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Corona-Krise: Das System als Szenarist | Untergrund-Blättle

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Virologie einer Groteske Corona-Krise: Das System als Szenarist

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Wird ein Ball geworfen, so ist es klar, dass ein Werfer für den Wurf verantwortlich ist, also ein Akteur.

Flughafen Berlin Tegel während der CoronaKrise 2020.
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Bild: Flughafen Berlin Tegel während der Corona-Krise 2020. / Fridolin freudenfett (CC BY-SA 4.0 cropped)

21. September 2020

21. 09. 2020

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Denn ohne Akteure – und dies ist trivial – gibt es keine Aktionen, von welcher Art diese immer auch seien. Das ist so selbstverständlich, dass immer, in welchem Bereich es auch sei, davon ausgegangen wird, dass hinter jedem Geschehen in der Gesellschaft Handelnde stehen.

1.

Nun, in gewisser Weise ist das auch richtig. Allein, nicht alles, was sich tatsächlich ergibt, war auch geplant oder intentional. Oder sagen wir es auf andere Weise: Die Konsequenzen des Tuns korrespondieren meist nicht mit dem, was zuvor bewusst beabsichtigt wurde, und dies trifft insbesondere auf gesellschaftliche Abläufe zu, die zwar nicht ohne Handelnde (mit all ihren Intentionen) ablaufen können, die aber nichtsdestotrotz spontan zu erfolgen pflegen (nicht anders als in der Natur) – unter anderem deshalb, weil sie das Produkt, die Resultante der Handlungen aller Beteiligten sind, die in Gesellschaften, die auf dem Austausch beruhen – auf dem Privateigentum –, unabhängig voneinander und oft gegeneinander agieren, so dass das Resultat dieser Handlungen als einer Gesamtheit gar nicht geplant oder beabsichtigt gewesen sein kann.

In Wirklichkeit kann immer nur das Wenigste von dem, was intendiert wird – sofern es sich um mehr als um Triviales handelt, also um Dinge, deren Tragweite als beträchtlich eingestuft werden muss, sowie um Projekte, die sich allein schon dadurch ihrer Verwirklichung nähern, dass sie sich von der Strömung treiben lassen, d.h. sich in den herrschenden Trend inserieren –, in die Realität, in ein Faktum, in ein Gemachtes, umgesetzt werden, auch wenn es im Prinzip durchaus als realisierbar erscheint. Deshalb wird auf langfristige Planung über Banalitäten hinaus in der Regel auch von vornherein verzichtet.

Hinzu kommt, dass, den breiteren Kontext der Praxis in Rechnung gestellt – die historische „Umgebung“ –, nicht alles, was man sich vornimmt, nicht alles, was beabsichtigt ist, auch realisiert werden kann: Es ist prinzipiell nicht realisierbar. Wie sehr man es auch herbeisehnen mag, das Athen des Perikles oder das römische Reich sind beim besten Willen als ein solches nicht zu restituieren. Für das meiste fehlt einfach die historische Basis. Realisieren kann man immer nur das, wofür die Grundlagen schon gelegt worden sind, wofür also das existiert, was von Marx die „Umstände“ genannt worden ist.

Deshalb und aus den vorgenannten Gründen sind Intentionen, wenn es um die Analyse gesellschaftlicher Prozesse zu tun ist, durchaus vernachlässigbar. Man muss gar nicht wissen, was gedacht, es genügt zu wissen, was getan worden ist. Handeln impliziert zwar immer Intentionen, es ist ein integrales Paket, im Endeffekt spaltet sich dieses Handeln jedoch in das, was beabsichtigt, und das, was tatsächlich bewirkt wurde, auf, es sind zwei verschiedene Dinge.

Dies ist so wahr, dass es erstaunt, wie es immer noch geschehen kann, dass man gesellschaftliche Prozesse auf intendierte Aktionen von Personen, Personenaggregaten oder, im Speziellen, von Kapital-Korporationen zurückführt. Diese Prozesse ergeben sich schlicht und einfach spontan, man kann sie nicht steuern und noch weniger kann man sie bewusst induzieren, auch wenn es klar sein dürfte, dass man dies bisweilen trotz allem versucht. Ja man kann sogar sagen, dass dieses Rhema sogar für eher punktuelles Geschehen, wie es Handelskonflikte, Kriege oder Krisen sind, gilt.

2.

Nun, die Annahmen bezüglich des intendierten Charakters gesellschaftlicher Prozesse dürften einen ihrer Gründe ganz sicher darin haben, dass die Akteure, die man dafür üblicherweise namhaft zu machen versucht, über Machtmittel verfügen – nämlich vor allem das Geld –, die alle anderen ermangeln, so dass sie auch in der Lage erscheinen, das Geschehen in ihrem Sinne zu steuern. Das Potential, es zu tun, wird kurzerhand für die Tatsächlichkeit dessen genommen, was gar nicht passiert ist, was man eben nur unterstellt.

Hier kommt hinzu, dass die Resultate des spontanen Geschehens scheinbar paradoxerweise mit dem, was der Elite zuträglich ist – der Klasse der Bourgeoisie –, durchaus korrespondieren – zumindest zumeist –, was dazu verleitet zu glauben, dass alles von dieser im Vorhinein auch geplant worden ist: dass es einen Masterplan hinter dem Geschehen gibt. Die Konkordanz, der Einklang mithin von Resultat und Basis-Belangen derjenigen, die als Drahtzieher ausgemacht werden, wird dahingehend interpretiert, dass dieses Resultat bewusst herbeigeführt wurde.

