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Reinhard Opitz´ These der Bewusstseinsfalsifikation | Untergrund-Blättle

Politik

Vom Sozialliberalismus zur genetischen Faschismustheorie Reinhard Opitz´ These der Bewusstseinsfalsifikation

Politik

„Nur in der Demokratie kann sich die Massenkraft der organisierten Arbeiterschaft wirtschaftlich und politisch frei entfalten und dadurch den Kapitalismus […] überwinden. Die Arbeiterklasse hat daher ein Lebensinteresse […] am planmässigen Ausbau des deutschen Staates zu einer sozialen, demokratischen Republik.“ (Carlo Mierendorff 1922)[1]

Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
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Bild: Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway (PD)

28. Juni 2019

28. Jun. 2019

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Im Anschluss an ein erstes Kurzporträt[2], einen biographischen Essay[3], dessen erweiterte Netzfassung[4], einen zugespitzten theoriegeschichtlichen Hinweis auf „Verblendungs-, Verkehrungs- und Umwertungsmechanismen zur strategischen Verstärkung der durch den Warenfetisch jeder kapitalistischen Gesellschaft immer schon gegebenen spontanen Mystifikation als ´gesellschaftliche Gefolgschaft´[5] und eine Kurzpolemik gegen epigonale Oberflächlichkeit[6] begründet der Autor als historisch arbeitender Politik- und Sozialwissenschaftler noch einmal (s)eine subjektwissenschaftliche Sicht[7] auf Reinhard Opitz (1934-1986: „Reini“) als selbständig arbeitenden (West-) Marxisten und qualifizierten sozialwissenschaftlichen Publizisten.

Besonders interessiert dabei Opitz´ 1973/74 entwickelte These vom Prozess des nicht- und/oder antimonopolistischen Bewusstseins durch (pro)imperialistische Kräfte als Bewusstseinsfalsifikation. Quellengrundlage(n) für diese auch theoriegeschichtliche Rekonstruktion sind relevante Opitz Veröffentlichungen[8] und einige unveröffentlichte Archivalien und Materialien von und über Opitz aus dem eigenen Archiv („Parabellum“)[9]. Weitergehende und zusätzliche Recherchen sowohl in Zeitschriften- und Zeitungsbeständen[10] als auch in Archiven[11] waren (allein aus Kostengründen) für diesen Beitrag nicht möglich.

Reinhard Opitz (um 1969). Quelle: PARABELLUM

In der deutsch(sprachig)en Wikipedia wird Opitz so vorgestellt[12]:

„Reinhard Opitz (*2. Juli 1934 in Beuthen; †3. 1986 in Köln) war ein deutscher Journalist, Privatgelehrter und Sozialwissenschaftler […] Reinhard Opitz besuchte in Halle und Leipzig ein humanistisches Gymnasium. 1951 verliess er mit seiner Familie die DDR. Er studierte zunächst Germanistik und Philosophie an der Freien Universität (FU) in Westberlin und wechselte 1955 nach Tübingen. Dort trat er dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) bei. Opitz gründete 1956 eine Studentische Aktion gegen die Wiederbewaffnung und erhielt aufgrund eines Flugblattes dieser Vereinigung eine universitäre Diszplinarstrafe.

Er wechselte 1956 zurück an die Freie Universität in Berlin. Dort engagierte er sich in der Redaktion des Studenten-Kurier aus dem 1957 die Zeitschrift Konkret entstand. Opitz wurde deren Westberliner Redakteur. 1959 wurde er zusammen mit einer Konkret-Gruppe aus dem SDS ausgeschlossen. Ab 1960 engagierte sich Opitz in der Deutschen Friedens-Union (DFU) und war in Köln von 1960 bis 1965 ihr Pressereferent. Ab 1965 arbeitete er zunächst als freier, ab 1974 als fest angestellter Lektor im Pahl-Rugenstein Verlag. Opitz war Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik.

Reinhard Opitz war ein deutscher Linksintellektueller, der von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre vielbeachtet im damaligen links-publizistischen Milieu, zahlreiche zeitkritische Beiträge veröffentlichte, vor allem zur Rolle des Faschismus in Deutschland und zum Gesellschaftskonzept der „Formierten Gesellschaft“. Opitz wurde 1973 als „Externer“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften (FB 03) der Universität Marburg (Gutachter Hans Heinz Holz) mit einer politikhistorischen Studie über den deutschen Sozialliberalismus während der Weimarer Republik zum Dr. phil. promoviert. Später publizierte er grundlegende politikgeschichtliche Arbeiten, wie zum Beispiel die Edition „Europastrategien des deutschen Kapitals“ (1977) und „Faschismus und Neofaschismus“ (1984). Von 1984 bis zu seinem Tod wirkte er als Dozent in den Fachbereichen Politik, Geschichte und Gesellschaftslehre an der „Kölner Schule Institut für Publizistik e. V.“ (heute „Kölner Journalistenschule“).

Über zahlreiche zeitgebunden-ideologiekritische Arbeiten hinaus war Opitz auch als öffentlicher Redner und Referent zwanzig Jahre lang aktiv.“
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway
Parteitag der Faschistischen Partei Norwegens (NS) in Oslo, September 1942Riksarkivet (National Archives of Norway) from Oslo, Norway

Quelle: PARABELLUM



Bemerkenswert an diesem ausführlichen Brief, der hier mit Einverständnis der Adressatin (erst)veröffentlicht wird, ist so manches: die dreifache Offenheit von Opitz in der behutsamen Kritik des theoretischen Hintergrunds ihrer Fallstudie[13], der selbstbewussten Darstellung seines eigenen theoretisch fundierten Ansatzes und der problematisierenden Kennzeichnung offener gemeinsam interessierender Forschungsfragen.

