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Demonstration ’Seebrücke – Schafft sichere Häfen!’ mit Iuventa-Kapitän: Bis zu 600 Menschen demonstrierten in Karlsruhe für Seenotrettung und gegen europäische Abschottung

[Beitragsbeschreibung grösstenteils im Audio enthalten] Am Freitag Abend zogen zwischen 550 und 600 Menschen durch die Karlsruher Innenstadt unter dem Motto ’Seebrücke – Schafft sichere Häfen!’. Sie demonstrierten für Seenotrettung im Mittelmeer, gegen die Kriminalisierung von Rettungsschiffen und gegen die Abschottung der europäischen Staaten. In sehr eindrücklichen Redebeiträgen verdeutlichten die SprecherInnen die Situation im Mittelmeer. Sie machten darauf aufmerksam, dass seit Jahren noch nie so viele Menschen im Mittelmeer ertranken wie im ersten Halbjahr 2018, obwohl gleichzeitig die Zahlen der gewagten Überfahrten rückläufig sind. Doch sie machten gleichzeitig auch darauf aufmerksam, dass die Fokussierung von Politik und Medien auf Statistiken dazu führt, dass man das Menschliche aus den Augen verliert. Um dieser Entmenschlichung entgegenzuwirken, nannten sie konkrete Personen, die im Mittelmeer ertranken und zitierten den Bericht einer jungen Syrerin, die sich selbst und ihre Bootsinsassen gerade noch aus Seenot retten konnte. Deutliche Kritik gab es an der Zusammenarbeit der Europäischen Union mit der sogenannten libyschen Küstenwache, wodurch Europa eigentlich libysche Milizen mit der dreckigen Arbeit beauftrage, mit allen Mitteln Flüchtlinge an der Überfahrt zu hindern. Obwohl es bei der Demonstration um die eigentlich konsensfähige humanitäre Forderung ging, dass man Menschen nicht ertrinken lassen darf, wurde die Kundgebung vor allem am Anfang von den Rufen und Provokationen einiger Rechter gestört. Einer von ihnen stieg kurz in das Lautsprecherwagen und rief ’ihr seid die Schlepper’, bevor ihn Demonstrierende vertrieben. Die Polizei stellte die Personalien der Störer fest und erteilte allen von ihnen nach und nach Platzverweise. Gegen den Vorwurf der Störer und von europäischen Politikern, wonach die Rettungsschiffen den Schleppern helfen würden, fand ein Kapitän des Rettungsorganisation ’Jugend rettet’ in seinem Redebeitrag deutliche Worte. Er erklärte, das Geschäft von Schleppern entstehe vor allem dadurch, dass es kaum noch sichere und legale Einreisewege nach Europa gebe. Er erwähnte ausserdem die Repression gegen das Rettungsschiff Iuventa von seiner Organisation ’Jugend rettet’, die vor einem Jahr als erste Rettungsorganisation mit politisch motivierter Repression an der Seenotrettung gehindert wurde. Eindrücke von der Demonstration hört ihr in dieser Reportage.

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Autor: Matthieu

Radio: RDL Datum: 06.08.2018

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