Schliesslich: Das, was sich als Faktum ergibt, ist meistens so strukturiert, dass es so aussieht, als ob es der Ausfluss eines Masterplans wäre. Es fügt sich alles derart zwanglos zusammen, dass man gar nicht umhin kann, einen Plan, eine Intention hinter dem, was geschieht, zu vermuten. Das ist so wie mit der „Schöpfung“, deren Kohärenz und „Schönheit“, eben weil alles, wie es scheint, wunderbar zusammenstimmt, Theologen dann zum Ausgangspunkt nehmen, um ein Höheres Wesen, einen „Schöpfer“ hinter und jenseits der Welt zu vermuten.

Dies ist aber eine Täuschung, denn Masterpläne von gesellschaftsrelevantem Format kann es in einer Gesellschaft, die auf dem Privateigentum und dem Austausch beruht, schlicht und einfach nicht geben. Oder, wenn man so will: Es mag Masterpläne hinter den Kulissen geben, die aber nicht resultatfähig sind. Vornehmen kann man sich alles, realisieren aber, wenn überhaupt, immer nur wenig.

3.

Es gibt demnach keinen Plan, der dem Geschehen zugrunde liegen würde. Was wir indessen als ein Handeln ansehen müssen, dessen Ergebnis als durchaus geplant durchgehen kann, das ist die Reaktion auf Prozesse und Fakten, die sich zuvor auf spontane Weise ergaben. Diese Reaktion auf ein spontanes Geschehen – auf Prozesse, die schon lange in Gang, die gerichtet und daher irreversibel sind – weist alle Merkmale einer bewussten Problembehandlung und eines planmässigen Vorgehens auf und besteht gerade darin, das, was sich ganz von alleine ergab, im Sinne des Reagenten optimal zu nutzen.

Hier haben wir dann oft eine Handlungsstruktur, in welcher sich spontane „Aktion“ (das, worauf reagiert wird) und bewusste Reaktion miteinander verflechten, oder genauer: aus den Reaktionen ergeben sich spontane Prozesse, auf die wiederum bewusst reagiert wird – immer freilich in der Richtung, die der Prozess (der Modus operandi mithin des Systems) schon festgelegt hat –, und so unendlich fort.

4.

Es wird reagiert, und diese Reaktion ruft dann, in Ergänzung zu den vorgenannten Gründen, den bestimmten Eindruck hervor – oder bestärkt ihn –, als ob auch das, worauf reagiert wird, schon geplant worden wäre: als ob von allem Anfang an ein Masterplan dahintersteckte. Die Intention wird rückprojiziert, denn der ganze Geschehensablauf scheint ja aus einem Guss, scheint eine Einheit zu sein, insofern die Reaktion, als die zweite Phase, kongenial zur und kongruent mit der ersten Phase ist – zum und mit dem spontanen Geschehen –, so dass man verführt wird, dem Ganzen Berechnung, Absicht, kurz: eine „Idee“, einen Plan unterzuschieben. In Wirklichkeit aber wird nur die Gunst der Stunde genutzt.

5.

Wir sahen: Es fügt sich alles zwanglos zusammen, so dass es den Eindruck erweckt, man hätte es mit einem Plan hinter den Kulissen zu tun. In der Tat ist die Kohärenz des Geschehens jedoch nichts anderem als der Logik des Systems selbst geschuldet, das den allgemeinen Rahmen abzustecken pflegt, innerhalb dessen die Handlung des Dramas ablaufen kann, eines Dramas, das freilich oft eine Farce ist. Es ist das System, welches sich als Demiurg des Geschehens erweist, die Akteure, wie mächtig sie auch immer scheinen mögen, sind nur Exekutoren dessen, was der Modus operandi dieses Systems allen vorgibt, ja kategorisch oktroyiert.

6.

Wie ist nun dies konkret zu verstehen? Nehmen wir, zur Exemplifizierung, den Prozess der Zentralisation des Kapitals in seiner klassischen Phase, der innerhalb einer Branche auf lange Sicht in den monopolistischen Aggregatzustand mündet. Nun, es scheint so zu sein, als ob der Umstand, „dass ein Kapitalist viele totschlägt“, wie Marx sich ausgedrückt hat, der Ausfluss der persönlichen Gier der Kapitaleigner wäre, deren Absicht es ist, alle anderen ihrer Art kannibalistisch zu fressen, um so ihr „Verlangen nach Wachstum“ zu stillen und dergestalt einen Zustand herzustellen, wo sie unbehelligt ihren Profit zu maximieren vermögen.

Oder anders gesagt: Der Grund für den Zentralisierungsprozess scheint ein Plan, scheint die Absicht einiger Kapital-Akteure zu sein, sich eine monopolistische Stellung innerhalb ihrer Branche zu schaffen. In Wirklichkeit aber folgt das Geschehen nur dem immanenten Gesetz des Systems, dass nur die Firma als aparte Kapitalentität zu überleben vermag, die sich in der Lage befindet, billiger zu produzieren als ihre Konkurrenten, denn gekauft wird, was, ceteris paribus, billiger ist. Dies erreicht man unter anderem durch den Einsatz innovativer Methoden. Setzt man diese Methoden dann ein, so wird man offenbar in der Konkurrenz auch bestehen (nicht zuletzt in Zeiten der Krise). Die Folge davon ist, dass, wenn es einigen Firmen wirklich gelingt, durch die Anwendung von innovativer Technologie den Preis ihrer Ware zu senken, die übrigen dann ihre Kundschaft verlieren und so als Konkurrenten von der Bühne verschwinden.

