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Flugblatt Wer spricht da von Luxus?

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Anlässlich des internationalen Frauenkampftages - dem 8. März 99 - haben wir den Fragen der SVP an den Zürcher Stadtrat bei ihrem Büro an der Nüschelerstrasse eine klare Antwort verpasst und gleichzeitig auch dem schweizerischen Arbeitgeberverband an der Hegibachstrasse und dem Gewerbeverband der Stadt Zürich an der Tramstrasse - alle in Zürich - einen Besuch abgestattet und ihre Gebäude mit Farbe markiert.

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Bild: Audiovisual Squadron. / PD

8. Juni 1999

08. 06. 1999

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Dass sich die SVP mit ausländerfeindlichen Hetzkampagnen profilieren will, ist längst bekannt. Neuerdings sollen nun nicht nur die "Linken und Netten" an aller Misere und allem Unrechtschuld sein.

"Randgruppen verhätscheln - bei Alten sparen" zetert die SVP auf teurem Hochglanzpapier. Die "feinen Volksvertreter", die in ihren Villen hocken, teure Autos fahren, ihren Kindern die besten Ausbildungsplätze erkaufen können, versuchen immer wieder mit reaktionären Hetzkampagnen, die Wut und Unzufriedenheit von ärmeren Bevölkerungsschichten auf irgendeinen "Sündenbock" zu lenken, um von ihrer eigenen Verantwortung für Misere und Finanzloch abzulenken.

Das ist der Grund, warum sie neuerdings auch gegen die Finanzierung von Projekten für Lesben, Kulturschaffende, Migrantlnnen und ausländischen Jugendlichen hetzen.

Denn sie und die Frauen ihrer Klasse brauchen alle diese Einrichtungen nicht - sie sind reich genug und haben den "richtigen" Pass im Sack. Es verwundert auch nicht, dass die junge SVP eine führende Rolle im Referendumskomitee "Mutterschaftsversicherung vors Volk" spielt. Mit einer zünftigen Finanzspritze sind auch der Arbeitgeberverband und der Gewerbeverband mit dabei!

Sie alle brauchen uns Frauen als billige Arbeitskräfte und innovative Führungskräfte ohne Ausfälle - doch gleichzeitig sollen wir auch unsere Rolle als angepasste Hausfrauen und Mütter schön weiterspielen.

Und für nichterwerbstätige Mütter eine Mutterschaftsleistung zu bezahlen, ist ja wirklich "unnötiger Luxus". Wo kämen wir denn da hin, wenn der Staat auch noch für "Kinderwünsche" verantwortlich sein müsste. Kinder sind Privatsache... Und wer nicht selber für seine Kinder aufzukommen vermag, braucht sie ja nicht auf die Welt zu stellen. Doch auf keinen Fall abtreiben, denn das wäre ja Mord...

Bürgerliche Doppelmoral und reaktionäre Familienpolitik sind jedoch nicht die einzigen Interessen, die hinter der frauenfeindlichen Politik und Propaganda dieser Kreise stehen. Denn letztlich dreht es sich immer um eines - Profit und Macht. Das zeigt sich auch an der Rolle des Schweizer Finanzkapitals bei der Entführung Öcalans und der Hetze gegen den sich hier formierenden Widerstand.

Da rücken die wahren Interessen der "Volkspartei", des Arbeitgeberverbandes und des Gewerbeverbandes ganz ungeschminkt ans Tageslicht! Wer sich täglich jeden Luxus leisten kann, will keine "unnötigen Luxusleistungen" fürs Volk. Wir pfeifen auf die Arroganz dieser reichen Säcke und ausländerlnnenfeindlichen Reaktionäre, die eine Minimallösung wie die nun beschlossene Mutterschaftsversicherung als Luxus bezeichnen.

Machen wir den Bonzen Dampf - führen wir den Frauenkampf.

Solidarität mit dem kurdischen Volk!

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