Die im April 1974 im ersten Monat ihr Referendariat ableistende Autorin schrieb erst am 14. Juni 1973 zurück. Sie bedankte sich für „Ihren kritischen Brief zu meiner Arbeit“, nicht ohne anzumerken, dass ihr „verschiedene Implikationen“ Opitz´ „unklar geblieben“ wären: „Ich verbleibe also gern in der Diskussion mit Ihnen und wünsche Ihnen für Ihre weitere wissenschaftliche und politische Arbeit viel Erfolg und Schaffenskraft.“[14]

Der Briefwechsel mag aber auch in formaler Hinsicht für „die Nachgeborenen“ (Bertolt Brecht) veranschaulichen, dass und wie linkspolitische Intellektuelle vor vierzig Jahren gehaltvoll-behutsam und doch kritisch-solidarisch miteinander umgehen konnten.

Opitz schrieb dann wieder aus Köln am 28. Juni 1973 und liess wissen, dass seine „Dissertation bei prv unter dem Titel ´Der deutsche Sozialliberalismus 1917-1933´ erscheinen“ und „der Text vor Oktober/November nicht greifbar sein wird. Ich werde Ihnen unmittelbar nach Erscheinen ein Exemplar zusenden.“ Dies erfolgte dann auch (eher Anfang 1974 als Ende 1973)[15]:

Bleibt chronistisch hier nur kurz nachzutragen: Opitz´ Sozialliberalismus-Buch wurde in einer ausführlichen Fachrezension (7 p. mit 19 Anmerkungen) von Wilma Ruth Albrecht für die damals in Berlin [West] erscheinende linksakademische Zeitschrift Das Argument besprochen (und dort nicht veröffentlicht[16]). Ich selbst stellte dieses Opitz-Buch in einer politikgeschichtlichen Besprechung (5 p.) für die Kölner „Blätter“ vor. Auch diese wurde nicht dort veröffentlicht. Sondern erschien Mitte 1974 andernorts unterm Titel „Sozialliberalismus als Herrschaftsform“.[17]

Opitz´ Sozialliberalismus-Buch steht im Zusammenhang mit seinem dreiteiligen Aufsatz zur „Zukunft des liberalen Motivs“ in den Kölner „Blättern“ (1972).[18] Im Buch geht es um Ideologie, Programmatik, Organisation und politische Praxis der während der Weimarer Republik führenden sozialliberalen Ideologen und Politiker Paul Rohrbach, Ernst Jäckh, Theodor Heuss und Ernst Koch-Weser. Dies waren Vertreter der Deutschen Demokratischen Partei, die mit SPD, Zentrum und Deutscher Volkspartei in der zeitweiligen Stabilisierungsphase (1924/28) die „Weimarer Koalition“ bildete.

Im politökonomischen Interessensspektrum folgt Opitz der von Jürgen Kuczynski entwickelten und von Kurt Gossweiler sowie Dietrich Eichholtz und Eberhard Czichon modifizierten bündnisrelevanten marxistischen Monopolgruppentheorie und ordnet Sozialliberalismus dem neu-industriellen Monopolkapital deutscher Chemie- und Elektrogrossunternehmungen zu. Diese sind sowohl interessensstrukturell als auch analytisch-strategisch zu unterscheiden von der geschichtlich älteren Monopolkapitalgruppe von Kohle-, Stahl- und Schwerindustrie.

Begrifflich bestimmt wird Sozialliberalismus entsprechend besonderer stofflicher, technischer und finanzieller Produktions-, Verwertungs- und Akkumulationsbedingungen historisch konkret: ab 1917/18 ist Sozialliberalismus „diejenige ideologische Konzeption, deren gesellschaftlicher Inhalt die Interessen des neuindustriellen Monopolkapitals sind und mit deren Hilfe dessen Herrschaftsanspruch gerechtfertigt wird […] und diejenige praktisch-politische Konzeption, die auf Realisierung dieser Interessen und dieses Herrschaftsanspruchs abzielt.“[19]

Über Historisch-Konkretes und die Frage, warum und wie es denn nach der NSDAP-Wahlniederlage zur Reichstagswahl am 6. November 1932 gleichwohl zur Reichskanzlerschaft Hitlers am 30. Januar 1933 kam, hinaus nähert sich Opitz auch dem allgemeinen gesellschaftlichen Integrationsproblem des entwickeltem (staats-) monopolistischen Kapitalismus, die im Sozialliberalismus als gesellschaftspolitischer Verallgemeinerungsform aufscheint. Im vormonopolistischen Kapitalismus plädierte Lorenz v. Stein (1815-1890) für „soziales Königtum“ als Herrschaftspraxis.[20] Max Weber (1864-1920) akzentuierte mit Blick auf eine entwickelte Arbeiterbewegung im bürgerlichen Deutschland im Zusammenhang mit der Option ´plebiszitäre Führerdemokratie´ „sein soziales Projekt einer Einbindung der Arbeiterklasse über ihre ´voluntaristischen´ Organisationen“[21]; genauer: der sozialreformistischen Verbände, Organisationen und politischen Parteien der Arbeiterschaft, die unter den Bedingungen des „ersten grossen Weltfest des Todes“ (Thomas Mann) im militarisierten Kriegsdeutschland[22] 1916/18 als „vaterländischer Hilfsdienst“ agierten.

