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Die norwegische Marine Harvest Gruppe Die systematische Verschmutzung von Wasser

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Der masslose Einsatz von Pestiziden, Farbstoffen und Antibiotika sowie die Überbelegung der Lachskäfige haben schwerwiegende Konsequenzen für Mensch und Umwelt.

Lachsfarm im finnischen Schärengebiet.
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Bild: Lachsfarm im finnischen Schärengebiet. / Plenz (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

5. Januar 2014

5. Jan. 2014

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Die norwegische Marine Harvest Gruppe ist das weltweit grösste Lachszucht-Unternehmen. In seiner Heimat präsentiert sich Marine Harvest gern grün und transparent. In Chile hingegen führen die unverantwortlichen Geschäftspraktiken und die schwache Gesetzeslage zu Umweltkatastrophen und sozialen Missständen.

Das Unternehmen profitiert von tiefen Standards und missachtet zudem Arbeits-, Gesundheits- und Umweltgesetze. Marine Harvest gefährdet die Lebensgrundlage und den Lebensraum indigener Bevölkerungsgruppen, weil das Unternehmen die Umwelt zerstört und die nicht-industrielle Fischerei verunmöglicht.

Wenn Fjorde durch Abfälle der Lachsindustrie zu sehr verschmutzt sind, lässt Marine Harvest diese «ökologischen Friedhöfe» zurück und zieht weiter in den Süden, ins noch kaum berührte Patagonien.

Konsequenzen

Der masslose Einsatz von Pestiziden, Farbstoffen und Antibiotika sowie die Überbelegung der Lachskäfige haben schwerwiegende Konsequenzen für Mensch und Umwelt. Auch natürlich vorkommende Fische werden verseucht, Antibiotika landen auf dem Teller, was zur Immunität von Menschen gegen Antibiotika führen kann.

Die systematische Verschmutzung von Wasser durch Fischabfälle und Kot fördert Krankheiten beim Menschen. Laufend brechen Massen von Lachse aus ihren Käfigen aus, was das ökologische Gleichgewicht der Region stört.

Der Grossteil der lokal gefangenen Fische wird als Lachsfutter verwendet, obwohl diese für die Ernährung der Bevölkerung wichtig wären. Marine Harvest verunmöglicht die nicht-industrielle Fischerei der lokalen Bevölkerung und zwingt sie so, unter schlechten Bedingungen und miserabel bezahlt zu arbeiten.

Ursachen

Die systematischen Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen zerstören die Existenzgrundlage unzähliger Menschen in Chile. Marine Harvest verletzt das Recht der indigenen Gemeinschaften und ignoriert die ILO-Konvention über Indigene und in Stämmen lebende Völker (ILO 169).

Im Widerspruch zur Konvention hat Marine Harvest ohne die Zustimmung der indigenen Gemeinschaft der Mapuche angefangen, in Lago Ranco Lachs zu züchten. Zudem hat das Unternehmen gewisse Risiken der Lachszucht ignoriert, was zum Ausbruch einer Virenepidemie bei den Lachsen führte.

Für diese Unverantwortlichkeit mussten die 1600 Angestellten, davon über 70% Frauen, zahlen: Sie wurden entlassen. Im August 2013 wurde Marine Harvest vom Obersten Gerichtshof Chiles wegen der Verschmutzung des Llanquihue Sees für die Verletzung des Fischereigesetzes zu einer Busse verdonnert. Das Unternehmen hat daraus jedoch nichts gelernt – es lässt die verschmutzten Gebiete zurück und zieht weiter in den Süden.

Verursacher

Marine Harvest ASA („Marine Harvest“) ist der weltweit führende Produzent von Meeresfrüchten und der grösste Hersteller von Zuchtlachs. Alleine im ersten Quartal 2013 erwirtschaftete Marine Harvest einen Reingewinn von 125 Millionen US-$. Das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in Norwegen ist in 21 Ländern tätig.

In Chile züchtet, verarbeitet und räuchert das Unternehmen Lachs, der weltweit verkauft wird. Die Produktion konzentriert sich auf die Region von Puerto Montt und die Insel Chiloé. Marine Harvest ist bekannt für seine Versuche, seine Geschäftspraktiken grünzuwaschen.

Zwischen 2008 und 2011 zahlte das Unternehmen 100 000 € an den WWF und finanzierte dadurch eine Stelle in deren Aquakultur-Abteilung.

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