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Mutualismus - Gegenseitige Hilfe als Konzept praktischer Solidarität - Projektraum ABB - Berlin | Untergrund-Blättle

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Mutualismus - Gegenseitige Hilfe als Konzept praktischer Solidarität

In der Biologie bezeichnet der Begriff Mutualismus oder die mutualistische Symbiose eine Wechselbeziehung zwischen Lebewesen zweier Arten, aus der im Gegensatz zur Konkurrenz oder Räuber-Beute-Beziehung beide Partner Nutzen ziehen. Theorie und Praxis des im politischen Kontexts Deutschlands weitgehend unbekannten Begriffs haben in Europa eine lange Tradition. (mehr)(weniger)Die französischen Früh-Sozialisten, allen voran Pierre Joseph-Proudhon, entwickelten Mitte des 19. Jahrhunderts eine gesellschaftliche Utopie, in der das gegenseitige Interesse jeder Beziehung im Zentrum stand. Darauf aufbauend entstanden Konzepte für die politische Praxis, deren Gegenstand die gegenseitige Solidarität bestimmter Zusammenhänge (wie bspw. Genossenschaften) war. Diese Zusammenhänge unterstützten sich je nach Kontext mit Dienstleistungen oder halfen einander materiell aus. Häufig legten diese Gruppe zweckspezifische Kassen an, aus denen dann im Unterstützungsfall geschöpft werden konnte. Im Laufe der Zeit fanden solche Konzepte immer mal wieder Anwendung. In Südamerika gibt es zum Beispiel die Tradition, dass Gemeinschaften zusammenlegen um Begräbnisse von armen Verstorbenen zu finanzieren. Auch das soziale Konzept der Black Panther Party kann im Wesentlichen als mutualistisches Konzept gedacht werden - die in hiesigen autonomen Zusammenhängen verbreitete Idee der Antiknast-Kasse wohl ebenfalls.Nichtsdestotrotz ist der Begriff Mutualismus in der deutschen Linken weitgehend unbekannt. So soll der Abend einerseits dazu dienen, seine Historie und theoretischen Grundzüge abzuklären. Im zweiten Teil der Veranstaltung wollen wir dann schwerpunktmässig schauen, wie uns - als solidarischen, basisnahen Gruppen - der Begriff und seine Idee nützlich sein kann.Durch den Abend wird uns Maurizio Coppola mit seinem Wissen und praktischen Erfahrungen begleiten. Maurizio ist in Neapel Aktivist des Sozialen Zentrums „Ex Opg Je so’ pazzo“ und von „Potere al Popolo!“.[Einen Text von Maurizio zu Mutualismus in Neapel findet ihr hier: https://bit.ly/2nMrgaM  ein Interview mit dem revolt-mag könnt ihr hier lesen: https://bit.ly/2m9NMKw ]Als BASTA! sind wir um Armut und Hartz IV organisiert und stellen diesbezüglich in Form von Beratungen, Begleitung und gemeinsamen Aktionen eine Struktur für praktische     Solidarität dar. Unserer Meinung nach bedarf es linker organisierter Mehrheiten, um Gesellschaft nachhaltig in unserem Interesse zu verändern. [Einen Hintergrundartikel, dazu wie wir unsere politische Praxis verorten findet ihr hier:     https://bit.ly/2nLYGWZ ] Wir freuen uns, wenn ihr eure eigenen – gerne praxisbezogenen - Fragestellungen zum Thema mitbringt. Anschliessend gemeinsames Abendbrot


Samstag, 2. November 2019 - 18:00

Projektraum ABB
Schererstraße 8
Berlin
Deutschland

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