UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Kampagne körperZORN ruft zum Boykott der Fernsehshow Germany’s Next Topmodel auf | Untergrund-Blättle

6452

Kampagne körperZORN ruft zum Boykott der Fernsehshow Germany’s Next Topmodel auf Mit Zorn gegen Schönheitsnormen und Bodyshaming

Gesellschaft

Die feministische Kampagne körperZORN hat zu einer Online-Aktion gegen die Fernsehshow Germany's Next Topmodel aufgerufen.

koerperzorn.noblogs.org
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: koerperzorn.noblogs.org

27. Mai 2021
6
0
3 min.
Drucken
Korrektur
Die Aktion läuft in dieser Woche über Instagram und Twitter unter dem Titel #GNTMboykottieren und bietet eine Plattform für Kritik an der Fernseh- und Werbeindustrie, die mit der Vermarktung von Schönheitsidealen Profite macht. Seit Jahren werden bereits Diskriminierungsvorwürfe gegen Germany's next topmodel laut. GNTM (Germany’s Next Topmodel) ist eine jährlich ausgestrahlte Casting-Show im deutschen Fernsehen. In der Sendung konkurrieren junge Teilnehmer*innen darum, “Germany’s Next Topmodel” zu werden.

Dafür müssen sie verschiedene Challenges bestehen, Fotoshootings absolvieren und auf dem Laufsteg auftreten. In der Sendung geht es nicht nur darum, die Kandidat*innen bei diesem Wettbewerb zu begleiten und herauszufinden, wer von ihnen das beste Model ist – es wird auch häufig über Konflikte zwischen den Teilnehmer*innen berichtet. KörperZORN fordert eine sofortige Abschaffung der Fernsehshow, sowie mehr Sichtbarkeit der Betroffenen von Bodyshaming und dem Druck, konstruierten Schönheitsnormen entsprechen zu müssen. Noa Rage von körperZORN:

"Germany's Next Topmodel macht FLINTA*s (Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche Personen, nicht- binäre Personen, Agender- Personen) zu Objekten, deren einzige Qualität das Aussehen ist. Sie werden so sehr auf ihre Körper reduziert, dass andere Aspekte des Charakters und des menschlichen Seins völlig in den Hintergrund treten. Die Teilnehmer*innen werden mit einer Selbstverständlichkeit nach ihrem Aussehen bewertet, kategorisiert, gelobt oder abgelehnt.

Das Bild, das den Zuschauenden vermittelt wird: Je dünner, desto schöner. Je mehr ich mich ausziehe, desto besser. Je blonder, desto attraktiver. Je „professioneller“ mein MakeUp, desto mehr bin ich wert. Je dominanter ich den Laufsteg des Lebens beschreite, desto besser. Gleichzeitig machen sich die Juror*innen über die Teilnehmer*innen lustig, erniedrigen und beleidigen sie. Das alles geschieht in ständiger Konkurrenz untereinander. Es ist erschreckend, zu sehen, wie die Models dabei entmenschlicht werden."

Die Kampagne gegen Germany's Next Topmodel gibt es schon seit einigen Monaten. Bereits im Februar hatte körperZORN dazu aufgerufen, Foto- und Videostatements zu setzen, warum FLINTA*s „JA“ zu ihrem Körper und „NEIN“ zu GNTM sagen. Das Video ist auf dem Youtube- Kanal der Kampagne zu sehen.

Nun mobilisieren sie erneut zum Protest, diesmal unter dem Motto: GNTM boykottieren! Dass Germany's Next Topmodel in dieser Staffel einen besonderen Fokus auf den Begriff der Diversität legt, macht die Aktivist*innen wütend. Auf ihrer Homepage schreiben sie:

"In diesem Jahr putzen die Macher*innen der TV-Show das Image, indem sie sich durch die Repräsentanz verschiedener Menschen Diversity auf die Fahne schreiben. Der Grundriss der Sendung bleibt jedoch gleich: Orientierung an engen Idealen, Konkurrenzkampf, Leistungsdruck, Anpassungsdruck, Abwertung, Erniedrigung und Grenzüberschreitung. Von tatsächlichem Streben nach Vielfalt kann dabei nicht die Rede sein! Wir fordern von GNTM: hört auf, Diversität als Trendbegriff durch den Dreck zu ziehen und den Wert eines Menschen an das Erscheinungsbild zu knüpfen. Wir brauchen einen Kampf gegen Diskriminierungen, der tief an die Wurzeln geht und das grosse Ganze in Frage stellt!"

pm

Mehr zum Thema...
We stand Together
Sexualisierte Übergriffe müssen Konsequenzen habenOffener Brief: Schluss mit sexualisierter Gewalt in linken Räumen!

17.06.2022

- Dieser offene Brief ist nach einem sexualisierten Übergriff in einem linken Raum in Luzern entstanden. Auf die Nennung des Ortes wird verzichtet. Es hätte überall passieren können. Es darf sich nicht wiederholen.

mehr...
Demo zum internationalen feministischen Kampftag 2022 in Freiburg.  8maerzfreiburg
FLINTAs für eine feministische UtopieFreiburg: Internationaler feministischer Kampftag

10.03.2022

- Am 8. März gingen mindestens 4.500 Teilnehmende in Freiburg anlässlich des internationalen feministischen Kampftags auf die [...]

mehr...
Auftaktveranstaltung des diesjährigen Lüneburger Klimacamps, 29.
Auftaktveranstaltung erreichte viele Passant*innen und Interessierte in der Lüneburger InnenstadtDas KlimaCamp Lüneburg stellt sich vor!

31.05.2021

- Am Samstag Nachmittag starteten die Organisator*innen des KlimaCamps ihre Auftaktveranstaltung am Marktplatz Lüneburg mit dem Ziel des Kennenlernens und setzten damit ihr erstes Zeichen für Klimagerechtigkeit und Gemeinschaft.

mehr...
Pinkstinks - GermanysNextTopmodel endlich prüfen

07.05.2015 - Germany’s Next Topmodel verstört die Jugend. Das sagt eine neue Studie. Und eine Kampagne kümmert sich darum, dass das auch Folgen hat. Interview über ...

’Alle reden davon, dass sie mehr Diversity möchten. Aber ich, ich bring's an den Start!’ (Heidi Klum) - Gespräch [...]

18.02.2022 - Seit Anfang Februar läuft sie wieder: Die 17. Staffel Germany's next topmodel. Noch mehr als letztes Jahr präsentiert sich das Format dies Jahr als [...]

Dossier: Israel und Palästina
Justin McIntosh
Propaganda
Quadratur des Kreises

Aktueller Termin in Leipzig

Buchvorstellung | Brasilien über alles - Bolsonaro und die rechte Revolte

translib

Montag, 27. Juni 2022 - 19:00 Uhr

translib, Goetzstraße 7, 04177 Leipzig

Event in Mainz

Attila the Stockbroker

Montag, 27. Juni 2022
- 21:00 -

Hafeneck

Frauenlobstraße 93

55118 Mainz

Mehr auf UB online...

Spital Zollikerberg in Zollikon, 2018.
Vorheriger Artikel

Die Coronapandemie als Rechtfertigung zur Autoritarisierung des kapitalistischen Systems

Gesundheit im Kapitalismus?

Marder der Bundeswehr an der ILÜ 2012.
Nächster Artikel

Deutsche Schützenpanzer für die Ukraine

Zögert Scholz bei Waffenlieferungen für Ukraine, um weitere Eskalation zu verhindern?

Untergrund-Blättle