Die Linke des Mutterlandes in Verlegenheit Die Verdammten dieser Erde
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Die Politik ändert sich, und die Programme ändern sich, entsprechend der jeweiligen Zeit. Aber das Ziel ändert sich nie. Du magst deine Methode ändern, dieses Ziel zu erreichen, aber das Ziel ändert sich niemals.

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Dar-Ape Foto: PD
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nicht, ist, was wir alle wollen. Es schert mich nicht, wem ihr angehört -
ihr wollt das immer noch, Anerkennung und Respekt als Menschen. Aber ihr
habt eure Methoden, wie ihr es bekommen könnt, von Zeit zu Zeit geändert.
Der Grund dafür, dass ihr eure Methoden ändert, ist, dass ihr eure Methoden
der Zeit und den jeweils vorherrschenden Bedingungen anpassen müsst.
Und
eine der Bedingungen, die gerade jetzt auf dieser Erde fortbestehen und über die wir zu wenig wissen, ist unsere Beziehung zum Freiheitskampf der
Menschen überall in der Welt. Gleichzeitig den Status eines Menschen verlangen und verleugnen: dieser
Widerspruch ist explosiv. Deshalb explodiert er auch, das wissen Sie
ebensogut wie ich.
Und wir leben im Zeitalter der Explosionen. Das ist der
Moment des Bumerang, die dritte Phase der Gewalt: sie kommt auf uns zurück,
sie schlägt uns, und wir verstehen sowenig wie früher, dass es die unsere
ist.
Die Neoliberalen erstarren vor entsetzen: sie geben zu, dass wir mit
den Eingeborenen nicht gerade sehr höflich umgegangen sind, dass es
gerechter und klüger gewesen wäre, ihnen im Rahmen des Möglichen bestimmte
Rechte zuzubilligen. Sie waren bereit, sie schubweise und ohne Kaution in
unseren geschlossenen Klub aufzunehmen: und jetzt werden sie von der
barbarischen und tollwütigen Entfesselung ebensowenig verschont wie diese
bösen Wirtschaftsbonzen.
Die Linke des Mutterlandes ist in Verlegenheit:
sie kennt das wahre Los der Eingeborenen, ihre erbarmungslose
Unterdrückung, sie verurteilt ihren Aufstand nicht, weil sie weiss, dass
wir alles getan haben, um ihn hervorzurufen. Aber es gibt einfach Grenzen,
denkt die Linke: diesen Guerillakämpfern müsste es am Herzen liegen, sich
ritterlich zu verhalten; das wäre das beste Mittel, zu beweisen, dass sie
Menschen sind.
Manchmal tadelt sie sogar: "Ihr geht zu weit, wir werden
euch nicht mehr unterstützen." Sie pfeifen darauf: diese Unterstützung kann
sich die Linke an den Hut stecken. Sobald der Krieg begonnen hatte, haben
sie jene harte Wahrheit erkannt: wir "Mutterländer" taugen alle, wir sind,
gleich viel; wir haben alle von ihnen profitiert, sie haben nichts zu
beweisen, sie werden niemanden bevorzugt behandeln.
Sie haben nur eine
einzige Aufgabe:, ein einziges Ziel: den Neoliberalismus mit allen Mitteln
zum Teufel jagen.
Schauen wir uns selbst an, wenn wir den Mut dazu haben, und sehen wir, was
mit uns geschieht. Zuerst müssen wir ein unerwartetes Schauspiel über uns
ergehen lassen: das Striptease unseres Humanismus. Da steht er also ganz
nackt da, kein schöner Anblick. Er war nur eine verlogene Ideologie, die
ausgeklügelte Rechtfertigung der Plünderung. Seine Rührung und seine
Preziosität verbürgten unsere Aggressionen. Sie sehen gut aus, unsere
Gewaltlosen: weder Opfer noch Henker.
Kommt mir bloss nicht damit! Wenn ihr
keine Opfer seid, wenn die Regierung, für die ihr gestimmt habt, wenn die
Armee, in der eure jungen Brüder gedient haben, ohne Hemmungen einen
Völkermord unternommen haben, dann seid ihr unzweifelhaft Henker. Und wenn
ihr euch dafür entscheidet, Opfer zu sein, ein oder zwei Tage Gefängnis zu
riskieren, so habt ihr nur beschlossen, eure Hände aus dem Spiel zu ziehen.
Aber ihr könnt sie nicht herausziehen, sie müssen bis zum Schluss
drinbleiben.
Seht doch endlich folgendes ein: wenn die Gewalt heute Abend
begonnen hätte, wenn es auf der Erde niemals Ausbeutung noch Unterdrückung
gegeben hätte, dann könnte die demonstrative Gewaltlosigkeit vielleicht den
Streit besänftigen. Aber wenn das ganze System bis zu euren gewaltlosen
Gedanken von einer tausendjährigen Unterdrückung bedingt ist, dann dient
eure Passivität nur dazu, euch auf die Seite der Unterdrücker zu treiben.


