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Anders Fogh Rasmussen am Swiss Economic Forum Swiss Economic Forum: Lügner dürfen öffentlich reden

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Am Swiss Economic Forum durfte auch der ehemalige Nato-Generalsekretär auftreten: Wir sollen von den USA lernen!

Der ehemalige NATOGeneralsekretär Anders Fogh Rasmussen bei einer Rede über die globale Sicherheit in Austin, Texas.
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Bild: Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei einer Rede über die globale Sicherheit in Austin, Texas. / Eric Wilson (PD)

29. Juni 2016

29. Jun. 2016

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Das hat gerade noch gefehlt: Am Swiss Economic Forum SEF in Interlaken durfte auch der ehemalige dänische Ministerpräsident und spätere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen auftreten. Zur Erinnerung: Rasmussen war jener Politiker, der im dänischen Parlament zuhanden der Weltöffentlichkeit die Beteiligung am US-Angriff auf den Irak propagierte und dabei wörtlich sagte: «Der Irak hat Massenvernichtungswaffen. Das ist nichts, was wir nur glauben. Wir wissen es!» Was uns der US-Angriff auf den Irak mit total erlogener Begründung und der zur – bisher immer katastrophalen – US-Strategie gehörende «Regime Change» mit einem daraus entstandenen «failed state» gebracht haben – bis und mit der jetzigen Flüchtlingskrise als Folge des syrischen Bürgerkrieges – wissen wir.

Nichts destotrotz hat das Swiss Economic Forum diesen Herrn Anders Fogh Rasmussen an die neuste SEF-Tagung für ein Referat eingeladen. Und Anders Fogh Rasmussen hat alle Erwartungen erfüllt: Er empfiehlt Europa, näher an die USA zu rücken, von den USA zu lernen, unter anderem, weil (gemäss NZZ) «wirtschaftliche und militärische Entwicklung sich nicht trennen lassen.»

Im Advisory Board – im Beratungsgremium – des Swiss Economic Forum SEF sitzen etliche prominente Damen und Herren, so etwa SRG-Generaldirektor Roger de Weck, NZZ-CEO Veit Dengler, aber auch die SP-Ständerätin Pascale Bruderer Wyss. Die Frage sei erlaubt: Wer um Himmelswillen hat dem SEF geraten, den notorischen Kriegshetzer Anders Fogh Rasmussen als Referenten einzuladen? Und was sagen die «Premium Partner» des Swiss Economic Forum dazu, darunter die Swisscom, die BKW und die UBS, und die Medien-Partner, darunter an erster Stelle die NZZ, aber auch die SRG?

Da kann man wirklich nur noch leer schlucken. Es lebe der Krieg!

Nachtrag: Gemäss einer Randnotiz der AZ vom 11.6.2016 hat die NZZ, die schon vor fünf Jahren als Aktionärin beim Swiss Economic Forum SEF eingestiegen ist, per Ende Juni 2016 das ganze Aktienkapital des SEF übernommen. Da wundert der Auftritt von Anders Fogh Rasmussen schon gar nicht mehr, stimmt doch seine Nato-Begeisterung perfekt überein mit der neuen politischen Ausrichtung der NZZ seit Übernahme der Chefredaktion durch Eric Gujer. – Mal sehen, wie weit sich der sogenannte Advisory Board, dem unter anderem auch SRG-Generaldirektor Roger de Weck und SP-Ständerätin Pascale Bruderer angehören, diesen Kurs mittragen wird.

Christian Müller / Infosperber

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