Dass die erfolgreichen Firmen sich unter Umständen dann die Konkursmasse von denen, die in der Konkurrenzschlacht versagten, einzuverleiben bestrebt sind, ist desgleichen eine Handlungsweise, die systembedingt ist, denn der Umfang des produktiven Kapitals, der so ad hoc erweitert werden kann, ist ein Faktor, der die Masse des Profits und so auf lange Sicht auch den Spielraum für Innovationen erhöht. Denn diese können, wie wir sahen, gleichsam als Überlebenselixier dienen. Dass Kapitalakteure auch von sich aus gerne „wachsen“, steht auf einem anderen Blatt, ist aber nur der subjektive Reflex des systembedingten Zwangs.

Demnach ist das System der Szenarist der Zentralisierung, nicht die Akteure, die lediglich exekutieren, wozu der Modus operandi des Systems das Drehbuch verfasst hat. Würde man sich weigern, in diesem Spiel mitzuspielen, so verschwände man als Akteur – also spielt man mit, ob man will oder nicht. Was man will, spielt hier indessen gar keine Rolle.

7.

Der Eindruck also ist: Es läuft „alles nach Plan“, den es aber, wie wir sahen, als solchen nicht gibt. Oder wenn man so will: Die Annahme eines Plans ist die imaginäre retrospektive Extrapolation von Resultaten, die sich aus der Funktionsweise des Systems zwanglos ergeben.

8.

Deutlich wird dieser Zusammenhang, wenn wir die kindische Farce, die unter dem Label „Corona-Krise“ gespielt worden ist, symptomatisch analysieren. Das alles ist derart absurd, d.h. faktenkonträr, dass man gar nicht glauben mag, dass die Akteure – Chef-Virologen, Staatspersonal und Medienmacher – hier nicht einem Masterplan folgten, um die Belange des Global-Kapitals, welche diese immer auch sind, zu bedienen.

Ansonsten müsste man nämlich vermuten, dass man es bei diesen Akteuren mit veritablen Idioten zu tun hat (wobei der Ausdruck idiotes ursprünglich ja nichts anderes als Unwissenheit indizierte), die nicht nur völlig hirnverbrannt auf eine Situation reagierten, die sich jedes Jahr im Winter und Frühjahr ergibt – periodische Wellen von akuten Atemwegsinfektionen, die von den unterschiedlichsten Viren ausgelöst werden, worunter sich, neben Influenza-, Rhino-, Adeno- und anderen Viren, immer auch schon Corona-Viren befanden und die für Risikogruppen durchaus nicht ungefährlich sind –, sondern mit ihren „Massnahmen“ auch „Kollateralschäden“ herbeiführen sollten, deren Tragweite den Schaden, den dieser Repräsentant des Coronaviren-Ensembles, der nur eine der Komponenten des Infektionsgeschehens ist, anrichten kann, bei weitem übertrifft, nicht zuletzt mit Bezug auf die Gesundheit und die Sterberate: Weltweit wurden etwa während des Lockdowns rund 28 Millionen medizinische Operationen abgesagt oder verschoben, um Platz für Corona-Patienten zu schaffen (die es dann gar nicht gab, so dass ironischerweise in manchen Spitälern Kurzarbeit angemeldet wurde), was, für jeden leicht nachzuvollziehen, nur fatale Folgen haben kann.

Hinzu kommt, dass das Chaos und die Kopflosigkeit, die man durch das Schüren der Panik erzeugt hat, wahrscheinlich für einen nicht unerheblichen Teil der „Corona-Toten“ verantwortlich sind, vor allem in den Pflegeheimen, wo es aufgrund der Hysterie zu einem akuten Mangel an Personal kommen sollte (das en masse in seine Heimatländer floh) und wohin man Corona-Infizierte aus dem Spitälern ausgelagert hat, was natürlich für die betreffende Risikogruppe letal enden musste.

Ganz einmal abgesehen von falschen Behandlungsmethoden (Intubationen), die man aus Angst vor der Ansteckung mit Sars-CoV2 eingesetzt hat,und falscher Medikation (womöglich hat hier Hydroxycloroquin in exorbitant hohen Dosen eine gewisse Rolle gespielt). Die Schwächung des Immunsystems dadurch, dass man die Leute praktisch zu Hause eingesperrt hat, dürfte sich darüber hinaus, mit Bezug auf die Gesundheit und die Sterberate, auch nicht gerade positiv ausgewirkt haben. – Dass der Lockdown an der Peripherie des globalen Systems die wirklich grossen Verheerungen anrichten wird, sei hier nur nebenbei bemerkt.

Es muss also einen Masterplan geben, es muss eine Inszenierung sein, es muss um Profite und deren Maximierung gehen. Denn nur das ergibt Sinn. Es sei denn, man geht tatsächlich davon aus, dass die Akteure – blödsinnig sind. Und genau das ist auch wirklich der Fall.

9.

Denn erinnern wir uns: Das Geschehen in einem Gesellschaftssystem, das auf dem Privateigentum und dem Austausch beruht, ist durchaus nicht planbar. Und wenn es nicht planbar ist, dann helfen alle Masterpläne, die es vielleicht in der Tat geben mag, nichts. Das Geschehen ergibt sich spontan. Und so im Grunde auch hier.

