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Murray Bookchin: Die Ökologie der Freiheit

Murray Bookchin: Die Ökologie der Freiheit Eine Neuauflage

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Sachliteratur

Überraschenderweise bin ich nicht ganz durchgekommen bei der Neuausgabe von Murray Bookchins (1921-2006) Die Ökologie der Freiheit (2025). Deswegen gibt es an dieser Stelle nur einen knappen Hinweis und keine umfangreiche Besprechung.

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Datum 25. Juli 2026
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Darüber hinaus wollte ich dieses Buch aber auch nicht durcharbeiten, sondern eher darin schmökern. Seine Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte ist für sich genommen ein Teil anarchistischer Geschichtsschreibung in den letzten Jahrzehnten: Als Ecology of Freedom erschien das Buch 1982, dessen zwölf in sich abgeschlossene Kapitel ihrerseits über mehrere Jahre zuvor entstanden sind. 2005 veröffentlichte Karl-Ludwig-Schibel es um ein Drittel gekürzt mit einer Einleitung seiner ebenfalls für den libertären Kommunalismus engagierten Tochter Debbie Bookchin. Maurice Schuhmann machte sich die Mühe, die letzten Kapitel zu übersetzen und so kam es zur diesjährigen Neuveröffentlichung beim Unrast-Verlag.

Wenngleich auch andere Bücher Bookchins wie Post-Scarcity Anarchism (1971) lesenswert sind, ist Ökologie der Freiheit sein grundlegendstes Werk. Der Autor holt weit aus und entfaltet sein holistisches Verständnis von sozialer Ökologie in Bezug auf Hegels oder Blochs Philosophie, auf die Menschheitsgeschichte mit Verweisen auf mythologische Erzählungen; er kennt die utopischen Konstruktionen von Charles Fourier, setzt sich mit mittelalterlichen Häretikern auseinander, beschäftigt sich aber auch mit Erkenntnissen aus der biologischen und psychologischen Forschung seiner Lebenszeit.

Diese umfassende Betrachtung verlangt nach Zeit bei ihrer Lektüre, ist allerdings auch lohnenswert, weil sie Anregungen zur umfangreichen Gesellschaftstransformation gibt. Mit der Naturbeherrschung, welche die radikalen Strömungen der Ökologiebewegungen verstärkt seit den 1970er Jahren thematisierten, ist die Herrschaft der Menschen übereinander verknüpft. Deswegen ist Ökologie kein Wohlstandsthema, dass noch irgendwie zur Kritik am Kapitalismus oder dem Staat hinzukommen würde, sondern vielmehr mit beiden eng verknüpft.

Bookchin ist ein Dialektiker der Aufklärung. Die unvollendete Moderne will er nicht Richtung einer Verabsolutierung der Naturbeherrschung weiterdenken, sondern ein neues gesellschaftliches Naturverhältnis herstellen. Hierbei unterscheidet sich seine anarchistisch-kommunistische Sichtweise auch vom marxistischen Kommunismus. Dennoch verwirft der Autor die Grundannahmen der europäischen Aufklärung nicht, sondern wendet sich entschieden gegen das Neuheidentum und den Primitivismus, die bereits in dieser Zeit aufkommen und in anarchistischen Kreisen populär werden. Bookchin betont die Fähigkeit der Rationalität des Menschen, die es ihm ermöglicht, seine Mitwelt einzurichten. Dabei führt gerade die herrschaftliche Einrichtung der Welt zu Chaos und zur Vernichtung der Lebensgrundlagen für die Menschen selbst.

Naturschutz-Kampagnen, individueller Verzicht oder die Aufforderung an Konzerne, ökologischer zu produzieren, haben die Zerstörung der Mitwelt bekanntermassen nicht aufgehalten, sondern verschleiert und verschlimmert. Bookchin ist einer der Denker, der dies bereits früh erkannt hat und daher für die radikale Neugestaltung der Gesellschaft eintritt. In „Ökologie der Freiheit“ werden dabei keine konkreten Strategien und Organisationsansätze vorgeschlagen, wie Bookchin sie in seiner Beschäftigung mit dem libertären Kommunalismus entwickelt. Stattdessen erarbeitet er darin die philosophischen Grundlagen, auf welche er seine Überlegungen stützt. – Eventuell an anderer Stelle mehr dazu…
Murray Bookchin: Die Ökologie der Freiheit. Unrast Verlag 2025. 544 Seiten. ca. SFr. 33.00. ISBN: 978-3-89771-209-6.

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