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Westworld

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Die patriarchal-imperiale Ökonomie Westworld

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Politik

Die westliche Welt ist dazu aufgerufen, "ihre" Demokratie zu verteidigen. Nieder! mit dieser Demokratie! Der Aufruf ihrer Rettung dient der Machterhaltung des vorwiegend westlich weissen Mannes.

Impression von der 43. Münchner Sicherheitskonferenz 2007.
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Impression von der 43. Münchner Sicherheitskonferenz 2007. Foto: Antje Wildgrube (CC BY 3.0 cropped)

Datum 28. Oktober 2003
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Es ist der Aufruf zur Rettung seiner imperialen Dominanz und wird begleitet
von einer christlich-fundamentalistischen Rhetorik.

Der westlich
weisse Mann trifft sich in seinem Demokratie-Verständnis z.b. in Davos,
Prag, Göteborg, Genua oder Katar. Dort verhandelt Mann über die Ökonomie
der Welt.

Um nicht gestört zu worden, setzt Mann Verfassungen ausser Kraft
und ruft den Ausnahmezustand aus, ohne diesen öffentlich als solchen zu
deklarieren. Dabei führen untergeordnete Männer, der übergeordneten
Logik entsprechend Aufträge aus: Verurteilungen zu langjährigen Haftstrafen,
Folter, Mord. Zielpublikum: die Störenden in den Strassen, weiche eine
andere Demokratie verteidigen.
Der Frauenanteil
an diesen Hochfinanz-Treffen bewegt sich im Promille-Bereich, im Gegensatz zum
Dienstleistungssektor, wo Frauen als Serviererinnen, Sekretärinnen, Putzfrauen,
in der Wäscherei, der Küche oder als Sexarbeiterinnn geschätzte
75% ausmachen. Und oft aus Ländern kommend, über deren Ressourcen
am Herren-Gipfel gerade geschachert wird.
Voraussetzung
patriarchal-imperialer Ökonomie sind Territorien, die Kontrolle über die
natürlichen Ressourcen der Welt und der Menschen - vorwiegend der von Frauen,
sowie "Ethnien".

Territorien
entsprechen dem patriarchalen Prinzip des Besitzes und der Kontrolle. Die sich
darin befindlichen Menschen werden zum "Volk". Aus historischen Gründen,
oft durch kriegerische Barbarei, begangen von Männern, haben sich Gruppen
von Mensch
en zusammengeschlossen, um zu überleben. Diese werden, in der
Logik des westlich weissen Mannes, zur Ethnie - an Stelle der "Rasse".
( "Ethnien" sind die anderen, "wir sind die Ethnologen").

Für die Frau der jeweiligen "Ethnie" hat sich durch diese Begriffserneuerung
nichts verändert: Nach wie vor basiert eine sogenannte "Ethnie"
auf der Reproduktionsfähigkeit der Frau und der Voraussetzung, dass sie
und das Kind Eigentum des Mannes, des Staates, der "Ethnie" sind.
Die Voraussetzung einer "Ethnie" ist die Frau.

Welchen Stellenwert
eine "Ethnie" einnimmt, wird von Männern definiert. Bei Genozid,
Vertreibungen und Übergriffen gegen eine "Ethnie" hat die ihr zugerechnete
Frau zusätzliche Gefahren zu befürchten:

Vergewaltigungen,
eingeübt im zivilen Leben. Weil sich bei "ethnischen Konflikten"
so viele Männer jeder"Ethnie" an Vergewaltigungen beteiligen,
ist sie der traditionelle Angriff des Mannes gegen den feindlichen Mann. Es
ist die Sprache der Männer und gegen das Eigentum des feindlichen Mannes
gerichtet.
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Resist the New World Order

Die patriarchal-imperiale
Ökonomie baut sich auf auf geleisteter Gratis-Arbeit von Frauen weltweit. Sie
ist der Sockel, auf dem ein BTR errechnet wird. Alleine für die CH wird
jährlich mit einem Betrag von über 20 Milliarden Frankem gerechnet,
den Frauen durch Gratisarbeit und der nach wie vor bestehenden Lohndifferenz
trotz Gleichstellungsgesetz, erbringen.

Zusätzlich führt eine Sparpolitik
zum Abbau staatlicher Leistungen, was im Gegenzug mehr Gratisarbeit erfordert.
Gratisarbeit bedient sich der Ressourcen der Frau: ihrer Zeit, ihrer Energie,
ihrer Gesundheit und ohne gesellschaftliche Anerkennung. In patriarchaler Konsequenz
besitzen Frauen gerade einen Bruchteil des Weltvermögens.
Patriarchal-imperialistische
Territorialaneignungen erzeugen u.a. Flüchtlinge. Diese sichern dem westlich
weissen Mann eine stete Zufuhr von BilligstarbeiterInnen ohne rechtlich gesicherten
Status, eine ausreichende, abwechslungsreiche Versorgung seiner sexuellen Anmassung
und die Legitimation für militärische Aufrüstung und Verschärfungen
der "Inneren Sicherheit".

Eines der wichtigsten Fundamente patriarchaler Macht beruht auf Besitz Kontrolle
und Ausbeutung der Frau. Ihr Körper als tägliches Schlachtfeld der
Männer weltweit, u.a. sichtbar in Kriminal-Statistiken, welche eine anhaltende
Zunahme männlicher Gewalt und sexueller Übergriffe gegen Frauen und Kinder
publizieren.

Der patriarchalen
Struktur entsprechend, wird die Frau in der politischen Meinungsbildung zensuriert.
Am Beispiel Afghanistan kommunizieren Experten und Männerrunden in öffentlich-rechtlichen
Medien das gewalttätige Austragen des globalisierten MännerMachtKampfes.

Zwar finanzieren Frauen über Konzessionsgelder die mediale Verbreitung
patriarchaler Sprache und Logik mit, ihre Teilnahme dabei marginalisiert sich
in der Rolle als Moderatorin, aus dem sozialen Sektor kommend oder als Parteipolitikerin.

Die Aneignung
der Sprache durch patriarchale Ideologie findet bereits früher statt: in
den Schulen. Trotz Chancengleichheit werden Erkenntnisse aus Gender-Forschungen
weder miteinbezogen noch diskutiert und gefördert. Wieder sind es ausschliesslich
Männer, welche in Think-Tank's über die Zukunft der Schulen forschen
und für ihre banalen Ergebnisse von Direktoren der Behörde Beifall
erhalten.

WELCHE 'DEMOKRATIE"
ALSO SOLLEN WIR RETTEN ??
(ODER WESSEN?)

Eine "Demokratie",
welche für die grosse Mehrheit der Menschheit ein Schaden und eine Schande
ist, hat keine Legitimität.

Eine "Demokratie",
deren Interessen und Konsequenzen identisch sind mit Macht, hat keine Legitimität.

Macht bedingt
Gewalt.

Der Kapitalismus
ist nicht der Fehler, sondern das mathematische Werkzeug des patriarchalen Prinzip's
zur Durchsetzung seiner Ideologie.