Neben der politikhistorischen Rekonstruktion des „sozialliberalen“ Herrschaftssystems in der Stabilitätsphase der Weimarer Republik war ein Ausgangspunkt – und zugleich Klammer zwischen seiner Kritik der ´formierten Gesellschaft´ (1965) und seiner Bewusstseinsfalsifikationsthese (1974) – Opitz´ Beitrag über „Grundfragen oppositioneller Alternative und Strategie“ (1969)[23]:

„Innerhalb der hochentwickelten kapitalistischen Staaten [...] vollzieht sich heute überall die Anpassung der parlamentarisch-formaldemokratischen Verfassungen und der von diesen geschützten Freiräume für unregelmentierte gesellschaftliche Entwicklungen an die Erfordernisse des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Das auf der Verschmelzung von Monopolmacht und Staatsmacht beruhende System, das zu Formen der Planung und Wirtschaftsregulierung übergehen muss und sowohl einem verschärften innerkapitalistischen Wettbewerb wie verschärfter Konkurrenz durch die sozialistischen Länder ausgesetzt ist, kann den relativen gesellschaftlichen Pluralismus [...] nicht mehr vertragen.

Daher gleichen sich heute überall die auf dem Boden der kapitalistischen Wirtschaftsordnung stehenden Parteien einander an, verlieren die Parlamente an Einfluss, wird mit allen Mitteln die Integration der Gewerkschaften betrieben [...] Die Opposition braucht, um wesentliche Veränderungen durchsetzen zu können, mindestens mehr als die Mehrheit der Bevölkerung, da die Monopole über den staatlichen Machtapparat verfügen [...] Dies macht eine oppositionelle Strategie erforderlich, die gleichermassen in alle gesellschaftlichen Gruppen hineinzielt und überall die Punkte aufspürt und zum Anlass politischer Aktivität nimmt, in denen die Interessendifferenz zu den Monopolen und ihrer Politik aufbrechen und anhand derer am eindringlichsten bewusst gemacht werden kann, dass das eigene Interesse, logisch zu Ende gedacht, ein dem staatsmonopolistischen System zuwiderlaufendes ist und deshalb nur in einer demokratisierten Gesellschaft eine Chance hat.“

In Opitz´ grand essai (1974) Über die Entstehung und Verhinderung[24] steht das spezielle „monopolkapitalistische Integrationsproblem“ im Mittelpunkt des theoretischen Interesses. Bevor der Autor, der methodisch von der allgemeinen, „sowohl im faschistischen wie im formaldemokratischen Staat gegebenen relativen Nichtidentität von Monopolkapital und monopolkapitalistischer Herrschaft resp. Monopolkapitalistischem Staat“ ausgeht und hervorhebt, dass „auch und gerade im formaldemokratisch organisierten monopolkapitalistischen Parlaments- und Parteienstaat das Monopolkapital nicht ´direkt´ politisch herrscht“ (578), zu seinem politischen Anspruch und argumentativen Kernpunkt, nämlich zur „Einbeziehung aller nichtmonopolistischen Bevölkerungsschichten in den Kampf gegen Monopolkapital und Faschismus (575) kommt und dazu im letzten, dritten, Teil seines Beitrags seine „genetische Faschismus“-Theorie in drei Kernthesen („Der Faschismus ist...“) entwickelt (582-603) – setzt sich Opitz auf vierzig „Argument“-Druckseiten so ausführlich wie polemisch (und auch, indem er die legitime kulturwissenschaftliche Methode des ´Gedankenexperiments´ im Max Weber´schen Sinn[25] anwendet) mit geschichtlichen wie aktuellen Faschismusdeutungen auseinander: der Kritikbogen umfasst Kommentare sowohl zu in den zwanziger Jahren von russischen Menschewiki und österreichischen Sozialisten austromarxistischer Orientierung entwickelte historische Totalitarismusthesen[26] als auch zu auf Anfang der 1930er Jahre in Deutschland publizierten empirischen Hinweisen auf den mittelständischen Charakter der nationalsozialistischen Bewegung vor Machtübergabe, Machtübernahme und Machtausübung der NSDAP 1933 einerseits und auf (sozial)psychologische Deutungen „faschistischer Massenmentalität“ als „Überblick über die wichtigsten bisherigen Ansätze einer genetischen Faschismuserklärung“ andererseits (555-582): (1) irrationalistische Ansätze, (2) geistesgeschichtliche Entstehungserklärungen, (3) sozialpsychologische Ansätze, (4) bürokratie- oder organisationstheoretische Erklärungsansätze, (5) krisen- und konflikttheoretische Ansätze und schliesslich (6) „historisch-konkrete Bedingungen“ von Faschismusentstehung/en einbeziehenden krisen- und konflikttheoretischen Erklärungsansätzen wie insbesondere (a) den agrartheoretischen Ansatz („Faschismus als antiindustrielle Rebellion der agraischen und in agrargesellschaftlichen Wertvorstellungen gefangen gebliebenen Bevölkerungsschichten“), (b) die ´Mittelstandstheorie´ („Faschismus als politische Rebellionsbewegung entwurzelter, vom Schicksal der Proletarisierung bedrohter und [...] sowohl antimonopolitisch wie antiproletarisch eingestellter Mittelschichten“) und (c) den marxistischen Ansatz mit ihrer Begründung des monopolkapitalistischen Charakter des Faschismus und der Klassifizierung des faschistischen Systems als „terroristische Form der politischen Herrschaft des Monopolkapitals“ (563, 565, 568).

