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Barclays: Nahrungsmittelspekulation auf die feine englische Art | Untergrund-Blättle

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Über die Machenschaften der britischen Grossbank Barclays Nahrungsmittelspekulation auf die feine englische Art

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Spekulation mit dem Wichtigsten auf Kosten der Ärmsten zugunsten der Reichsten: Die britische Grossbank Barclays ist der schnellstwachsende Nahrungsmittelspekulant der Welt. Er treibt die Nahrungsmittelpreise weltweit auf Kosten der Ärmsten in die Höhe.

27. Januar 2012

27. 01. 2012

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Allein im zweiten Halbjahr 2010 wurden weltweit 44 Millionen Menschen durch steigende Nahrungsmittelpreise in extreme Armut gedrängt – Frauen im armen Süden werden durch Lebensmittelspekulation oft am härtesten getroffen. Barclays lobbyiert momentan massiv bei der Regierungin London gegen drohende staatliche Regulierungen für die Lebensmittelspekulation.

Spekulation mit Nahrungsmitteln

Barclays spekuliert mit Nahrungsmitteln, seine Händler wetten auf Hunger in sogenannten Terminmärkten. Diese Terminmärkte sollten ursprünglich den Nahrungsmittelproduzenten und Konsumenten stabile Preise garantieren. Doch Barclays und andere Grossbanken (wie z.B Goldman Sachs oder Morgan Stanley) dominieren mit ihren immensen Investitionsvolumen die Märkte, was zu immer neuen Höchstpreisen bei Grundnahrungsmitteln führt, die vor allem arme Weltregionen in noch mehr Hunger und Armut stürzt.

Die globale Spekulation mit Nahrungsmitteln hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt, das Investitionsvolumen beträgt derzeit 126 Milliarden US-Dollar weltweit. Barclays brüstet sich damit, auch anderen Grossinvestoren wie beispielsweise Pensionskassen den Zugang zu diesen Märkten zu ermöglichen. Barclays lobbyiert massiv gegen die drohende Regulierung dieser Märkte, wie sie in den USA zum Teil schon stattgefunden hat. Innert Jahresfrist haben sich Barclays' Lobbyisten mindestens 15 Mal mit Vertretern des englischen Finanzministeriums getroffen.

Globaler Hunger

Die Nahrungsmittelspekulation treibt die Lebensmittelpreise auf immer neue Spitzen und führt so zu noch mehr Hunger und Armut. Global hungern heute eine Milliarde Menschen. Alleine im zweiten Halbjahr 2010 fielen 44 Millionen Menschen wegen steigenden Lebensmittelpreisen in extreme Armut. Am stärksten betroffen sind oft Kleinbauern darunter vor allem Frauen. Steigende Nahrungsmittelpreise waren denn auch der Grund für die Proteste in Ägypten Anfangs 2011. In Kenia stieg der Preis des Grundnahrungsmittels Mais um 27 Prozent.

Bild: Hauptsitz der Barclays Bank in London. / C Ford - Secretlondon (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

Arme Haushalte in Entwicklungsländern geben in der Regel den grössten Teil ihres Einkommens für Essen aus. Steigende Preise führt sie unweigerlich in Schulden oder zwingt sie dazu, besonders gefährliche oder minderwertige Arbeit anzunehmen. Vielen Familien fehlt plötzlich das Geld für Medikamente oder Ausbildung, weil die Ausgaben für Nahrung dermassen explodieren.

Strenge Regeln für den Handel mit Nahrungsmittel

Die Proteste gegen Nahrungsmittelspekulation nehmen weltweit stetig zu. Doch der Druck reicht offenbar noch nicht aus. Es braucht in Europa, den USA und in den G20-Staaten strenge Regeln für den Handel mit Nahrungsmittel und das Wetten auf Hunger.

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