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Deutsche Traditionen: Was verschweigen Unternehmen?

Deutsche Traditionen: Was verschweigen Unternehmen? Abschaum

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Gesellschaft

Viele Firmen rühmen sich ihrer Geschichte – doch das Kapitel 1933-45 fehlt oft. Ein Appell, hinzuschauen, bevor Jubiläen anstehen.

Impressionen aus Dresden. Auf dem Terrassenufer eine gläserne Bank. Davor eine Gedenkinschrift, die an die Nazizeit erinnert:
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Impressionen aus Dresden. Auf dem Terrassenufer eine gläserne Bank. Davor eine Gedenkinschrift, die an die Nazizeit erinnert: "NUR FÜR ARIER". Foto: Nightflyer (CC BY-SA 4.0 cropped)

Datum 20. Juli 2026
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Alltäglich fast wird unser gutes deutsches VoIk gelinkt und genervt und aufgerufen, endlich mal Mut zu zeigen: Schaut nach, wer von der eigenen Mischpoke Anno Dunnemal bei NSDAP, SS oder SA war! Vielleicht war er ja doch nur wiederkäuender General oder stinknormaler Wachmann in Auschwitz – dort also, wo eine NSDAP-Mitgliedschaft nicht zwingend war. Trotzdem nachschauen?

Barfusshistoriker wie ich sind naturgemäss immer scharf auf neue Fakten! Aber wir wollen doch nur dazu beitragen, dass auch traditionsreiche kleine und grosse Unternehmen rechtzeitig vorm Jubiläum die Kurve kriegen! Wir raten: Einfach in alten Büchern blättern! Viele deutsche Unternehmen rühmen sich mit einer langen Geschichte und Tradition. Sie schämen sich für die Ausrutscher 33/45.

Logisch, dass dieses Kapitel ausgelassen werden sollte. Im schnellen Berlin z.B. beginnt die Vorbereitung fürs Aufstellen von Park- und Strassenbänken mit dem Hinweis "Nur für Arier" schon im Juli 1936 – heute vor 90 Jahren. Der Autor dieser Zeilen hatte just im Juli 1976 eine plakatgrosse Fotocollage publiziert. Die zeigte das Originalfoto einer schlichten Parkbank mit Schildle: Nur für Arier. Neu (und straffähig) war jedoch das darunter grossmächtig einkopierte Original-Logo: Deutsche Bank. Die NS-Nachfolge-organisation wehrte sich mit der Androhung einer Geldstrafe in Höhe von 50 000 DM für den Fall der Wiederholung. Das Plakat der Stuttgarter Plakatgruppe wurde ein Renner!

In Deutschland wurde die alte gute deutsche Sprache ja immer wieder gezielt als Waffe eingesetzt, um Menschen zu erschrecken, einzuschüchtern, zu bedrohen – eine Methode, die heute wieder fröhlich Urständ feiert. Worte wie „Abschaum“ oder „Ausrotten“ waren einst zentraler Bestandteil der Alltagssprache der Herrenrasse gegen die Untermenschen - die waren Schädlinge, Parasiten, lebensunwertes Leben. Heute sitzen die Rassen-hygieniker jenseits des grossen Wassers im braunen Haus - und direkt nebenan, in Deiner Nachbarschaft. Man könnte ihnen ins Wort fallen. „Aber wir fallen ihnen um den Hals“, meint meine Omi Glimbzsch in Zittau.

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