Reinhard Opitz Papers
Period 1954-1986 (-2000)
Total size 19.22 m.
Consultation Not restricted

Biography

Born in Beuthen, Upper Silesia, Germany 1934, died in Cologne 1986; German Marxist and political scientist; active in left-wing circles of universities and publishers around the periodicals Konkret (Hamburg), Blätter für deutsche und internationale Politik (Cologne), Das Argument (Berlin), DVZ/die tat and Marxistische Blätter (Frankfurt am Main); left the GDR with his family 1951; studied in Berlin and Tübingen; active in the peace movement and the movement against rearmament and reintroduction of the general conscription; member of the Sozialistischer Deutscher Studentenverband (SDS) 1956; banned (as a member of the ‘Konkret’-group) from the SDS 1959; working for the periodical Konkret (until 1957 named Studenten-Kurier ) 1956-1960; editor of the Berlin edition of Konkret 1957; press officer of the 1960 founded Deutsche Friedensunion (DFU) 1960-1965, then also staffer in other organizations 1979-1982; editor at Pahl- Rugenstein publishing house 1965-1979; co-editor of Blätter für deutsche und internationale Politik since 1972; Ph. D. degree at the University of Marburg with ‘Ideologie und Praxis des deutschen Sozialliberalismus 1917-1933', a study on left-wing liberalism during the Republic of Weimar 1973; lectured at various universities and other institutions but never got a permanent academic post; published Der grosse Plan der CDU: die ‘Formierte Gesellschaft’ (1965), Europastrategien des deutschen Kapitals 1900-1945 (1977) and Faschismus und Neofaschismus (1984); died of cancer 1986; after his death Rainer Rilling and Ilina Fach published in collaboration with the library of the Philipps University of Marburg Reinhard Opitz, Liberalismus-Faschismus-Integration in 1999, an edition in three volumes in which 6,000 pages from his written legacy are included.

Content

Correspondence 1965-1986 in particular with a.o. Kurt Gossweiler 1971-1985; manuscripts and typescripts of articles and lectures 1954-1986, in particular on strategies of monopoly-capitalist integration, liberalism, expansion strategies of German capital since 1900 (including the unpublished typescript and documentation of his edition on ‘Kolonialstrategien des deutschen Kapitals 1900-1945'), German fascism and neo-fascism, including the Ernst Röhm affair and new political guises right of centre as well on anti-militarist and anti-fascist resistance; files on the DFU 1960-1986; the Pahl-Rugenstein publishing house 1965-1979, and his jobs at the universities and colleges of Cologne, Marburg, Münster, Osnabrück and Paderborn 1976-1986; files on the edition of Opitz's written legacy 1987-2000.

Processing information

Inventory made by Thomas Lühr and edited by Bouwe Hijma in 2008

[Quelle http://www.iisg.nl/archives/nl/files/o/ARCH02887.php [250513].]

Vor allem mit Blick auf politische Herrschaftspraxis diskutiert Opitz die zwischen Mittelstands- und Monopolkapitalismusthese/n vermittelnde Bonapartismus- und/oder Bündnisthese/n wie die „Kombination zwischen Mittelstandstheorie und marxistischer Theorie“ (573). Schliesslich interessiert den Autor die allgemeine Frage, ob überhaupt eine Massenbewegung notwendiges („konstitutives“) Merkmal für die Entstehung von Faschismus als besonderer politischer Herrschaftsform ist. Opitz kritisiert (breit) „Mittelstandstheoretiker“, die „das monopolkapitalistische System nicht zu denken vermochten“ (572) wie (knapp) „die marxistische Theorie“, die sich selbst „durch ihre Bindung an die Sozialfaschismustheorie den Weg zu jeder gründlicheren Beschäftigung mit den politischen Systemmechanismen der monopolkapitalistische Herrschaft“ verstellt hatte und von daher zur „Fehleinschätzung des gesamten Spektrums und damit auch des ganzen politischen Funktionsmechanismus dieser Gesellschaft“ kam (582).[27] In der (polemischen) Auseinandersetzung verdeutlicht Opitz auch unter Verweis auf damalige faschistische Herrschaftssysteme in Portugal, Spanien, Griechenland und (seit September 1973) in Chile, dass faschistische Herrschaft und Gesellschaftssysteme ohne Abstützung/en durch faschistische Massenbewegung/en und/oder Partei/en nicht nur denkbar, sondern empirisch möglich sind. Für Opitz ist sind Massenbewegung und/oder Massenpartei keine „konstitutiven“ Merkmale faschistischer Herrschaft (579/580).

Wie die damalige ´Marburger Schule´ der Politikwissenschaft geht auch Opitz davon aus, dass „die faschistische Herrschaftsform [...] eine der kapitalistischen Gesellschaft inhärente Möglichkeit und Gefahr ist“[28] und versucht, die besondere faschistische Form bürgerlicher Herrschaft historisch-genetisch „aus der spezifische monopolkapitalistischen Massenbasisproblematik und den Mechanismen der monopolkapitalistischen Integration“ (599) zu erklären.