Wie hat es sich aber ergeben? Ein Virus aus China (nicht aus den USA wohlgemerkt, wobei man noch hinzufügen muss: nicht aus den USA des Barack Obama), ein Virus, das neu, ein Virus, das unbekannt ist: So wird es zumindest ganz zu Beginn kolportiert. Das ist der Ausgangspunkt dieser Farce. Es gibt Tote, zuerst in Wuhan, dann auch woanders, in Bergamo, in Madrid, in New York. Passanten brechen mitten auf der Strasse zusammen, gestapelte Särge, Militärtransporter, die diese Särge abtransportieren, das Chaos in den Spitälern und was es dergleichen noch mehr geben mag. Eine Sensation!

Für die Medien daher ein gefundenes Fressen: Denn je sensationeller die Nachricht, desto mehr Konsumenten der medialen Ware, desto grösser das Werbevolumen, desto grösser auch der Profit, sofern es sich um private Medien handelt. Und die staatlichen Anstalten ziehen da mit, sie müssen es tun, die Konkurrenz der Privaten lässt ihnen gar keine Chance. Bilder demnach. Schockbilder aus allen Teilen der Welt. Und so ergreift alle das nackte Entsetzen, ob oben, ob unten, ob „rechts“ oder „links“: Ein Killervirus, das den Sensenmann spielt, das ist ehrfurchtgebietend, das führt zur Panik, das führt zur Hysterie. Das ist durchaus verständlich: Denn, wie man weiss, ist die Angst umso grösser, je unsichtbarer der Feind. Und Viren sind unsichtbar, so dass diese Angst sich grenzenlos steigert. Man kennt das aus Hollywood-Filmen.

Allen ist klar: Man muss etwas tun. Von allen Seiten fordert man entschlossenes Handeln. Das Staatspersonal (die WHO inklusive) kann daher, selbst wenn es wollte, auch gar nicht anders, als sich zum Retter vor dem sicheren Seuchen-Tod aufzuschwingen. Wer sonst als der Staat (der ansonsten eher verpönt ist) könnte hier auch die nötigen Massnahmen setzen? Und die Regierungscrew nimmt diese Rolle an, hier sofort, dort nach einigem Zögern, schliesslich aber (fast) überall enthusiastisch. Selbst vor Angst schlotternd, dekretiert sie Massnahmen der verschiedensten Art, Schlag auf Schlag. Man verbietet, gebietet, schränkt ein und sagt ab. Und am Schluss wird der Lockdown verhängt, um, wie es hiess, die Kurve zu „flatten“, damit das Spitalssystem nicht überlastet würde: Alles, was nicht als „systemrelevant“ eingestuft wird, wird auf den Nullpunkt heruntergefahren. Die Welt wird zum Dornröschenschloss, in dem nur der „König“ aktiv ist, und dieser rotiert dann nur um so mehr.

10.

Nun, sehr früh hat sich herausgestellt, schon im März, schon vor dem Lockdown – mit den ersten belastbaren Daten aus China (über die „milden Verläufe“ und das Durchschnittsalter der Toten) –, dass die „Corona-Seuche“ eigentlich überhaupt keine Massnahmen über solche hinaus, die jedes Jahr in der Grippe-Saison vernünftigerweise gesetzt werden sollten (die Kranken bleiben zuhause und die Risiko-Gruppen werden geschützt), notwendig machte. Ja noch mehr: Die „Welle“ der akuten Atemwegsinfektionen war schon vor dem Lockdown dabei abzuklingen, wie alle relevanten Zahlen zeigen und wie das jedes Jahr im Frühling der Fall ist.

Seit April waren, by the way, keine Corona-Viren mehr in den Sentinel-Proben des RKI nachzuweisen. Alle Kurven fielen somit, nur die der Testaktivitäten konnte einen „exponentiellen“ Anstieg verzeichnen – und somit auch die Zahl der „positiven Fälle“, die man fälschlicherweise mit Infektionen oder sogar mit Erkrankungen gleichgesetzt hat. Die Positivenrate ging demgegenüber kontinuierlich zurück.

Hier muss man wissen, dass bei diesen Tests eben nur das Fragment einer Nukleinsäuresequenz nachweisbar ist, eine Infektion im eigentlichen Sinn (die Virenaktivität über eine bestimmte Schwelle hinaus), d.h. eine Krankheit, hingegen nicht unbedingt. Der PCR-Test ist für diagnostische Zwecke schlicht und einfach ungeeignet und dafür auch gar nicht zugelassen. Hinzu kommt, dass die Fehlerquote dieser Tests bei rund einem Prozent liegt (hier vielleicht mehr, dort vielleicht weniger), so dass (fast) alle „neuen Fälle“ seit Mai 2020 damit erklärt werden können, dass sie „falsch-positive“ sind. Last, but not least, war (und ist) die Zählung der „Corona-Toten“ doch sehr kreativ.

