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Wien - Hunde gegen AntifaschistInnen | Untergrund-Blättle

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Grüsse aus dem Binnenland Wien - Hunde gegen AntifaschistInnen

Politik

Für die österreichische Polizei wird das Niederprügeln antifaschistischer Demos offenbar gerade zum vierteljährlichen Routinevergnüngen.

Wiener Polizei mit Hundestaffel im Einsatz.
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Bild: Wiener Polizei mit Hundestaffel im Einsatz. / LCM

22. Mai 2014
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Nach dem Knüppel- und Pfefferspray-Einsatz gegen die Proteste rund um den „Akademikerball“ Ende Jänner wurde am vergangenen Samstag nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Demonstration gegen Rechts völlig unverhältnismässig von den Bullen attackiert. Die „Identitären“ – der neueste Versuch rechtsradikaler Dumpfbacken, mittels „seriösem“ Auftreten in die Mitte der Gesellschaft einzubrechen – hatten einen Marsch durch Wien angemeldet. Dem Aufruf der Barbourjacken-Faschos waren etwa 50 bis 70 Menschen gefolgt, zu einem Gutteil waren diese offenbar aus den Nachbarländern angereist – die Mobilisierungsfähigkeit der in Frankreich erfundenen „Bewegung“ hält sich hierzulande in sehr engen Grenzen.

Genau aus diesem Grund waren die Heimattreuen auch auf uniformierte Unterstützung angewiesen. Denn ihrem elenden Häuflein standen etwa 1.000 AntifaschistInnen gegenüber, die es sich nicht gefallen lassen wollten, dass zu ersten Mal seit langer Zeit eine rechtsextreme Demo durch Wien stattfinden sollte. Hunderte PolizistInnen sorgten aber dafür, dass die Faschisten ihren Marsch durchführen konnte. Blockaden durch Gegendemonstranten wurden von der Polizei brutal angegriffen, Pfefferspray wurde wieder eingesetzt als wäre es ein Spielzeug und keine chemische Waffe, die Schlagstöcke blieben ebenfalls nicht unbenutzt.

Den AntifaschistInnen war es dennoch gelungen, den „identitären“ Mummenschanz zumindest zu stören, die „Marsch“-Route wurde von der Polizei umgeleitet, die Rechten mussten sich stundenlang hinter Polizeireihen verstecken. Nachdem sie ihre samstägliche Ruhestörung beendet hatten, speiste die rechtsextreme Bande schliesslich im „Centimeter“ in der Josefstadt (da braucht man also auch nicht mehr hingehen); und wer stand vor der Tür und passte auf, dass ihnen nichts passiert? Wiener Bullen.

Ihre KollegInnen veranstalteten in der Zwischenzeit eine Hetzjagd auf AntifaschistInnen. Mindestens 37 Menschen wurden vorübergehend festgenommen, fünf Frauen wurden verletzt. Eine Person befindet sich nach wie vor in Haft. Eine Demonstrantin liegt mit zweifach gebrochenem Bein im Krankenhaus, ein Freund, der ihr zu Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls festgenommen. Eine vorübergehend Festgenommene gab an schwanger zu sein – Kommentar seitens der Polizei: „Wenn man sich der Polizei in den Weg stellt, muss man mit Konsequenzen rechnen, auch wenn man schwanger ist.“ Und „sich der Polizei in den Weg stellen“ ist offenbar nur eine andere Bezeichnung für „Teilnehmen an einer antifaschistischen Demonstrationen“.

Doch die Wiener Polizei hatte diesmal nicht nur Zynismus und Pfefferspray im Gepäck, sondern liess sich eine besondere Überraschung einfallen: die Hundestaffel. Mit kläffenden Kötern wurden eingekesselte DemonstrantInnen eingeschüchtert, die sich nichts zu Schulden kommen hatten lassen. Das Ziel der wildgewordenen Truppe von Gerhard Pürstl, des Polizeipräsidenten der sozialdemokratisch-grün regierten Stadt Wien, ist klar: Protest einschüchtern um jeden Preis. Und wenn dazu scharfe Hunde auf friedliche DemonstantInnen gehetzt werden müssen, dann hetzt man eben scharfe Hunde auf friedliche DemonstrantInnen.

Karl Schmal / LCM

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