Dabei unterlässt Opitz jede historische und/oder empirische Interessenstrukturanalyse (INSTRA)[29], setzt vielmehr im entwickelten kapitalistischen, i.e. im privat-erwerbswirtschaftlichen, Gesellschaftssystem des 20. Jahrhunderts eine dominante imperialistisch-monopolistische Grundstruktur voraus und geht, unter den Bedingungen demokratisch verfasster Verfassungsstaaten mit allgemeinem, gleichen und geheimen Wahlrecht, vom „monopolkapitalistischen Integrationsproblem“ und seiner spezifisch faschistischen Lösung aus. Opitz sieht zwei entscheidende, sich gegenüberstehende Interessensgruppen: Zum einen die Wirtschaft, Staat und Gesellschaft bestimmende monopolistische Minderheit, zum anderen die ihr unterworfene nichtmonopolistische Mehrheit.

Im dritten, letzten und wichtigsten Teil seines Aufsatzes will Opitz „in einer einzigen kohärenten Theorie“ sowohl „die Erscheinung des Faschismus als Bewegung“ als auch „als Herrschaftssystem in ihren jeweiligen Entstehungsursachen und der Art ihres Zusammenhängens miteinander“ in seiner genetischen Faschismustheorie erklären. Als Leitfrage interessiert, „wie es zum Faschismus komme“, nämlich „einmal die Frage, wie sich überhaupt faschistische Potentiale und Mentalitäten in der Gesellschaft bilden [...]. Zum anderen ist zu fragen, wie es zur Errichtung der faschistischen Diktatur, zum Übergang von der parlamentarischen Demokratie ins faschistische Herrschaftssystem kommt (582f.).

Nachdem Opitz politische Herrschaft, auch unter Bedingungen ´formaler Demokratie´, von jeder Gewaltherrschaft unterschieden, generelle Tendenzen zur „Umformung der parlamentarischen Verfassung“ monopolitischer Interessenten angesprochen und „eine ganze Skala abgestufter Methoden zur Sicherung und Beherrschung des Staats durch das Monopolkapital“ angedeutet hat, verallgemeinert er als „objektive Ursache“ für alle Entdemokratisierungsprozesse „den Umstand, dass mit fortschreitender ökonomischer Entwicklung die monopolkapitalistische Profitrealisierung in zunehmendem Umfange überhaupt nur noch vermittels des Staates möglich und damit eine immer direktere, immer institutionalisiertere - spezifisch staatsmonopolistische - Kooperation von Staatsapparat und Monopolwirtschaft zur Funktionsbedingung der monopolkapitalistischen Wirtschaft geworden ist, die die Stärkung der Exekutive und die Entfunktionalisierung des Parlaments in seiner klassischen Aufgabenstellung systemnotwendig macht“ (586f.)

Aus dieser allgemeinen Tendenz freilich ergibt sich nicht notwendig eine „akut faschismusträchtige Situation“ (588), sondern vielmehr die „permanente Falsifikation des Interessensbewusstsein der nichtmonopolistischen Schichten“ und „des nichtmonopolistischen politischen Bewusstsein“ als „Bestandsbedingung der formaldemokratischen Form monopolkapitalistischer Herrschaft“ mit der Mystifikation „historisch besonderer gesellschaftlicher Verhältnisse“ als Naturverhältnisse und der „hergestellten Personenbeziehungen“ als Sachzwänge (589).

Innerhalb der nichtmonopolitischen Mehrheit sieht Opitz einmal demokratisches und sozialistisches „Oppositionspotential“, das sich teilweise oder ganz seiner „objektiven Interessen“ bewusst ist. Zum anderen aber „kann die Verletzung der objektiven Interessen der nichtmonopolistischen Schichten dazu führen, dass sich in Zeiten, in denen diese besondere Schärfe annimmt, noch ein weiteres, ganz eigentümliches politisches Potential bildet.

Ein Potential nämlich, dessen Merkmal darin besteht, dass ihm zwar die Verletzung seiner objektiven Interessen in der Verschlechterung seiner Lebenslage und der Enttäuschung seiner Lebenshoffnungen praktisch mitteilt und es darüber zunehmend in Erbitterung über die gegebene Wirklichkeit und die sie verantwortenden Parteien gerät, es aber doch ganz in der ihm permanent suggerierten monopolkapitalistischen Ideologie befangen bleibt und daher nicht zur Erkenntnis seiner objektiven politischen Interessen noch gar der Ursachen ihrer Verletzung zu gelangen vermag, sondern die Ursachen seiner ihm unerträglich gewordenen Lage nur entsprechend den Schablonen der imperialistischen Ideologie, die ihm schon immer einen Schuldigen an allen nur erdenklicherweise geltend zu machenden Missständen zeigte, ihm nämlich das monopolkapitalistische Feindbild suggerierte [...]

Es entsteht ein politisches Potential, das seinen Unmut über die bestehende monopolkapitalistische Wirklichkeit nur artikulieren kann in der Forderung nach schärferem, rücksichtloserem Vorgehen gegen die innen- und aussenpolitischen Gegner des Monopolkapitals. Die aber sind, im Innern, das Potential der demokratischen Richtung, und ausserhalb der Landesgrenzen die jeweils am meisten den momentanen Expansionsinteressen des Monopolkapitals im Wege stehende auswärtige Macht oder das für eine Okkupation nächstvorgesehene Land.“ (592f.)