Es genügte ein positiver Test, und schon kam man auf die Liste, selbst wenn man bei einem Verkehrsunfall oder sonstwie das Leben verlor. Mancherorts (wie in Belgien etwa) wurden Tote bloss „auf Verdacht“ als „Corona-Opfer“ registriert. Obduktionen, um genau festzustellen, woran man denn nun wirklich verstarb, wurden anfangs fast nie durchgeführt (auf Anordnung oder „Empfehlung“ von höherer Stelle), und wo sie durchgeführt wurden (so wie in Hamburg), hat sich herausgestellt, dass niemand von denen, die gemäss den Richtlinien als „Corona-Tote“ gezählt werden mussten, an dem Virus, sondern vielmehr mit ihm verstarb, wobei diese Personen an (oft multiplen) Vorerkrankungen litten und zumeist schon mit einem Bein im Grab gestanden sind.Was die Übersterblichkeit (in den ersten Wochen nach dem Shutdown) in einigen Ländern (aber bei weitem nicht in allen) betrifft, wird sich womöglich erweisen, dass sie dort, wo es sie tatsächlich gab, nicht auf das Virus, sondern auf die hysterischen Behandlungsmethoden (und die sonstigen kontraproduktiven Massnahmen) während des Lockdowns zurückgeht. Wie dem auch sei: Eine „Pandemie“, sofern es sie überhaupt gab, findet seit langem schon nicht mehr statt. Wohl aber eine Panphobie.

11.

Dennoch machte man weiter: Die Angst war nun einmal da, und Angst löst sich nicht so ohne weiteres auf. Es war indessen vor allem die Angst der akademischen, staatlichen und medialen „Elite“, derer also, von denen man erwartet hat, dass sie die „Herde“ führen: die Virologen, das Staatspersonal und die Medienleute. Dass, wenn sich die „Hirten“ fürchten, sich auch die „Herde“ fürchten wird, dürfte nun aber klar sein. Der „Herde“ kann man das auch gar nicht verübeln. Wie und woher auch soll sie denn wissen, was wirklich der Fall ist? Aus den Medien etwa, die alle unisono dasselbe Lied sangen?

Schliesslich haben wir es hier mit einem positiven Feedback zu tun, mit einem Teufelskreis: Die Medien bringen Bilder des Schreckens, die Konsumenten verfallen in Angst, die Regierungen reagieren mit drastischem Handeln, worüber die Medien auf allen Kanälen berichten, was wiederum die Angst an der Basis schürt: Denn es muss schlimm sein, wenn die Regierung einmal so reagiert. Und diese agiert dann auch immer „konsequenter“, um diese Angst an der Basis mit „Rettungsmassnahmen“ der verschiedensten Art zu bedienen. Und so unendlich fort. Die Sache nimmt Fahrt auf und sie gewinnt eine Eigendynamik, die alles niederwalzt – zuallererst aber das kritische Denken.

12.

Da ist die Angst, aber zugleich auch die Einsicht auf Seiten des Staatspersonals, dass man mit aktionistischem Getue sich profilieren kann – dass man punkten kann, wenn man sich als eine Art „Hirten der Völker“ (wie Homer sagen würde) geriert. Wenn die Umfragewerte unaufhaltsam steigen (und sie steigen phänomenal), dann gibt es auch kein Halten mehr. Man hat Blut gerochen. Man überschlägt sich, man wetteifert miteinander in olympischen Dimensionen, wer „härtere“ Massnahmen setzt und „konsequenter“ dabei ist, „Menschenleben zu retten“. Und es schmeichelt natürlich, wenn man als „Retter“, als Tausendsassa sogar, dargestellt wird: als Akteur, der alles im Griff hat. Die Rolle der Eitelkeit darf man hier keineswegs unterschätzen. Und die Rolle des Machtrauschs ebenfalls nicht.

Aber selbst in den Fall, wo der eine oder die andere bei diesem Theater anfänglich gar nicht mitspielen mochte, liess der Druck der Medien und der verängstigten Basis (der urbanen Mittelklasse, die sich hier, es überrascht nicht, besonders hervortut), gar keine Chance. Da macht man lieber gleich selbst an vorderster Front mit, indem man sich dem, was einer Gehirnwäsche gleichkommt, selbst unterzieht und, wie es bei Proselyten oft der Fall zu sein pflegt (man denke an Saulus), zu einem Scharfmacher wird.

Die Medien wiederum haben sehr schnell realisiert, dass der Sensationswert von“Corona“ nicht so bald absinken wird, ganz im Gegenteil. Das ist natürlich ein Glücksfall: The death sells – und eine „Dauerseuche“ (deren Präsenz, nachdem alles vorbei ist, durch die steigende Zahl von „Infektionen“, die aber bloss positive Testergebnisse sind, scheinbar bestätigt wird) bedeutet nun eben, dass der Tod überall lauert, oder zumindest, wenn er ausbleiben sollte, dass die Bedrohung damit als permanent präsentiert werden kann.

Und dass diese „Bedrohung“ letztendlich als permanent präsentiert werden konnte – als „wissenschaftlich begründetes Faktum“ –, dafür sorgten die Star-Virologen, die, verständlicherweise, ihre Warholsche Viertelstunde Berühmtheit auskosten wollten. Und es ist ihnen auch wirklich gelungen, das Bedrohungsszenario am Leben zu halten – in Kombination mit den Designern von Computer-Modellen, die Millionen von „Corona-Toten“ prophezeiten sollten und in weiterer Folge die „Massnahmen“ dafür verantwortlich machten, dass es dazu eben nicht kam, was, die Letalitätsrate in Rechnung gestellt (und man wusste sehr früh, dass sie nicht über 0,4 Prozent liegen konnte, in Wirklichkeit liegt sie aller Wahrscheinlichkeit nach bei plus/ minus 0,2, im Bereich der Influenza mithin), epidemiologisch unmöglich war.

