UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Der Clan: Gegen das Establishment

1542

Gegen das Establishment! Der Clan

eraser-677583-70

Archiv

Ihr fordert mich auf, eure Gesetze zu befolgen und die Rechte und das Eigentum anderer Menschen zu respektieren. Ihr zwingt mich, meine Miete zu bezahlen. Aber welches Recht nehmt ihr euch, die Gedanken und Handlungen von uns Menschen zu steuern?

Der Clan: Gegen das Establishment.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild vergrössern

Der Clan: Gegen das Establishment. Foto: Arild Vågen (CC BY-SA 3.0 cropped)

Datum 24. Juni 2000
2
0
Lesezeit3 min.
DruckenDrucken
KorrekturKorrektur
Ihr fordert mich auf, die Menschen
zu lieben und zu bemitleiden, und ausserdem verlangt ihr solch seltsame Dinge
zu respektieren wie Kultur, Fortschritt und Bildung. Müsstet ihr mir dann
aber nicht auch zeigen, wie diese Forderungen zu erfüllen sind?

Aber keiner
von euch Scheisswixern wird mich und mein Leben jemals so gut kennen,dass ihr
sagen könntet, wie ich mein Leben wirklich zu führen habe oder was
für mich richtig oder falsch wäre.

Ihr habt mir Forderungen gestellt,
aber ihr habt mich nie nach meiner Zustimmung oder Meinung gefragt.
Ihr versteht
nicht, dass jemand anderer Meinung sein kann und dadurch nicht seine Freiheit
verlieren will. Ich weiss genau, dass ihr mich mein Leben lang unten halten
werdet, ohne Geld und den nötigen Respekt.

Aber die wirkliche Freiheit
werdet ihr mir so nie nehmen können. Ihr habt mich wieder einmal gedemütigt,
und ihr werdet es noch tausendmal wieder tun. Aber euer beschissenes System wird
die Seele eines Menschen nie kaufen können. Ihr glaubt, dass euer System
ohne Schwächen wäre, ihr macht euch selbst vor, dass in ihm Recht,
Gesetz und Ordnung wäre. Aber so ist es nicht!

Euer System ist nur die
äussere Schale. Eine Schale, in die ihr Menschen hineinzwingt, die sich
nicht von euch einschüchtern lassen, und die euch immer fremd bleiben werden.
Ihr versucht sie umzuerziehen, und zu Leuten zu machen die in euer Schema passen.

Zu Menschen, die in der Fabrik Dreck einatmen, sich am Fliessband abrackern,
im Büro hinterm Schreibtisch vertrocknen oder auf der Baustelle verrecken.
Ihr könnt den Menschen treten, ihr könnt ihn durch den Dreck ziehen,
ihn demütigen so viel ihr wollt. Dafür habt ihr eure Erziehungsanstalten,
eure Gesetze, eure Gesellschaft, eure Gefängnisse und psychiatrische Kliniken.

Aber zum Glück könnt ihr ihm nie die Freiheit rauben, die tief in
seinem Herzen steckt. Dafür lasst ihr uns tagtäglich spüren,
dass wir weniger Wert haben als ein loyaler Proletarier. Wir kriegen zu wenig
zu fressen, haben keine Kohle... Ihr verurteilt uns. Wenn ihr aber ehrlich zu
euch selbst seid, so müsst ihr zugeben warum ihr uns wirklich verurteilt:

Weil ihr Angst vor uns habt! Weil wir nicht dazu bereit sind, eure Scheissspiele
mitzuspielen.

Weil wir es gewagt haben, aus eurem System auszusteigen. Weil
wir total anderer Meinung sind, und weil ihr Angst habt vor Menschen, die eine
andere Meinung haben. Und darum verurteilt ihr auch jeden, der anderer Meinung
ist. Aber ihr kennt den Menschen nicht, ihr wisst überhaupt nichts von
uns.

Ihr versteht nicht, dass wir nicht so sind, wie ihr uns gerne sehen würdet!
Weil der Mensch, weil der Mensch etwas...

ub