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Richard Hell: Blank Generation | Untergrund-Blättle

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Buchrezensionen

Autobiographie von Richard Hell: Blank Generation Das Dilemma der Unterschätzten

Belletristik

Mit seiner Autobiographie liefert Richard Hell, Mitglied der Punkbands Heartbreakers und Television, fragmentarische Einblicke in sein Leben.

Die Punklegende Richard Hell in den frühen 90er an einem Konzert im Citta Club in Kawasaki, Japan.
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Bild: Die Punklegende Richard Hell in den frühen 90er an einem Konzert im Citta Club in Kawasaki, Japan. / Masao Nakagami (CC BY-SA 2.0 cropped)

15. Mai 2016
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Aufgewachsen in verschiedenen amerikanischen Vorstädten als Sohn deutschstämmiger Juden, mit den üblichen Schulschwierigkeiten ausgestattet und einer frühen Liebe zu französischer Literatur, lernt Richard Meyers (so Hells richtiger Name) auf seiner Schule Tom Verlaine kennen, mit dem er eine selbstproduzierte Literaturzeitschrift verlegt und später mit anderen Musikern Television gründet. Zunächst aber erst einmal abhauen, weg aus der Vorstadtidylle und Schule, ab nach New York.

Das waren in den 1970ern keine schlechte Voraussetzungen für etwas Neues - Popmusik war zu Stadionrock verkommen - aber was? Sehr früh lernen sie Malcolm McLaren kennen, damals als Manager der New York Dolls tätig, der bald in England als Manager der Sex Pistols erfolgreicher werden sollte. Patti Smith, sehr früh mit Tom Verlaine befreundet, sorgte schliesslich laut Hell dafür, dass es zu einem tiefgreifenden Zerwürfnis zwischen den Freunden kommen sollte. Nach unzähligen Auftritten im damals angesagten Club CBGB‘s trennen sich die Wege der beiden.

Der Autor gründet schliesslich zusammen mit Johnny Thunders, Walter Lure und Jerry Nolan The Heartbreakers, alles damals angesagte Namen. Sie hinterliessen allerdings nur ein Live-Album. Posthum auf dem kleinen französischen Fan Club Records veröffentlicht, mit Songs der New York Dolls und denen von Richard. Nebenher arbeitet er in einer Buchhandlung, neben Frauen offenbar das einzige, was ihn interessiert.

Da es die Heartbreakers nach England zog - Hell hasste Tourneen und alles was damit einherging - war bald eine neue Band fällig: Richard Hell and the Voidoids. Ausgestattet mit einem Vertrag von Sire Records wurde 1977 das Album "Blank Generation" eingespielt, auf dem Cover Hell mit der berühmten Aussage mit Leerstelle auf der Brust: "You make me_".

Diverse wenig erfolgreiche Filmproduktionen, Drogensucht, aber auch der Aufstieg in die damals angesagte Intellektuellenszene New Yorks und eine weitere Platte markieren den folgenden Weg des Erzählers. Die Beschreibungen sind fast ausnahmslos seltsam distanziert, was nicht allen Leser_innen gefallen dürfte.

So dürfte es auch kaum ein Zufall sein, dass die Geschichte mit einem zufälligen Zusammentreffen der ehemaligen Weggefährten endet, Hell und Verlaine natürlich. Der hatte es nämlich im Nachhinein mit Television und dem Album "Marquee Moon" in die Top-100 der Musikkritiker geschafft, Hell selbst blieb unterbewertet. Heute arbeitet er als Journalist und Buchautor. Ein Buch für Fans.

Adi Quarti
kritisch-lesen.de

Richard Hell: Blank Generation. Autobiographie. Edition Tiamat, Berlin 2015. 287 Seiten. ca. 25.00 SFr, ISBN 978-3-89320-200-3

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-ND 3.0) Lizenz.

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