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Sandarmoch - über Opfer des Stalinismus soll wieder geschwiegen werden

Sandarmoch war in der Stalin-Zeit ein Gefangenenlager in einem Waldgebiet nahe an Finnland.

Die Insassen wurden !938 von der politischen Polizei NKWD ermordet. Bis zur Perestroiska wurde Sandarmoch verschwiegen. Doch das Tauwetter danach dauerte nicht lange. Der russische Historiker Juri Dmitirjew, der auch der Menschenrechtsorganisation Memorial angehört, wurde nachdem er zu Sandarmoch geforscht hatte, mit unsinnigen Anklagen überzogen. Trotzdem wird versucht, das Gedenken an die Opfer von Sandarmoch aufrechtzuerhalten. In einer demonstrativen Aktion wurden am 5. August die Namen der Ermordeten in zwanzig Städten verlesen, von der ehemaligen Sowjetunion über Japan bis New York. Auch in Freiburg wurden die Namen von deutschen Opfern verlesen. Zur Erinnerung, wer sich in den dreissiger Jahren in der Sowjetunion aufhielt, war sicher kein Nazi, was aber nicht vor dem Verfolgungswahn Stalins schützte. Radio Dreyeckland sprach mit der Schriftstellerin Tatiana Bonch-Osmolovskaja. Tatiana ist Mitglied des Moskauer PEN-Clubs. Sie hat die Namen in Freiburg verlesen. Übersetzt hat Viktoria Balon von der russischen Redaktion von Radio Dreyeckland.

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Autor: Jan Keetman

Radio: RDL Datum: 09.08.2019

Länge: 09:10 min. Bitrate: 128 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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