Dieses „Potential von faschistischer Mentalität in den nichtmonopolistischen Schichten“ artikuliert politisch nicht seine eigenen Interessen, sondern entsprechend den „Falsifikationsmechanismen der monopolkapitalistischen Bewusstseinsintegration“, auch im „Gewaltverlangen nach innen und aussen“, keine „genuin mittelständische, sondern adaptierte imperialistische Ideologie“ (592). Und weil „Unselbständigkeit und Orientierungslosigkeit das primäre, ihrer Klassenlage entsprechende politische Merkmal der Mittelschichten ist“ - sind diese Sozialschichten auch sowohl zu einer „realistischen politischen Konzeptionsbildung [als] auch konstitutionell unfähig [...], jemals im monopolkapitalistischen Staat die Macht zu ´ergreifen´“, mehr noch: Sie sind „nicht einmal fähig, sich von selbst zu einer für die Machtausübung oder die Beteiligung an ihr auch nur entfernt in Frage kommenden Kraft zu entwickeln [...] Diese Fähigkeit zu einer realistischen Machtprogrammatik geht dem nichtmonopolistischen Faschismus [...] auf Grund seiner gesamten eigenen Konstitutionsbedingungen ab. Sie kann daher immer nur von aussen in ihn hereingetragen werden.“ (593f.)

Diese Aufgabe übernehmen in einer bestimmten historischen Lage monopolkapitalistische Interessen, Fraktionen und Akteure, typischerweise auch im in sich hochdifferenzierten monopolistischen Interessenslager zunächst aktive Minderheiten. Zugleich ist mit dem ´monopolkapitalistischen Integrationsproblem´ „viel instinktive Ahnung“ über den „potentiellen Reservecharakter“ der faschistischen Partei „für den Fall des Verlustes ihrer eigenen Massenbasis bei allen monopolistischen Gruppen und monopolkapitalistischen Parteien schon immer vorhanden.“ (596).

Und auf dieses „Reservepotential“ wird immer dann zurückgegriffen in einer „Situation“, in der „keine Fraktion des Monopolkapitals für die Durchsetzung seiner politischen Hauptinteressen eine hinreichend zuverlässige Massenbasis mehr zu haben meint, dann tritt das Interesse an der Zerschlagung des gesamten bisherigen politischen Organisationsspektrums der Gesellschaft und an der Errichtung eines alle Kräfte unter seiner unmittelbaren Gewalt konzentrierenden terroristischen Diktaturstaats als das genuine objektive Interesse des gesamten Monopolkapitals hervor, und bei der Berufung der faschistischen Partei an die Macht, die nun erfolgt, kann es sich darauf verlassen, dass sie so gut wie seine früheren Parteien nur im Rahmen seines Gesamtinteresses, angesichts aller fortdauernden Monopolgruppenrivalitäten nur als dessen Prokurist handeln wird, weil ihr für eine andere Praxis kein Inhalt zur Verfügung steht.“ (597)

Die Option der „Machteinsetzung der faschistischen Partei“ ist jedoch nicht gesetzmässig vorgegeben. Sondern entspricht monopolkapitalistischem „kompromissunwilligen Machtmaximalismus“ und nicht der immer auch gegebenen Möglichkeit von „Zugeständnissen an einige demokratische Einzelforderungen der möglichen Massenbasis zur Aufrechterhaltung der formalen Demokratie.“ (598)

Ist hingegen die konkrete historisch-politische Konstellation so ausgeprägt, dass einerseits die politische Desintegration weit fortgeschritten ist, andererseits „den monopolkapitalistischen Parteien mit ihrer zu schmal gewordenen Massenbasis nur ein starkes demokratisches Potential, aber kein nennenswertes faschistisches gegenübersteht“, dann gibt es immer auch die Option einer „faschistischen Militärjunta“ und einen „mittels des Militärapparats errichteten Faschismus“ (599) diktatorisch-staatsterroristischer Ausprägung. Diese Konstellation verallgemeinert Opitz faschismustheoretisch: „Der Faschismus ist nicht an die Bedingung einer Massenbewegung gebunden [...] Der Faschismus kann auch ohne faschistische Massenpartei allein mittels des Militärs errichtet werden.“ (588f.)

Nachdem der Autor seinen Ansatz zur Erklärung der Entstehung von Faschismus noch einmal in sieben Punkten zusammenstellte (nämlich 1] Massenbewegungscharakter; 2] imperialistische Bewusstseinsfalsifikation; 3] historisch-politische Lagedefinition; 4] monopolkapitalistische Interessensdominanz gegenüber faschistischer Partei u n d im faschistischen Herrschaftssystem; 5] beide Grundformen des Faschismus; und schliesslich 6] eine dreistufige allgemeine Faschismusdefinition) betont Opitz noch einmal, dass „faschistische Herrschaft zum Terrorismus zugespitzte Herrschaft des Monopolkapitals auch über die Mittelschichten ist“, dass es vor allem „die Mittelschichten auf Grund ihrer sozialen Stellung von allen Klassen und oder Sozialgruppen der kapitalistischen Gesellschaft tatsächlich am schwersten haben, ihre objektiven Interessen zu erkennen“ (602) und dass gerade Angehörige dieser Sozialschichten aller „Okkupation durch die imperialistische Ideologie“ (603) besonders ausgesetzt sind.

