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S17 oder wie sich Tunesien von der Demokratie verabschiedet

Heute vor einem Jahr – am 5. September 2018 - hat sich ein junger Mann namens Mohammed Dia in einer tunesischen Stadt verbrannt. Er protestierte damit gegen die umstrittene Grenzschutzmassnahme S17. Ein Mann, der sich in Tunesien selbst verbrennt, weckt Erinnerungen wach. Denn im Dezember vor neun Jahren nahm sich in Tunesien ebenfalls ein Mann auf diese Weise das Leben. Danach stand in der arabischen Welt kein Stein mehr auf dem anderen. «Der arabische Frühling» oder die «Jasmin Revolution» brach aus. Tunesiens Diktator Ben Ali wurde vertrieben. Ähnlich erging es Ghaddafi in Libyen, Mubarak in Ägypten und Saleh in Jemen. Heute fast ein Jahrzehnt später sind viele ernüchtert. In vielen arabischen Ländern sind die Regierungen wieder autoritär geworden oder es herrscht Krieg. Tunesien schien bisher als einziges Land des arabischen Frühlings den Schritt in Richtung Demokratie geschafft zu haben. Amal el Mekki zweifelt. Die Journalistin war vor einem Jahrzehnt eine der Revolutionärinnen in Tunesien. Soeben war sie in Bern, wo sie am Reportagen Festival für den True Story Award nominiert war. Für eine Geschichte über die Gründe, die heute vor einem Jahr zum Selbstmord von Mohammed Dia geführt haben. RaBe-Info-Redaktor Michael Spahr blickt mit ihr ein Jahr zurück und fragt sie: Was ist denn diese berüchtigte Grenzschutzmassnahme S17, die diesen jungen Mann in den Selbstmord getrieben hat?

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Autor: Michael Spahr

Radio: RaBe Datum: 05.09.2019

Länge: 12:04 min. Bitrate: 320 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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