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Fisch-Delegation fordert Nein zum Basler Ozeanium Fische schützen, nicht fangen

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Heute Morgen forderte eine «Fisch-Delegation», dargestellt durch rund 15 AktivistInnen der Greenpeace Regionalgruppe Basel, vom Grossen Rat eine Ablehnung des Bebauungsplans für das Ozeanium des Basler Zoos.

Tino Konino.
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Bild: Tino Konino.

17. Oktober 2018

17. 10. 2018

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Das geplante Ozeanium steht mit seinem immensen Stromverbrauch und seiner Abwasserbelastung dem Ziel einer 2000-Watt Gesellschaft diametral entgegen. Darüber hinaus belasten Wildfänge die lokalen Ökosysteme und gefährden die Artenvielfalt.

Mit Transparenten, auf welchen Sprüche wie «2000-Watt Gesellschaft ertränken? - #NOzeanium» zu lesen waren, demonstrierten heute rund 15 AktivistInnen in bunten Fisch- und Quallenkostümen gegen ein geplantes Ozeanium in Basel. Ein Teil der Fisch-Delegation schwamm im Rhein bis zur Mittleren Brücke und begab sich dann vor das Rathaus, wo sie die eintreffenden Grossrätinnen und Grossräte in Empfang nahm, Flyer verteilte und das Gespräch suchte. Die Bitte der MeeresbewohnerInnen ist einfach: Nein zum Ozeanium!

Ökologischer und Ökonomischer Irrsinn

Das 100-Millionen-Grossprojekt des Zoo Basel ist weder ökologisch noch ökonomisch zukunftsweisend. Nebst einem Energieverbrauch, welcher dem einer Kleinstadt entspricht, ist auch die Frage der Abwasserbelastung für Basel noch nicht abschliessend beantwortet. Obwohl bis heute keine detaillierte Besatzliste mit Namen, Mengen und Herkunft der einzelnen Tierarten vorliegt, ist kaum auszuschliessen, dass zu einem Grossteil Wildfänge ausgestellt werden sollen. Obwohl 4 von 5 in einem Korallenriff gefangenen Fische bereits vor ihrer Ankunft im Aquarium sterben[1] und bis zu 98% innerhalb des ersten Jahres in Gefangenschaft verenden[2], setzt das Projekt Ozeanium noch auf dieses rückwärtsgewandte Geschäftsmodell.

Ungeklärt ist zudem die Frage der Finanzierung. Laut dem Zoo Basel ist das Ozeanium bei der erwarteten Anzahl von 650'000 BesucherInnen pro Jahr selbsttragend. Jedoch zeigen zahlreiche Beispiele von Grossaquarien aus anderen europäischen Städten, dass die Attraktivität und damit auch die Besucherzahlen stetig abnehmen. So ist zum Beispiel die Besucheranzahl des SEA LIFE in München[3] seit seiner Eröffnung um fast 50% auf 350'000 Eintritte pro Jahr zurückgegangen.

Fragwürdige Umweltbildung

Der vielfach angeführte positive Effekt der Umweltbildung, der künftige Generation mit dem Besuch in einem Grossaquarium für den Meeresschutz sensibilisieren soll, wird durch aktuelle Studien immer mehr infrage gestellt[4]. Vielmehr suggeriert das Ozeanium, dass es vertretbar sei, Wildtiere bei hohen Verlustraten zu fangen, zu transportieren und unter Missachtung ihrer Bedürfnisse einzusperren. «Mit den heutigen technischen und multimedialen Möglichkeiten, können die faszinierenden Meerestiere der Bevölkerung nähergebracht werden, ohne ihnen zu schaden und sie in einer völlig künstlichen Umgebung auszustellen.», meint Céline Mäder, Aktivistin der Greenpeace Regionalgruppe Basel.

«In Zeiten, in der die Klimakrise uns eigentlich zu einem ressourcenschonenden Umgang mit der Natur und den Weltmeeren zwingen sollte, ist ein Riesenprojekt wie das Ozeanium völlig fehl am Platz» sagt Zoë Roth, Mediensprecherin der Greenpeace Regionalgruppe Basel. «Deshalb fordern wir den Grossen Rat dazu auf, eine den Energie- und Umweltzielen der Stadt Basel entsprechende Entscheidung zu treffen und den Bebauungsplan Ozeanium nicht zu genehmigen.»

mm

Fussnoten:

[1] Wabnitz C., Taylor M., Green E., Razak T. (2003): From Ocean to Aquarium. The global trade in marine ornamental species. UNEP, WCMC, Cambridge, UK (Die Informationen in der Studie stammen von Selbstdeklarationen von Korallenfisch-Händlern).

[2] WWF Global/Philippines, Pressemeldung 23.10.2013. Monticini P. The Ornamental Fish Trade. Production and Commerce of Ornamental Fish: technical-managerial and legislative aspects. FAO GLOBEFISH Research Programme, 2010; 102.

[3] Metropolregion mit 5.7 Mio Einwohnern. Im Vgl. dazu hat Basel gemäss Bundesamt für Raumplanung eine Metropolregion von 1.3 Mio Einwohnern.

[4] Marino L. et al. (2010): Do Zoos and Aquariums Promote Attitude Change in Visitors? A Critical Evaluation of the American Zoo and Aquarium Study. Society & Animals.

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