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Die Linke des Mutterlandes in Verlegenheit Die Verdammten dieser Erde

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Die Politik ändert sich, und die Programme ändern sich, entsprechend der jeweiligen Zeit. Aber das Ziel ändert sich nie. Du magst deine Methode ändern, dieses Ziel zu erreichen, aber das Ziel ändert sich niemals.

DarApe
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Bild: Dar-Ape / PD

12. September 1996

12. 09. 1996

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Unser Ziel ist vollständige Freiheit, vollständige Gerechtigkeit und vollständige Gleichheit mit allen notwendigen Mitteln.Das ändert sich niemals. Vollständige und sofortige Anerkennung als Menschen, das ändert sich nicht, ist, was wir alle wollen. Es schert mich nicht, wem ihr angehört - ihr wollt das immer noch, Anerkennung und Respekt als Menschen. Aber ihr habt eure Methoden, wie ihr es bekommen könnt, von Zeit zu Zeit geändert.

Der Grund dafür, dass ihr eure Methoden ändert, ist, dass ihr eure Methoden der Zeit und den jeweils vorherrschenden Bedingungen anpassen müsst.

Und eine der Bedingungen, die gerade jetzt auf dieser Erde fortbestehen und über die wir zu wenig wissen, ist unsere Beziehung zum Freiheitskampf der Menschen überall in der Welt.

Gleichzeitig den Status eines Menschen verlangen und verleugnen: dieser Widerspruch ist explosiv. Deshalb explodiert er auch, das wissen Sie ebensogut wie ich.

Und wir leben im Zeitalter der Explosionen. Das ist der Moment des Bumerang, die dritte Phase der Gewalt: sie kommt auf uns zurück, sie schlägt uns, und wir verstehen sowenig wie früher, dass es die unsere ist.

Die Neoliberalen erstarren vor entsetzen: sie geben zu, dass wir mit den Eingeborenen nicht gerade sehr höflich umgegangen sind, dass es gerechter und klüger gewesen wäre, ihnen im Rahmen des Möglichen bestimmte Rechte zuzubilligen. Sie waren bereit, sie schubweise und ohne Kaution in unseren geschlossenen Klub aufzunehmen: und jetzt werden sie von der barbarischen und tollwütigen Entfesselung ebensowenig verschont wie diese bösen Wirtschaftsbonzen.

Die Linke des Mutterlandes ist in Verlegenheit: sie kennt das wahre Los der Eingeborenen, ihre erbarmungslose Unterdrückung, sie verurteilt ihren Aufstand nicht, weil sie weiss, dass wir alles getan haben, um ihn hervorzurufen. Aber es gibt einfach Grenzen, denkt die Linke: diesen Guerillakämpfern müsste es am Herzen liegen, sich ritterlich zu verhalten; das wäre das beste Mittel, zu beweisen, dass sie Menschen sind.

Manchmal tadelt sie sogar: "Ihr geht zu weit, wir werden euch nicht mehr unterstützen." Sie pfeifen darauf: diese Unterstützung kann sich die Linke an den Hut stecken. Sobald der Krieg begonnen hatte, haben sie jene harte Wahrheit erkannt: wir "Mutterländer" taugen alle, wir sind, gleich viel; wir haben alle von ihnen profitiert, sie haben nichts zu beweisen, sie werden niemanden bevorzugt behandeln.

Sie haben nur eine einzige Aufgabe:, ein einziges Ziel: den Neoliberalismus mit allen Mitteln zum Teufel jagen.

Schauen wir uns selbst an, wenn wir den Mut dazu haben, und sehen wir, was mit uns geschieht. Zuerst müssen wir ein unerwartetes Schauspiel über uns ergehen lassen: das Striptease unseres Humanismus. Da steht er also ganz nackt da, kein schöner Anblick. Er war nur eine verlogene Ideologie, die ausgeklügelte Rechtfertigung der Plünderung. Seine Rührung und seine Preziosität verbürgten unsere Aggressionen. Sie sehen gut aus, unsere Gewaltlosen: weder Opfer noch Henker.

Kommt mir bloss nicht damit! Wenn ihr keine Opfer seid, wenn die Regierung, für die ihr gestimmt habt, wenn die Armee, in der eure jungen Brüder gedient haben, ohne Hemmungen einen Völkermord unternommen haben, dann seid ihr unzweifelhaft Henker. Und wenn ihr euch dafür entscheidet, Opfer zu sein, ein oder zwei Tage Gefängnis zu riskieren, so habt ihr nur beschlossen, eure Hände aus dem Spiel zu ziehen.

Aber ihr könnt sie nicht herausziehen, sie müssen bis zum Schluss drinbleiben.

Seht doch endlich folgendes ein: wenn die Gewalt heute Abend begonnen hätte, wenn es auf der Erde niemals Ausbeutung noch Unterdrückung gegeben hätte, dann könnte die demonstrative Gewaltlosigkeit vielleicht den Streit besänftigen. Aber wenn das ganze System bis zu euren gewaltlosen Gedanken von einer tausendjährigen Unterdrückung bedingt ist, dann dient eure Passivität nur dazu, euch auf die Seite der Unterdrücker zu treiben.
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