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Über Kapitalistische Gewaltverhältnisse

Ein Interview mit Prof. Freerk Huisken Prof. Huisken (ehem. Professor f. Politische Ökonomie des Ausbildungssektors an der Universität Bremen, Autor zahlreicher Bücher)referierte im April in Leipzig zum Thema ´Armut, Nationalismus, Selbstbewusstseinskult´. Am Rande dieser Veranstaltung sprach Florian Krahmer mit ihm. Anmod-Vorschlag: Fast jeden Tag liest oder hört mensch in den Medien Berichte über sinnlose Gewalt und blinde Zerstörungswut, die scheinbar immer mehr Opfer fordert. Dem fassungslosen Publikum werden meist jugendliche ´Krawallmacher´ und ´Chaoten´ vorgeführt, welche anscheinend völlig irrational handeln. Im Diskurs darüber ist die Gewalt an sich, weniger das Problem, sondern vielmehr ihre angebliche Sinnlosigkeit oder ihre Unrechtmässigkeit. Ist dem so? Verfolgen Hooligans oder andere gewalttätige Jugendliche wirklich kein Ziel mit ihren Taten? Und was unterscheidet sie von Polizisten, die auf linke Demonstranten ein prügeln oder illegalisierte Ausländer auf den Boden treten, fesseln und in Hunger und Folter abschieben? Im Interview geht Huisken der Frage nach, was die Ursachen von Jugendgewalt sind, und räumt mit der Vorstellung auf, es handelt sich dabei lediglich um ziellose Straftaten. Für ihn liegen die tatsächlichen Gründe vielmehr in der kapitalistischen Ökonomie und den Prozessen der Aussortierung, eines immer grösseren Teils der Jugendlichen. Desweiteren wird von ihm dargelegt, warum sich Politik immer nur mit den Symptomen von Gewalt beschäftigen kann, welchen Sinn Strafmassnahmen wie Bootcamps haben und ob die ´innere Sicherheit´ gleich Bürgerwohlfahrt ist und von wem diese eigentlich bedroht scheint.

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Autor: linksdrehendes radio

Radio: RadioBlau Datum: 08.08.2008

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