UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Volksinitiative für verantwortungsvolle Konzerne | Untergrund-Blättle

1121

Wirtschaft

Schutz von Mensch und Umwelt Volksinitiative für verantwortungsvolle Konzerne

Wirtschaft

Der neu gegründete Verein Konzernverantwortungsinitiative plant die Lancierung einer Volksinitiative. Diese hat zum Ziel, dass Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und Umweltstandards auch bei ihren Aktivitäten im Ausland respektieren.

Bürogebäude von Nestlé in Rzeszów, Polen.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Bürogebäude von Nestlé in Rzeszów, Polen. / J-k (PD)

10. Februar 2015
0
0
2 min.
Korrektur
Drucken
2011 startete die Kampagne «Recht ohne Grenzen» mit einer Petition und forderte, dass Schweizer Firmen Menschenrechte und Umweltschutz respektieren – auch im Ausland. Bereits 7 Monate später konnte die Petition mit über 135‘000 Unterschriften eingereicht werden. Und sie wirkte: Das Parlament verlangte vom Bundesrat einen nationalen Aktionsplan zu Wirtschaft und Menschenrechten („Ruggie-Strategie“), den rechtsvergleichenden Bericht zu Sorgfaltsprüfungen im Bereich Menschenrechte und Umwelt und den noch ausstehenden Bericht zum Zugang zu Wiedergutmachung für Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen.

Obschon die Regierung Probleme im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte und die damit verbundenen Reputationsrisiken für die Schweiz anerkennt, bleiben alle bisherigen Lösungsvorschläge im Bereich freiwilliger Massnahmen. Bundesrat und Parlament waren bisher nicht bereit, den erforderlichen nächsten Schritt zu machen und rechtlich verbindliche Anforderungen an Unternehmen mit Sitz in der Schweiz zu formulieren. Damit wird die Respektierung von Menschenrechten und Umwelt im Ausland weiterhin dem Goodwill der Schweizer Unternehmen überlassen.

Aus diesem Grund hat eine breite Koalition der Zivilgesellschaft beschlossen, gemeinsam die Volksinitiative «für verantwortungsvolle Konzerne – zum Schutz von Mensch und Umwelt (Konzernverantwortungsinitiative)» zu lancieren. Deren Kernanliegen ist präventiver Natur: Eine Sorgfaltsprüfungspflicht bezüglich Menschenrechte und Umwelt. Diese Sorgfaltsprüfung umfasst eine Risiko-Abschätzung, Massnahmen zur Vermeidung und Beendigung allfälliger Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden sowie eine umfassende Berichterstattung darüber.

Die Sorgfaltsprüfungspflicht erstreckt sich auf alle Geschäftsbeziehungen eines Unternehmens und orientiert sich an den 2011 im Menschenrechtsrat einstimmig beschlossenen UNO-Leitprinzipien. Von der Initiative betroffen sind alle Schweizer Unternehmen. Die Ausgestaltung der Sorgfaltsprüfungspflicht ist aber abhängig von den spezifischen Risiken eines Betriebs, weshalb der Grossteil der KMU kaum davon betroffen sein wird.

Der Initiativtext ist bei der Bundeskanzlei in Prüfung, das Initiativkomitee wird zurzeit konstituiert. Der Verein Konzernverantwortungsinitiative wird sich und sein Projekt in der zweiten Aprilhälfte ausführlich vorstellen. Die Unterschriftensammlung beginnt Anfang Mai.

EvB

Mehr zum Thema...
Tödliche EmissionenDas Kupferbergwerk Mopani in Sambia des Schweizer Rohstoffgiganten Glencore.
UnternehmensregulierungGlobale Geschäfte? Globale Verantwortung!

30.04.2015

- Wenn Menschenrechte und Umwelt durch wirtschaftliche Aktivitäten im Ausland gefährdet sind, stehen auch Konzerne mit Sitz in der Schweiz in der Pflicht.

mehr...
H&M Werbung in Tokio, Japan.
Statt nachprüfbarer Zahlen nur leere NachhaltigkeitsversprechenH&M-Hohn für echten Existenzlohn

21.04.2015

- Im Nachhaltigkeitsbericht von H&M, der Anfang April 2015 publiziert wurde, fehlen jegliche Belege dafür, dass frühere Versprechen zur Verbesserung der Lohnsituation in den Produktionsländern tatsächlich umgesetzt werden.

mehr...
Mine in Jakutien, Juni 2014.
Die Gewalt der BergbauindustrieUmwelt- und Menschenrechtsaktivisten im Visier

19.08.2019

- 164 Todesopfer weltweit! Das ist die düstere Bilanz des Berichts von der britischen NGO Global Witness über getötete Umwelt- und Menschenrechtsaktivist*innen im Jahr 2018. Mit 43 Opfern ist der Bergbau der tödlichste Industriesektor.

mehr...
Schweizer Unternehmen sind schlechte Stromsparer

18.06.2013 - Die Schweizer Wirtschaft steht unter Strom – Fast 60% vom Stromverbrauch in der Schweiz geht auf ihre Kappe. Für eine erfolgreiche Energiewende müssen ...

Globale Geschäfte - globale Verantwortung - Schweizer NGOs starten Konzernverantwortungsinitiative

22.04.2015 - Schweizer Unternehmen sollen künftig für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden im Ausland haften. Eine breite Koalition von über 60 ...

Dossier: Rohstoffhandel
Dossier: Rohstoffhandel
Propaganda
Kapitalismus ist Krieg

Aktueller Termin in Frankfurt am Main

Ausstellungen im Hochbunker geöffnet

Diesen Winter öffnen wir erstmals einmal im Monat den unbeheizten Bunker, jeweils von 11:00 – 14:00 Uhr

Sonntag, 23. Januar 2022 - 11:00

Hochbunker, Friedberger Anlage 5-6, 60314 Frankfurt am Main

Mehr auf UB online...

Untergrund-Blättle