Faschistische Gesellschaftssysteme sind wohl funktionsideologisch bestimmt, jedoch im Gegensatz zur grundirrigen Meinung Hans Mommsens inhaltlich n i c h t beliebig und austauschbar. Faschistische Gesellschaftssysteme sind – so Opitz – ihrem materiellen Interessensgehalt nach monopolkapitalistisch und ihrer politischen Herrschaftsform nach staatsterroristisch bestimmt. Entsprechend definiert Opitz jede faschistische Diktatur als „diejenige terroristische Form der politischen Herrschaft des Monopolkapitals, die alle politischen Organisationen, in denen sich objektive Interessen nichtmonopolistischer Schichten artikulieren - also vor allem und in erster Linie die genuinen Organisationen der Arbeiterklasse - der Illegalisierung und Verfolgung aussetzt.“ (601)

Als der langjährige „Argument“-Herausgeber Opitz´ Aufsatz 1974 veröffentlichte, betonte er: „Der folgende Beitrag von Reinhard Opitz scheint uns geeignet, die Diskussion auf ein höheres Niveau zu heben, [...] weil er die Begriffsbildung konsequent dem Anspruch unterwirft, Aussagen über den Faschismus zu ermöglichen, aus denen sich antifaschistische Strategien ableiten lassen. Der Zusammenhang von methodischer Erkenntnisgewinnung und praktischem Bezug [...] tritt in der Faschismus-Theorie besonders schlagend hervor: Wenn es das Kriterium für die Realitätstauglichkeit einer Faschismus-Theorie sein soll, die neuerliche Etablierung des Faschismus zu verhindern, dann folgt daraus, dass sie sich auf der Objektebene konzentrieren muss.“[31]

Bleibt auch hier nur noch zusammenfassend unter Verweis auf Reinhard Opitz´ 2013 erstveröffentlichten, im letzten Lebensjahr gehalten Vortrag an seine Grundthese zur faschistischen Herrschaft zu erinnern[32]: Faschismus an der Macht bedeutet entsprechend seines herrschaftlichen Doppelcharakters stets nach aussen Expansion und nach innen Repression. Und dass das wichtigste antifaschistische Anliegen ist, Faschismus nicht an die Macht kommen zu lassen.

Wir veröffentlichen diesen Beitrag auf Anregung des Autors zum 85. Geburtstag des Faschismustheoretikers Reinhard Opitz am 2. Juli 1934. Der Text erschien zuerst gedruckt in Hintergrund. Zeitschrift für kritische Theorie und Politik, 25 (2013) II: 13-31 und im Feber 2014 als pdf-Dokument im Netz https://soziologisch.files.wordpress.com/2014/02/richard-albrecht-reinhard-opitz-sozialliberalismus-faschismus-2013.pdf [Der Text selbst ist unverändert. Allein die bei autorischer Durchsicht am 20. Mai 2019 nicht mehr funktionierenden Links wurden in Klammern gesetzt]. - Inzwischen ist auch Reinhard Opitz´ methodisch richtungsweisender grand essai zum Faschismus (1974) mit seiner Herausarbeitung der besonderen Integrationsproblematik in der imperialistischen Periode und ihrer widersprüchlichen Einheit von (monopol)kapitalistischem Inhalt und (formal)demokratischer Form kostenfrei als pdf-Dokument im Netz zugänglich https://de.scribd.com/document/145913445/Das-Argument-87

Richard Albrecht

Fussnoten:

[1] Arisches Kaiserreich oder Judenrepublik von Carlo Mierendorff. Neu hrgg. und mit Anmerkungen und Hinweisen zum traditionellen Quellsumpf des deutschen Antisemitismus zu Beginn der 1920er Jahre versehen von Richard Albrecht; in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 40 (2004) 3: 321-337, zit. 337.

[2] Richard Albrecht, Formierte Gesellschaft; in: junge Welt [Berlin], 275/2004, 26.11.2004: 10-11.

[3] Richard Albrecht, Reinhard Opitz´ These der Bewusstseinsfalsifikation - 30 Jahre später; in: Topos, 24/2005: 124-146; Nachdruck: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, 48 (2006) 4: 125-143.

[4] [http://www.duckhome.de/tb/archives/9164-BEWUSSTSEINSFALSIFIKATION.html]

[5] Richard Albrecht, Sozialwissenschaft ist nicht so schön wie Kunst. Macht aber genauso viel Arbeit; in: ders., SUCH LINGE. Vom Kommunistenprozess zu Köln zu google.de. Sozialwissenschaftliche Recherchen zum langen, kurzen und neuen Jahrhundert. Aachen: Shaker 2008 [= Sozialwissenschaft]: 5-18, hier 12 [vgl. http://duckhome.de/tb/archives/9144-SUCH-LINGE.html]

[6] Richard Albrecht, Überzähligkeitsangst: http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/030112.html [http://duckhome.de/tb/archives/9727UEBERZAEHLIGKEITSANGST.html]

[7] Richard Albrecht, Subjektmarxismus; in: soziologie heute, 3 (2011) 15: 20-23; gekürzte Netzfassung: http://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Subjektmarxismus.pdf

[8] Vgl. Anmerkung 3; ergänzend sei verwiesen auf die kürzlich erfolgte posthume Vortragspublikation (1985): Reinhard Opitz, Neofaschismus und Krise. Aspekte und Probleme ihres Zusammenhangs; in: Marxistische Blätter, 51 (2013) 1: 52-60.

[9] [http://wissenschaftsakademie.net : 18.]

[10] Etwa „Studentenkurier“ [Hamburg] und „konkret“ [Hamburg], „Blätter für deutsche und internationale Politik“ [Köln] und „Deutsche Volkszeitung“ [Düsseldorf].

[11] Vor allem im „Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis“ (IISG) [Amsterdam]; vgl. Thomas Lühr, Reinhard Opitz Papers [last modified 22 Oct. 2009] [http://www.iisg.nl/archives/nl/files/o/ARCH02887full.php: 3-7]; im Archiv der „Philips-Universität Marburg“ (PUM), der „Deutsche[n] Friedens-Union“ (DFU) [Köln] oder der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) [Frankfurt/Main].