Bei 560.000 Personen, welche in Deutschland laut einem Computer-Modell des Imperial College durch den Lockdown angeblich vor dem sicheren Seuchen-Tod bewahrt worden sind, hätte man (wenn man realistischerweise von einer Letalität von 0,2 Prozent ausgeht) fast 200 Millionen potentielle Antragsteller aus anderen Ländern im Schnellverfahren einbürgern müssen, um auf diese Anzahl zu kommen – ganz abgesehen davon, dass sich alle 280 Millionen (83 Millionen Alt- und 197 Millionen Neubürger zusammen) mit dem Virus hätten anstecken müssen.

Es hätte also klappen können bei einer Infektionsrate von hundert Prozent, die allerdings nur erreicht werden kann, wenn alle wirklich Erkrankten ohne Unterlass in der Öffentlichkeit niesen und husten (ohne „Abstand“ und „Maske“ natürlich, welche letztere aber sowieso nichts bringt) und man das Immunsystem der Population dazu noch flächendeckend schwächt (was aufgrund der „Massnahmen“ freilich wirklich der Fall war, denn ohne Sonne und somit Vitamin D, ohne Bewegung und unter Stress liegen die körpereigenen Abwehrkräfte automatisch am Boden).

Da war es völlig egal, dass, zumeist unbemerkt, immer mehr Studien veröffentlicht wurden, die der „Seuche“ bescheinigen sollten, dass sie als eine der Komponenten zu einer ganz normalen Welle akuter Atemwegsinfektionen gehörte, die zudem schon Mitte April, wie jedes Jahr, abgeebbt war. Hätte man dieses Jahr nicht auf SARS-CoV2 getestet, so hätte man, worauf John Ioannidis von der Stanford University (der weltweit führende Forscher auf dem Gebiet der evidenzbasierten Medizin) schon sehr früh aufmerksam machte, gar nichts bemerkt, zumindest nicht mehr als das, was nicht auch in den vorangegangenen Jahren während den Grippewellen gang und gäbe war, inklusive Todesraten und Chaos in den Spitälern, dort, wo sich das Gesundheitssystem in einem lamentablen Zustand befindet. Die rund 25.000 Grippe-Toten in Deutschland in der Saison 2017/18 haben im übrigen damals niemanden schockiert, ja man hat davon, ausserhalb von Expertenkreisen, auch keinerlei Notiz genommen.

13.

Gegenstimmen hat es gegeben, von allem Anfang an. Indessen wurden und werden sie nicht zur Kenntnis genommen, man diffamiert sie vielmehr auf die übelste Weise. Es herrschen Propaganda und Agitation, in einem Ausmass, das bis dahin als unvorstellbar galt, und von einer Wirksamkeit, von der die Propagandisten des „Ostblocks“ nur hätten träumen können. Wie auch soll man es nennen, wenn man den Kindern beizubringen versucht, dass sie für den qualvollen Tod ihrer Grosseltern verantwortlich sind – die nach Luft ringend elend zugrunde gehen würden –, wenn sie nicht „Abstand halten“?

Dass man die Daten nicht zur Kenntnis nehmen will, dass man am „Narrativ“ eisern festhält, hängt freilich damit zusammen, dass man schon ahnt, dass man ohne Gesichtsverlust aus dieser Farce nicht mehr herauskommen wird. Und da man dies ahnt, wird alles unternommen, um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass man sich gründlich geirrt hat. Das erreicht man am besten dadurch, dass man die Aufmerksamkeit auf eine „zweite Welle“ lenkt.

Die Ablenkung auf das, was kommen wird, lässt das, was war, aus dem Fokus verschwinden. Man sucht diese „Welle“ verzweifelt (irgendwo muss sie ja sein), und das Mittel, diese zu finden, sind logischerweise die Tests. Und indem man die Testzahlen hochschraubt, erhält man die „Welle“ ganz unproblematisch, denn je mehr man sucht, desto mehr findet man auch, ganz nach dem Motto: „Wer suchet, der findet.“ Man findet indessen lediglich „Fälle“, keine Erkrankten, doch das allein schon genügt, um sich selbst davon überzeugen zu können, dass man richtig agiert und agiert hat. Man will weiterträumen, denn das Aufwachen wäre fatal – es wäre ein Alptraum.

14.

Hier machen wir halt, um zu fragen: Warum überhaupt ist es zu dieser Groteske gekommen? Was liegt diesem Hype de facto zugrunde? Oder anders gefragt: Welcher Tiefenprozess ist der Hintergrund dieser lachhaften Farce? Um es mit wenigen Worten zu sagen: Auch diese „Krise“ ist aus der Funktionsweise des Systems hervorgegangen, aus systemischen Prozessen, die niemand steuern kann. Paradoxerweise ging sie aus einer, wie man es nennen kann, post-modernen (fiktiv-kapitalistisch induzierten) ökonomischen Krise hervor, die noch nicht manifest war, die erst noch bevorstand, auch wenn sie im Untergrund schon vernehmbar rumorte. Sie war im Anmarsch, wie die Propheten des Systems, die „Analysten“, allenthalben vorausgesagt hatten.

Alle relevanten System-Kennziffern wiesen darauf hin. Und da dies so war, ist es durchaus vertretbar, die „Corona-Krise“ als, metaphorisch gesprochen, passive Reaktion beziehungsweise als eine (vom System) autorisierte Aktion einzuschätzen: Es gab keine Hemmung. Man hat sich von der Angst treiben lassen, und da es keinerlei Widerstand gab, ist man hineingeschlittert.

