bevölkerung begangen werden, wird zum Antisemiten erklärt und – in seinem eigenen Interesse – am Weiterreden gehindert, um ihn davor zu bewahren, am Ende noch wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor Gericht gestellt zu werden.
Die Friedensmarschierer von einst haben sich entweder ins Privatleben zurückgezogen oder sind inzwischen sogar selbst zu Pragmatikern des Krieges geworden.
An ihre früheren Ideale erinnern sie sich kaum noch. Sie möchten auch nicht daran erinnert werden.
Sie sind freilich schuldlos an der Drachensaat der Mächtigen, aber sie unternehmen auch nichts, um deren Heranwachsen zu verhindern.
Und wahrscheinlich sind sie inzwischen sogar schon davon überzeugt, dass Drachensaaten auch gut sein können, sofern sie von der richtigen Seite ausgesät werden.
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