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Smart-TVs: Spitzel in euren Wohnzimmern | Untergrund-Blättle

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Smart-TVs Spitzel in euren Wohnzimmern

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Egal, ob Netflix-Serie, Playstation-Spiel oder Nachrich-tensendung: Die Software Samba TV hält nach, wofür Be-sitzer von Smart-TVs ihr Gerät nutzen. Ihr Wissen macht die Firma zu Geld.

12. Oktober 2018

12. 10. 2018

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Samba TV ist ein Programm, das Millionen Menschen nutzen - bei dem aber vermutlich längst nicht alle Nutzer wissen, wie es eigentlich arbeitet. Allein in den USA zeichnet die Software laut einem Bericht der „New York Times“ auf, was auf mehr als 13 Millionen Smart-TVs geschieht. Die App analysiert dafür im Sekundentakt Pixel. Der Bildschirminhalt verrät so beinahe in Echtzeit, welcher Film gerade läuft und ob der Nutzer eine Netflix-Serie schaut oder Playstation spielt. Offenbar habe Samba TV den Werbekunden sogar Zielgruppen angeboten, die als politisch konservativ und liberal eingestuft wurden, heisst es in der „New York Times“, abhängig davon, ob sich mit einem Gerät die TV-Debatten der Republikaner oder die der Demokraten angesehen wurden.

Werbekunden wiederum bezahlen Samba TV dafür, dass Zuschauer massgeschneiderte Werbung anhand ihres TV-Konsums zu sehen bekommen - und zwar auf allen Geräten, die mit demselben Internetanschluss wie das TV-Gerät verbunden sind. Wenn ein Nutzer sich beispielsweise eine Reise-Doku im Fernsehen anschaut, kann Samba TV eine Urlaubsanzeige auf dem Smartphone-Browser des Zuschauers ausspielen.

„Spitzel in euren Wohnzimmern“

Bei einer Diskussion im Onlineforum „Hacker News“ beklagen sich Nutzer seit einigen Monaten darüber, dass es sich bei der Software um ein nutzloses Programm handle, von dem lediglich die Werbeindustrie profitiere. Der Software-Entwickler David Kitchen bezeichnet die Software als „Spitzel in euren Wohnzimmern, der alles ausspäht, was ihr euch im Fernsehen anschaut“. Tatsächlich scheint es realistisch, dass Samba TV viele Nutzer hat, die nicht ahnen, was das Programm tut. Die Software ist in vielen Fällen durch die TV-Hersteller auf Fernsehern

vorinstalliert: Da liegt es nahe, die Software zu aktivieren und damit zu akzeptieren, dass sie die eigenen Nutzungsvorlieben aufzeichnet und zu Geld macht. Und wer wissen will, welche Informationen genau sein Fernseher über ihn sammelt, muss sich erst die Nutzungsbedingungen (rund 6500 Wörter) und die Datenschutzbestimmungen (rund 4000 Wörter) zu Samba TV durchlesen.

Mehr als 40 Millionen Dollar investiert

Weltweit ist Samba TV auf mehr als 70 Millionen Fernsehern aktiviert, zudem erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt mehr als eine Milliarde Geräte wie Smartphones, Tablets, Macs und PCs.

Seit zwei Jahren scannt der Konzern auch das TV-Verhalten der Deutschen. Wie viele Nutzer die Software hierzulande aktiviert haben, ist jedoch unklar.

Samba TV arbeitet mit rund einem Dutzend Geräteherstellern wie Sony, Sharp und Philips zusammen, die das Programm auf ihren Geräten zur Verfügung stellen. Dafür zahlt Samba TV Gebühren an die Konzerne, doch die Einnahmen aus dem Werbegeschäft übertreffen die Ausgaben offenbar. Investoren wie Time Warner sind überzeugt von der Geschäftsidee und haben bisher rund 40 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert.

Um Kunden davon zu überzeugen, die Software per Opt-in zu aktivieren, wirbt Samba TV mit den Vorteilen von Echtzeitdaten: So werden etwa Listen mit den beliebtesten Fernsehshows angezeigt. Ausserdem stellt Samba TV individuelle Vorschläge anhand der Sehgewohnheiten zusammen und weist den Nutzer darauf hin, wenn die Lieblingsshow startet. Samba TV zufolge werden die Daten konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung verarbeitet. Es sei der Kern jeder Entscheidung, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen, heisst es.

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