UB-Logo Online Magazin
Untergrund-Blättle

Warum die Arbeitgeber Arbeitnehmer heissen | Untergrund-Blättle

5379

ub_article

Politik

Warum die Arbeitgeber Arbeitnehmer heissen Na sorry!

Politik

Ihr Körper bebte und sie schrie wie die Leibhaftige: „Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Wer schafft die Arbeit? Na sorry, wer schafft die Arbeit? Die Wirtschaft schafft die Arbeit! Bitte merkt’s euch das einmal!“

Beate HartingerKlein, FPÖBundesministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, April 2018.
Mehr Artikel
Mehr Artikel

Bild: Beate Hartinger-Klein, FPÖ-Bundesministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, April 2018. / SPÖ Presse und Kommunikation (CC BY-SA 2.0 cropped)

8. April 2019

8. Apr. 2019

2
0

2 min.

Korrektur
Drucken
Wir merken auf und merken an: Nicht die Arbeit schafft die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft schafft die Arbeit. Warum muss dann aber die Wirtschaft Arbeitskraft ankaufen, um die Arbeit, die sie ja schon geschaffen hat, verrichten zu lassen? Wie kann die Wirtschaft etwas schaffen, das erst geschaffen werden muss?

Wäre die Arbeit schon da, bräuchte es ja keine Arbeiter mehr. Da es sie aber braucht, kann das wohl nicht stimmen, was die Beate Hartinger-Klein, Asozialministerin der FPÖ, da so in Rage versetzt von sich gibt.

Des Rätsels Lösung ist einfach: Es funktioniert andersrum. Sprachlich ist es ja auch naheliegend: Es arbeitet der Arbeiter. Es arbeitet die Arbeiterin. Arbeiter arbeiten. Die Wirtschaft arbeitet mit der Arbeit, sie realisiert Wert und Mehrwert, denn ohne dem könnten die Unternehmen keine Profite machen.

Das führt freilich zur nächsten Einsicht: Die Arbeitgeber nehmen die Arbeit und die Arbeitnehmer geben die Arbeit. Was klar sein müsste, wird freilich in unserem Vokabular völlig spiegelverkehrt abgebildet. Es herrscht eine irre Nomenklatur.

Warum die Arbeitgeber Arbeitnehmer heissen, ist das nächste Rätsel. Dass Arbeitgeber Arbeit geben und der Arbeitnehmer Arbeit nehmen, ist Unfug. Der gemeingefährliche Schwachsinn liegt darin, durch Fehlbenennungen falsches Bewusstsein zu generieren und immer wieder zu regenerieren. Das Problem ist nicht, was die Hartinger-Klein da schreit, das Problem ist, dass die grosse Mehrheit dies genauso auffasst.

An dieses Wirtschaftswunder der Wunderwirtschaft glauben Ministerien wie Medien, Universitäten, Unternehmen, Gewerkschaften bis hin zu den Stammtischen. Wir leben im Reich der Trottelbegriffe.

Franz Schandl
streifzuege.org

Mehr zum Thema...

PolitikDer Arbeiter

14.12.1999

- Der Arbeiter fühlt sich erst ausser der Arbeit bei sich und in der Arbeit ausser sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit.

mehr...
Hardi Hõlpus
AbhandlungDas Ende von Arbeit und Geld

25.03.2000

- Unter Arbeit wird im kleinbürgerlichen Verstande Arbeit für Geld verstanden. Marx nennt solche Arbeit deshalb mit Hegel

mehr...
Mo Riza
Individuum und GesellschaftLiebe und Arbeit

08.06.1999

- Es gibt keine 1. Natur mehr, und die 2. Natur (Staat und Kapital) ist zur Faktizität 1. Natur erstarrt. Die 3. Natur, die Begriffe selbst (verdinglichte Vorstellungen wie Bourgeoisie und Proletariat, Arbeit und Geld) scheinen inzwischen 1. Natur zu sein.

mehr...

Aktueller Termin in Frankfurt am Main

Klimastreikwoche: Forderungen erarbeiten

Zur Studentischen Vollversammlung am 27.11. im Rahmen der bundesweiten Klimastreikwoche von Students For Future Frankfurt veranstalten wir ein Forderungsplenum, zu dem alle Studierenden eingeladen sind zu partizipieren.

Mittwoch, 20. November 2019 - 18:00

Studierendenhaus, Mertonstraße 26, Frankfurt am Main

Event in Hamburg

Lifes

Mittwoch, 20. November 2019
- 19:30 -

Schute


Hamburg

Mehr auf UB online...

Trap
Untergrund-Blättle
Untergrund-Blättle