Der Punkt ist der: Ist es schlechterdings denkbar, dass, wenn die globale Ökonomie (die Produktion von Profit) eine veritable Aufschwungphase durchgemacht hätte, mit den schönsten Gewinnen, dass man sie dann, mittels Lockdowns, mutwillig abgewürgt hätte? Ganz sicher nicht. Man hätte jeden, wer es auch sei, der dies, um „Menschenleben zu retten“, versucht haben würde, einfach zurückgepfiffen. Und nichts leichter als das.

Denn es hätte genügt, Experten mit anderer Meinung, die es von Anfang an gab, zu Rate zu ziehen und sie in den Fokus zu rücken, so dass es zu diesem Hysterie-Exzess erst gar nicht gekommen wäre. Und die Bilder aus der Lombardei? Nun, man hätte, als Gegengewicht, auch andere Bilder gezeigt, Bilder aus früheren Jahren, Bilder von den Grippe-Wellen aus den Jahren davor, wo das Chaos im Gesundheitssystem dort genauso gross war. Und die gestapelten Särge? Die hätte es gar nicht gegeben, denn ohne Hysterie hätte man nicht dekretiert, dass die Corona-Leichen verbrannt werden müssen, was, in einem Land, wo die Brandbestattung unüblich ist und es daher nur wenige Krematorien gibt, natürlich zu Engpässen führt.

Und ohne Hysterie hätten sich viele Bestatter auch nicht geweigert, die Toten zu begraben, aus Angst vor Corona. Man hätte zudem auf Krankenhauskeime verwiesen, auf Antibiotikaresistenzen, auf die Altersstruktur, auf Impfkampagnen mitten im Winter (was sich unter Umständen fatal auswirken kann) und, last, but not least, auf die Luftverschmutzung, die dort (wie in Wuhan) extrem hoch ist. Alles in allem: Es würden hundert Bergamos nicht ausgereicht haben, um den Startschuss zu geben, eine phantastische Aufschwungphase des Systems abzuwürgen. Schliesslich hätte man darauf verweisen können, dass es Corona-Viren immer schon gab, dass die „Schweinegrippe“ sich als Fehlalarm herausgestellt hatte, dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen rund 80 Jahre beträgt (also in etwa der Lebenserwartung entspricht), kurz: dass die Situation alles, nur nicht dramatisch ist.

15.

Es ist also davon auszugehen, dass der Hintergrund des Lockdowns die spezifische Lage des globalen Kapitalsystems war, der Umstand, dass es sich am Abgrund einer Krise befand. Dass dem so war, dies anzunehmen wird dadurch nahegelegt, dass es in den Zeiten der Vogel- und der Schweinegrippe (welche letztere von der WHO ja auch als Pandemie eingestuft worden war) keinerlei Anstalten gab, einen Shutdown der Weltökonomie anzuordnen. Dass dies nicht geschah, hatte offenbar seinen Grund gerade darin, dass im Falle der Schweinegrippe das System kurz davor einen Krisenprozess durchgemacht hatte (die Krise von 2008) und dabei war, sich allmählich zu erholen, so dass man wahnsinnig hätte sein müssen, hier einen Lockdown zu verhängen.

Und er wurde dann auch mitnichten verhängt, obwohl es in gewisser Weise auch damals schon zu einer Gesundheitspanik kam, die zu gewaltigen Impfkampagnen gegen einen Erreger führte, der sich als vergleichsweise harmlos erwies – d.h., um genauer zu sein, zu einem staatlichen Ankauf von Impfstoff mit Riesenprofiten für die Pharma-Konzerne, eines Impfstoffs, welcher dann, weil er sich als schädlich erwies (cf. Narkolepsie), für einen Haufen Geld verbrannt werden musste. Die Todes-Propheten von damals (Imperial Collage, Drosten und Co.) sind übrigens dieselben wie heute. Dass hier nichts ab ovo geplant war, dass der Corona-Wahn mit seinen Konsequenzen spontane Ursprünge hat, darauf deutet im übrigen hin, dass ganz am Anfang der Epidemie durchaus nicht alle der späteren Akteure sich als begeisterte „Retter von Menschenleben“ gerierten, viele (wenn nicht die Mehrheit) waren vielmehr durchaus gelassen und hielten sich zurück. Sie hatten offenbar nicht die Intention, ja sie zogen es nicht einmal in Betracht, einen Lockdown zu verhängen. Ja noch mehr: „Warner vor der Virusgefahr“ sind anfangs als Spinner und „Fake-News-Spreader“ abgetan worden. Bis sich das Blatt gewendet hat, so dass die Spinner und „Fake-News-Spreader“ auf einmal dann die gewesen sind, die vor der Panphobie und vor der Panik warnten.

16.

Die Massnahmen erfolgten spontan. Sie haben sich ganz aus der Situation heraus ergeben. Nichts war geplant. Indessen, indem man die Massnahmen setzt, schafft man ad hoc eine Lage, in der von Seiten des Gross-Kapitals und seiner Repräsentanten reagiert werden kann – im Sinne ihrer Belange. Und es wird reagiert, unmittelbar: Home-Office, Kartenzahlung und Online-Verkauf erleben Höhenflüge, Internet, Computer und Smartphone werden nur noch mehr zum Drehpunkt des Alltags, Restrukturierungsprozesse beginnen (mit dem Kernstück Personalabbau) und es schnellt die Produktion von Thermometern, Masken und Tests in die Höhe, die, wenn auch Peanuts, auch zu den Kollateralfrüchten zählen.

