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Die Emanzipation von Online-Konzernen | Untergrund-Blättle

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Die Emanzipation von Online-Konzernen Warum befreit ihr euch nicht?

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Immer wieder gibt es Veranstaltungen zu emanzipatorischen Themen und da wird teilweise auch unter anderem ein Video-Stream über Facebook oder YouTube angeboten.

Portrait von Richard Stallman, dem Gründer des GNU Projektes und Linus Torvalds, dem Vater des Linux Systemes.
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Bild: Portrait von Richard Stallman, dem Gründer des GNU Projektes und Linus Torvalds, dem Vater des Linux Systemes. / David Revoy (CC BY 4.0 cropped)

16. Oktober 2020

16. 10. 2020

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Oder für einen Workshop benötigt man aus irgendwelchen Gründen auch immer Photoshop von Adobe, dabei handelt es sich wohlgemerkt um einen emanzipatorischen Workshop. Öfters wird der Download von Unterlagen einer Veranstaltung auch über Dropbox, Google Drive oder ähnlichem Angeboten von Microsoft oder Apple angeboten.

Was ich damit sagen will, ist dass die scheinbar offensichtlichste und die einfachste Lösung zur Hand genommen wird aber ihre Herkunft nicht hinterfragt wird. Öfters wird dies auch begründet, dass man das nutzt was die Menschen so oder so schon kennen und sie dabei abholen möchte.

Der Nachteil bei dem Ganze ist leider, genau diese Art von Nutzung von Technik nichts Emanzipatorisches hat. "Was sollten wir denn sonst machen oder hast du einen besseren Vorschlag?" Hallt es dann meistens bei solchen Wiederworten entgegen und dies nicht zu Unrecht. Nur dagegen sein ohne Gegenvorschlag geht so nicht, wir wollen ja zusammen weiter kommen.

Die Antwort wird euch nun wahrscheinlich wenig überraschen aber sie heisst schlicht und einfach Open-Source Software anwenden und ja ich weiss, nicht alle diese Lösungen sind ausgereift. Bevor ihr was anbietet fragt mal in der Community rum, was es für alternativen Lösungen gibt. Dies bezieht auch Online-Dienste wie Facebook, Twitter oder Streaming wie Twitch oder YouTube mit ein. Warum diesen Vorschlag obwohl deren Usus doch Standard ist?

Erstmal es ist nicht Standard nur (zu) häufig genutzt. Zweitens spielt man durch deren Nutzung den Tech.-Giganten nur weiter in ihre Händen und deren Profit. "Wer nicht zahlt ist das Produkt!" Ist eine gängige Weisheit in der Branche. Möchtest du deine Teilnehmer von der Veranstaltung, Workshop, Onlinekurs etc. zu einem Produkt degradieren?

Doch genau dies machst du indem du deine TeilnehmerInnen zwingst die Dienste und Software zu nutzen die du ihnen auferlegst. Die Tech.-Giganten verdienen an diese gewonnenen Daten die dadurch generiert werden und dies Tag für Tag. Doch eine Frage bleibt im Raum: Wenn man Alternativen anwendet, wie holt man denn die User ab? Dazu möchte ich folgend eingehen bevor ich dann zu den einzelnen Alternativen komme und diese auch noch aufzähle.

Wenn ihr Open-Source Software Alternativen anwendet, dann kommuniziert dies schon früh genug und offen. Ihr könnt in der Beschreibung, z.B. eures Workshops, schon hinein schreiben welche Software ihr lehren wollt. Schaut dabei, dass die Software für Mac, Windows sowie Linux oder Android und iOS zur Verfügung steht, damit niemand ausgegrenzt wird und alle die freie Wahl haben. Bei den üblichen verdächtigen Online-Diensten solltet ihr besonders aufpassen und dafür habe ich mir selber folgende Regeln aufgestellt:
  • Keine Anmeldung und/oder App erforderlich um den Inhalt anzusehen
  • Um den Dienst passiv zu nutzen ist keine App und/oder Registration nötig
  • Alle benötigten Informationen sind direkt ersichtlich, nicht verschachtelt
  • Die Nutzerbedingungen sind klar und verständlich so wie sofort aufrufbar
  • Der Dienst lässt die benötigte Daten für Teilnehmer einfach extrahieren
  • Der Dienst ist am Handy und Desktop einfach zu bedienen, genau so für beeinträchtigte Personen
Jetzt werden einige von euch sagen, genau dies trifft auch auf die grossen Tech.-Anbieter (teilweise) zu. Nun ja bedenkt aber, dass die deren Daten eurer Teilnehmer & Mitstreiter als Zahlung nehmen und damit ihren Profit generieren ohne das wir genau wissen welche Daten sie sammeln. Da sind dezentrale und föderierte Dienste klar im Vorteil.

Ich möchte euch nun ein paar dieser aufzählen und näher bringen aber vorher noch ein Wort zum schliessen der Lücke zu den bekannten Diensten, bei denen ihr wahrscheinlich schon ein Konto habt. Wenn ihr was auf den unten aufgezählten Diensten was postet, dann postet einen Link dazu auf den eurigen bisherigen Kanälen. Das macht ihr, wenn ihr regelmässig kommuniziert, ca. drei bis sechs Monate um eure AbonnementInnen daran zu gewöhnen.

Wenn ihr umschaltet löscht nicht einfach den alten (kommerziellen) Account, kommuniziert warum und wieso ihr umzieht und nun die neue Dienste ausschliesslich nutzt und pint diesen Post an euren Account an. Gebt euren MitstreiterInnen Zeit mit zu ziehen, erfahrungsgemäss werden dies nicht alle euch gleich machen. Nur so am Rande, WhatsApp oder Telegram Gruppen sind kein ad­äquater Kommunikationersatz. Genau diese zwei Messenger verdienen ihr Geld mit euren Daten egal wie bequem diese auch sein mögen.

Da dies föderierte Netzwerke sind ist die Freiheit euch gegeben den für sich passenden Server auszusuchen. Aber dadurch habt ihr auch die evtl. Qual der Wahl um eine für euch geeignete Instanz (Server) zu finden. Natürlich sind diese Alternativangaben nur als Orientierung zu verstehen, da sie ja keine Kopien sind. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig aufklären und ihr seid nun nicht all zu verwirrt nach diesem Artikel. Danke auch, dass ihr soweit und bis am Ende durchgehalten habt. Weitere Infos findet ihr aufbereitet in diesem Beitrag von FM4. Gerne können wir auch weiterhin darüber Diskutieren, schreibe dazu einfach einen Kommentar.

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