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Zum Umgang mit dem Leak Die Panama Papers – ein Überblick

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Die Panama Papers sind der grösste Daten-Leak, der je von Journalisten bearbeitet wurde. 400 Journalisten von 100 Medien in 78 Ländern sind an der Aufarbeitung beteiligt.

Finanzdistrikt Panama City.
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Bild: Finanzdistrikt Panama City. / Marcelo Mejía (CC BY-NC 2.0 cropped)

5. April 2016

05. 04. 2016

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Federführung hat die Süddeutsche Zeitung, an die der Informant mit dem 2,6 Terrabyte grossen Datensatz herangetreten war, der aus den Archiven des Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca stammt. Einen Hintergrund, wie es zum Leak kam, gibt es auf Tagesschau.de, einen guten einführenden Artikel beim Guardian. Im Kern geht es bei den Offshore-Geschäften mit den Briefkastenfirmen um Korruption und Steuerhinterziehung.

Die Übersichtseiten

Die beteiligten Medien und Journalistenverbände haben alle eigene Übersichtseiten zu den Panama Papers. Auf ihnen lässt es sich gut ins Thema einlesen:

Die Verwicklungen von Staatschefs und Politikern

In der mehrsprachigen interaktiven Grafik lassen sich alle Verwicklungen von Staatschefs, Premierministern, Politikern und deren Vertrauten nachschauen. Insgesamt sind 140 von ihnen in den Panama Papers aufgetaucht. Ein durchaus unterhaltsames Video-Interview mit dem Premierminister Islands ist auch online. Im Interview wird er mit seiner Briefkastenfirma konfrontiert – und bricht dann das Interview ab.

In Island ist ein Viertel des Kabinetts an Offshore-Geschäften beteiligt. Spannend sind auch die Verwicklungen Putins zu lesen. Betroffen vom Leak ist auch der britische Premier David Cameron, dessen Vater eine Briefkastenfirma über Mossack Fonseca unterhielt.

Verwicklungen von Stars und Unternehmen

Auch 15 deutsche Banken und deren Tochterfirmen tauchen in den Panama Papers auf. Zudem wird vermutet, dass auf Siemens in diesem Zusammenhang noch ein grösserer Skandal zurollt. Mittendrin im Skandal ist ein Mitglied der Fifa-Ethikkommission, Juan Pedro Damiani, wie die Süddeutsche berichtet. Auch der Fussballspieler Lionel Messi taucht im Leak auf, er betrieb mit seinem Vater die Briefkastenfirma Mega Star Enterprises. In den nächsten Wochen sollen nach Auskunft der an der Aufarbeitung des Leaks beteiligten Medien noch zahlreiche Enthüllungen folgen. Eine Liste mit in den Panama Papers genannten Personen gibt es in der englischen Wikipedia.

Zum Umgang mit dem Leak

Die beiden zentralen SZ-Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier erzählen im Interview mit dem Falter, wie es zum Leak kam, wie sie mit den Daten umgehen und wie sie andere Journalisten ins Boot holten und die Bearbeitung organisierten.

Günther Hack schreibt über den Umgang mit den Daten und welche Lektionen er daraus zieht. Unter anderem jene, dass die wirklich grossen Namen nicht drin stehen oder dass erst die Verknüpfung von Daten und vor allem Metadaten die Erkenntnisse bringen.

Kritik am Umgang mit dem Leak kommt von allen, die eine Komplettveröffentlichung wollen und die Rohdaten fordern. Gegen eine Vollveröffentlichung spricht der Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen sowie die Tatsache, dass die beteiligten Journalisten nicht der verlängerte Arm der Staatsanwaltschaft werden wollen.

Spannend vor dem Hintergrund des Leaks ist auch eine Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen, die demnächst im Europaparlament abgesegnet werden soll. Darauf verweist die EU-Abgeordnete Julia Reda. Solche Regelungen oder auch der Paragraf zur Datenhehlerei in der Vorratsdatenspeicherung wenden sich gegen Whistleblower und können in Zukunft solche Leaks erschweren.

Markus Reuter
netzpolitik.org

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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