Und nicht zuletzt: Das Grosse Geschäft der Pharma-Konzerne mit dem Impfstoff läuft an, die Verträge sind schon geschlossen, die Haftung für Schäden, mit denen man rechnet und auch rechnen muss, wenn man die Testphasen abkürzt oder sogar überspringt – und dies umso mehr bei einem neuen gen-basierten Verfahren –, übernimmt grosszügigerweise der Staat. Muss man hier extra, mit Blick auf die Staatsverschuldung, die globalen Kreditoren erwähnen? Was allerdings noch wichtiger ist: Der Prozess der Zentralisierung des Global-Kapitals erfährt einen gigantischen Schub, so wie dies in jeder Krise der Fall ist. Viele gehen zugrunde, wenige verleiben sich deren Konkursmasse ein. Das Monopolkapital feiert ein rauschendes Fest.

Es ist kein Witz, dass mitten in der „Krise“ die Aktienkurse von Google, Amazon, Apple, Microsoft, Facebook und ähnlichen Giganten in luftigen Höhen notieren und das Vermögen der Reichsten der Reichen (darunter William Gates, Philanthrop, oder besser gesagt: Euerget und Apostel der Vakzine, der mit seiner „Foundation“ auch in der Pharma-Branche aktiv ist) steil nach oben geht.

Für das System als System erweist sich die „Krise“ darüber hinaus auch als ein Segen: Man durchlebt eine Krise, eine Krise jedoch, von der man sagen kann, dass nicht das System, der Modus operandi desselben, nicht die Gesellschaft, die auf dem Privateigentum und dem Austausch basiert, sondern ein Virus, eine „höhere Macht“ oder das Schicksal, sie zu verantworten hat. Das System wäscht sich dabei, so wie Pilatus, die Hände in Unschuld. Es liegt auf der Hand, dass es dies bei einer (unverfälschten) second edition von 2008 nicht vermocht hätte.

Der Staat wiederum kann die Kapitalentitäten, welche too big to fail sind,nach Lust und Laune mit Subventionen („Rettungsgeldern“) bedenken, die es ohne das Virus, in einer „normalen“ Krise mithin, so – ohne das neoliberale Credo ad absurdum zu führen, zudem ohne Gegenwind und in dieser gigantischen Höhe – niemals austeilen könnte. Jetzt aber kann man guten Gewissens durch die öffentliche Hand den Profitverlust kompensieren – es ist ja ein Virus, das uns das alles eingebrockt hat. Das muss man verstehen, man konnte nicht anders. Der Rest, die grosse Masse mithin, muss sich, wie immer, damit begnügen, dass er mit Brosamen abgespeist wird.

Schliesslich wurde infolge des Lockdowns der Boden dafür bereitet, dass man das neoliberale Programm (Manchester 2.0 sozusagen) jetzt konsequent durchziehen kann: Man musste. ja nicht nur „Menschenleben retten“, sondern auch die „Ökonomie“. Es war alternativlos – so kann man dem Publikum ungeniert sagen –, dem Kapital Milliarden in den Rachen zu werfen, das Virus (und eben das Virus) nötigte förmlich dazu. Genau das hat aber zur unvermeidlichen Folge, dass später, wenn sich die Nebelschwaden lichten, kein Geld mehr vorhanden sein wird. Man wird demnach „reformieren“ und noch mehr „reformieren“ müssen – in allen Bereichen.

Hier sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt: Privatisierung (von dem, was noch nicht privatisiert worden ist, unter anderem die Pensionsvorsorge und das Gesundheitswesen), Gebühren (für Bildung), Kürzung von Ansprüchen aus der Sozialversicherung (Pensionen und Arbeitslosengeld), Reduktion der staatlichen Leistungen, wo es sie immer noch gibt, die Rente mit 67 (oder mit 70), und was es dergleichen noch mehr geben kann. Wie gesagt, der Phantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.

17.

Vergegenwärtigt man sich den ganzen Geschehensablauf mit all diesen „kollateralen Gewinnen“, so scheint es in der Tat so zu sein, dass es einen Masterplan gibt: dass dies von allem Anfang an geplant worden ist.

Und in der Tat: Die Akteure verfügen theoretisch über die Macht und die Mittel, die Welt nach ihrem Gusto zu formen, die Resultate sind für das Establishment überaus günstig, wenn nicht phänomenal, alles passt auf wunderbare Weise zusammen und der Ablauf mit seinen verschiedenen Phasen scheint aus einem Guss zu sein.

Und dennoch war all dies, wie wir sahen, nur eine Reaktion auf Prozesse, die spontan sich ergaben, die, mit anderen Worten, aus der Funktionsweise des Systems hervorgegangen sind. Man hat es, alles in allem, mit nichts anderem als mit dem zu tun, was Lévi-Strauss bricolage genannt hat: ein Basteln mit Material, das zur Hand war.

Noch einmal: Es hat durchaus den Anschein, als ob ein Masterplan hinter all dem, was sich ereignet hat, stecken würde, weil alles, was das System aufgrund seiner inneren Logik herbeiführt, als bewusste Aktion interpretiert werden kann. Szenarist ist indes das System, die Akteure dagegen sind Marionetten – in diesem Fall das Schauspielpersonal einer Farce.

Emmerich Nyikos
streifzuege.org

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