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Jenseits von Gut und Böse?: Meister der Gedankenwelten Niccolo Machiavelli: Meister der Gedankenwelten

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Niccolo Machiavelli, ein gebürtiger Italiener, steht im Ruf, der Vordenker, Theoretiker und Systematiker des rücksichtslosen politischen Egoismus einer modernen Ultraliberalismus-Menschheit zu sein.

Niccolo Machiavelli im Palazzo Venturi Ginori.
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Bild: Niccolo Machiavelli im Palazzo Venturi Ginori. / Sailko (CC BY-SA 3.0 cropped)

15. März 1997

15. 03. 1997

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Am lebenden Beispiel des erfolgreichen Machtpolitikers Cesare Borgia und am Vorbild der römischen Geschichte hat Machiavelli in seinen Werken "Discorsi", "Il Principe" und "Arte della Guerra" die Ursachen und Gründe für den politischen Erfolg aufgezeigt und die Prinzipien einer politischen Kunst entwickelt, deren Zweck alle Mittel heiligt und die daher bis heute sicher zu Recht das Beiwort "machiavellistisch" trägt.

Als Begründer und Verteidiger einer rein egozentrischen Brutalo-Machtethik ist Machiavelli in die Analen der Geistesgeschichte eingegangen. So soll zum Beispiel sein Hauptwerk "Der Fürst" die Lieblingslektüre Adolf Hitlers gewesen sein. Machiavellis heutiger Einfluss darf nicht unterschätzt werden.

So finden z.B. in Florenz jährlich Managerseminare unter dem Motto "Alle gegen alle - Machiavelli heute" für Kader-Elite-Menschen der grossen Konzerne statt. Machiavellis Geist lehrt die gehörigen Néstle-Klonen, Panasonic-Mutanten und Cola-Roboter im sonnigen Italien das Ausschalten, Abwürgen und Denunzieren von Mitmenschen.

Oder auch das rücksichtslose Vorwärtskommen in Karriere und Leben durch Telefonterror, Power-Mobbing, Nervenangriff, Psychokriegsstrategie oder gezielte Zerstörung fremden Familienglücks wird in den einwöchigen Kursen thematisiert und erlernt.

Der Fürst will die Herrschenden lehren, wie sie zur Macht gelangen und wie sie sich diese sichern können, wie sie politische Gegner ausschalten können und mit welchen Mitteln sich ein politisch missvergnügtes Volk beherrschen lässt. Macchiavellis Ratschläge sind das Resultat der gründlichen Kenntnisse, die er über das Wesen, die Psychologie, die Schwächen und Grenzen der Menschen besass.

Jede moralische Erwägung - so Macchiavelli - sinnlos, denn die Lebenswirklichkeit verleugnet jede ideale Ordnung.



Bild: Niccolo Machiavelli. / PD

Der Erfolg allein rechtfertigt die angewandten Mittel. Der Machtmensch ist eine ästethische Erscheinung, der Kampf um die Selbstbehauptung und die Macht ist reines, faszinierendes Schauspiel, das auf der Bühne des Lebens dargeboten wird.

Mit seinen Schriften schlägt der Makavelli eine neue Richtung der politischen Philosophie ein, indem er die seit der Antike üblichen Zusammengehörigkeit von Politik und Ethik aufbricht. Ihm geht es nicht um einen auf ethischen Idealen aufgebauten Staat, sondern um die Analyse dessen, was er wirklich ist:

"Denn zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist so ein gewaltiger Unterschied, dass derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält.

Ein Mensch, der immer nur das Gute möchte, wird zwangsläufig zugrunde gehen inmitten von so vielen Menschen, die nicht gut sind."

U.v.d.H.

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