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Die MEGA-Edition geht online

’Wie die Individuen ihr Leben äussern, so sind sie. Was sie sind, fällt also zusammen mit ihrer Produktion, sowohl damit, was sie produzieren, als auch damit, wie sie produzieren. Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.’ Diese drei Sätze stammen aus einem Dokument, das den sogenannten ’Historischen Materialismus’ begründet hat - eine Schrift, die da heisst ’Die deutsche Ideologie’ und die aufgeschrieben worden ist von Karl Marx und in Teilen von Friedrich Engels. Allerdings ist diese Schrift niemals vollendet worden - in ihrer ursprünglichen Form ist sie lediglich ein Konvolut von Manuskripten gewesen. In Buch-Form liegt diese Schrift als dritter Band der Blauen Bände vor - der Marx-Engels-Werke. Allerdings wurde dieser dritte MEW-Band, wie die Blauen Bände überhaupt, editiert vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED - und war daher auch editorisch eingebettet in die Ideologie des Marxismus-Lenismus. Und inwiefern hier an den Manuskripten willkürliche Änderungen, Vereindeutungen und Umschreibungen vorgenommen worden sind - das lässt sich für einen unbedarften Leser kaum nachvollziehen. Ein Projekt, das sich um eine authentische Herausgabe der Original-Schriften von Marx und Engels, auch der Deutschen Ideologie, bemüht, ist das MEGA-Projekt - die Marx-Engels-Gesamt-Ausgabe. Die MEGA bemüht sich um eine historisch-kritische Ausgabe aller Schriften von Marx und Engels und will die Entstehung der marx'schen und engel'schen Texte nachvollziehbar machen - und angesichts des überaus grossen Nachlasses von Marx und Engels kann man wohl sagen, dass es sich bei der MEGA um ein editorisches Grossprojekt handelt. Wie an einem solchen wissenschaftlich-philologischen Grossprojekt gearbeitet wird - das ist sicher nicht nur für eingefleischte Marxisten interessant. Wir haben mit Gerald Hubmann gesprochen, der die Arbeit an der MEGA an der Akademie der Wissenschaften in Berlin leitet. Wir wollten herausfinden, was es bedeutet, über zweihundert Jahre alte Texte historisch-kritisch zu erschliessen und zu editieren. Dabei haben wir Gerald Hubmann zunächst gefragt, worin eigentlich der Unterschied zwischen den Blauen Bänden der Marx-Engels-Werke und der historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe besteht. Links zum Thema: Artikel zur Geschichte der MEGA-Edition: http://www.taz.de/!5087198/ Artikel zum Online-Projekt: http://www.taz.de/!5265927/ Internet-Präsenz der MEGA: http://mega.bbaw.de/

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Autor: Tagesaktuelle Redaktion


Radio: corax
Datum: 26.01.2016

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