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Defensive Architektur - über Verdrängung aus dem öffentlichen Raum

Ein Bild zeigt einen Haufen von Steinen - sie liegen in Brocken auf- und nebeneinander. Sie sind mit Licht in Szene gesetzt, wirken ästhetisch und massiv.

Erst die Bildunterschirft erklärt, wo das Bild aufgenommen wurde. Es sind Steine, die sich unter einer Brücke in Hamburg befinden. Sie wurden dort fest installiert, damit sich wohnugnslose Menschen nicht unter der Brücke niederlassen. Ein anderes Bild zeigt eine Metallbank - glänzend silber wirken die Metallstäbe und Armlehnen faszinierend strukturierend, ebenfalls ein ästhetisch ansprechendes Bild. Es handelt sich dabei um eine jener Banken, die auf Bahnsteigen der Deutschen Bahn stehen. Die Armlehnen sind so angebracht, dass man sich auf diese Banken nur setzen, nicht hinlegen kann. Die Bilder stammen von dem Fotografen Julius Christian Schneider. Sie sind in der Bilderserie "Silent Agents" beim britischen Guardian erschienen. Sie zeigen Orte sogenannter defensiver Architektur - in Hamburg, Innsbruck, Paris und London. Diese Form der Architektur zielt auf Verdrängung - etwa von wohnungslosen Menschen aus dem öffentlichen Raum. Defensive Architektur ist allgegenwärtig - und unscheinbar. Diese Unscheinbarkeit aufbrechen, das hat sich Julius Christian Schneiders zum Ziel gemacht. Wieso er sich ausserdem als Fotograf gerade mit dieser Architektur beschäftigt, und was das über unsere Gesellschaft aussagt, die solch eine Architektur hervorbringt, darüber haben wir uns mit ihm unterhalten.

Creative Commons Lizenz

Autor: Tagesaktuelle Redaktion

Radio: corax Datum: 21.09.2018

Länge: 14:42 min. Bitrate: 320 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)