[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Opitz [250513].

[13] Wilma Gensinger, Faschistische und neofaschistische Tendenzen im deutschen Liberalismus nach 1945. Eine politikwissenschaftliche Fallstudie am Beispiel der FDP in der Frühphase der Konsolidierung der Bundesrepublik Deutschland. Universität [WH] Mannheim 1972, erste Staatsexamensarbeit, 1972, 110 p. [und Anhang]; vgl. Reinhard Opitz, Goebbels´ Staatssekretär taucht wieder auf – die Verschwörung des Werner Naumann; in: ders., Faschismus und Neofaschismus. Frankfurt/Main: Marxistische Blätter, 1984: 266-282, Anm. 949 zu 267; zuletzt erschien von der Autorin die thematisch bezogene Studie: Liberalismus und Entnazifizierung. Zur Haltung der F.D.P./DVP/LDP in der Entnazifizierungsfrage; in: Wilma Ruth Albrecht, Nachkriegsgeschichte/n. Sozialwissenschaftliche Beiträge zur Zeit(geschichte). Aachen: Shaker, 2008 [= Geschichtswissenschaft]: 205-250; als e-book (2007): http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/84490.html

[14] Wilma Albrecht an Reinhard Opitz, Mannheim, 14. Juni 1973, Typoscript, ein Blatt; Durchschlag im PARABELLUM; dort auch die weiteren hier benützten Materialien.

[15] Bucheingang in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt/Main nach dortigem Akzessionsjournal 1. April 1974 (e-Postmitteilung dnb: 15. Februar 2012).

[16] „Opitz-Aufsatz: ausserordentlich redundant […] Kritik dort, wo sie sehr in Detail geht, […] unsere Zeitschrift nicht der geeignete Ort der Auseinandersetzung.“ (Redaktion Das Argument [Berlin]: 22. Mai 1974).

[17] Deutsche Volkszeitung, 28/1974: 10.

[18] Georg Fülberth, Reinhard Opitz´ Kritik des Sozialliberalismus; in: Marxistische Blätter, 50 (2012) 1: 48-51.

[19] Reinhard Opitz, Der deutsche Sozialliberalismus 1917-1933. Köln: Pahl-Rugenstein, 1973 [= Kleine Bibliothek 38]: 209.

[20] Fülbert, Reinhard Opitz´ Kritik des Sozialliberalismus: 49.

[21] Jan Rehmann, Max Weber: Modernisierung als passive Revolution. Kontextstudien zu Politik, Philosophie und Religion im Übergang zum Fordismus. Hamburg: Argument, ²2013: 140.

[22] Emil Lederer, Zur Soziologie des Weltkrieges; in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, 39 (1915) 3: 347-384.

[23] Reinhard Opitz, Grundfragen oppositioneller Alternative und Strategie; in: Alternativen der Opposition. Hg. Friedrich Hitzer; Reinhard Opitz. Köln: Pahl-Rugenstein, 1969: 395-406, hier 395; 397f.

[24] Reinhard Opitz, Über die Entstehung und Verhinderung von Faschismus; in: Das Argument, 87/1974: 543-603; Seitenangaben zu diesem Text in Klammer(n).

[25] Max Weber, Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher Erkenntnis [1904]; in: Soziologie*Weltgeschichtliche Analysen*Politik: Einleitung Eduard Baumgarten. Hg. Johannes Winckelmann. Stuttgart: Alfred Kröner, 4., verbesserte Auflage 1968 [= Kröners Taschenausgabe 229]: 186-262.

[26] Ausführlicher später Reinhard Opitz, Zur Entwicklungsgeschichte der Totalitarismustheorie; in: Marxismus und Arbeiterbewegung: Josef Schleifstein zum 65. Geburtstag. Hg. Frank Deppe u.a. Frankfurt/Main: Marxistische Blätter, 1980: 106-122.

[27] Zum Sozialfaschismuskomplex zusammenfassend Josef Schleifstein, Die „Sozialfaschismus“-These. Zu ihrem geschichtlichen Hintergrund. Frankfurt/Main: Marxistische Blätter, 1980³ [= Marxismus Aktuell 144].

[28] Manfred Bock, Das faschistische Modell öffentlicher Herrschaft; in: Wolfgang Abendroth; Kurt Lenk, Hg., Einführung in die Politische Wissenschaft; Bern-München: Francke, 1968, 119-135, hier 134.

[29] Richard Albrecht, Gesellschaft & Seele. Anregungen zur Neubegründung einer Dialektischen Sozialpsychologie (1996/98, unveröffentlichtes Manuskript, 70 p., hier 52 f.).

[30] Hans Mommsen, Nationalsozialismus oder Hitlerismus? in: Persönlichkeit und Struktur in der Geschichte. Historische Bestandsaufnahme und didaktische Implikationen. Hg. Michael Bosch. Düsseldorf: Schwann, 1977 [= Geschichtsdidaktik 1]: 61-71, hier 70f.: „Die Verwechslung von Substanz und Form ist das Wesen faschistischer Politik“.

[31] W.F. Haug, Editorial: Faschismus-Theorie in antifaschistischer Perspektive; in: Das Argument, 87/1974: 537-542, hier 539f.

[32] Opitz, Neofaschismus und Krise [1985], wie oben, Anm. 8.

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