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Protest gegen Klimazerstörung Aktivist*innen blockieren Grosskraftwerk Mannheim

Politik

Eine Kleingruppe von jungen Menschen blockiert seit den frühen Morgenstunden unter dem Namen "GKM abschaffen" den Block 6 des Grosskraftwerk Mannheim (GKM).

Eine Kleingruppe blockiert seit heute morgen das Grosskraftwerk Mannheim.
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Bild: Eine Kleingruppe blockiert seit heute morgen das Grosskraftwerk Mannheim.

8. August 2020
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Dies geschah im Rahmen der Aktionstage "Aufstand mit Abstand", zu denen die Gruppe "Zucker im Tank" aufgerufen hatte. Ziel der Aktion ist es, Aufmerksamkeit auf die umweltschädliche Steinkohleverbrennung zu lenken und Menschen, die unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden, eine Plattform zu bieten. Das GKM produziert pro Jahr 7 Millionen Tonnen Co2, das sind 10% der baden-württembergischen Emissionen.

Die verbrannte Steinkohle wird teilweise aus Kolumbien und Russland importiert, wodurch die Lebens- und Einkommensgrundlagen der dort lebenden Menschen zerstört werden. Dazu die kolumbianische Aktivistin Luz Angela Uriana Epiayu: „Ich wünsche mir, dass die Menschen in Deutschland sich bewusst werden, wo die Kohle herkommt, die sie konsumieren. Und über die Konsequenzen.“

Die Menschen in den Kohleprovinzen La Guajira und Cesar leiden unter enormem Nahrungs- und Wassermangel, Bewohner*innen werden zwangsumgesiedelt und Aktivist*innen vor Ort bekommen Morddrohungen. Und auch in Kuzbass im Süden Sibiriens sind die Folgen des Kohleabbaus deutlich spürbar: 93,8% der Trinkwasservorräte sind vergiftet und Krebs- und Lungenerkrankungen häufen sich. Der russische Aktivist Vladimir Slivyak von "Ecodefense!" fordert daher: "Other countries should know about our work and Russia’s problems with coal."

Genau hier möchten die Aktivist*innen von "GKM abschaffen" ansetzen: Sie wollen eine Öffentlichkeit für verschiedene mit dem Steinkohleabbau verknüpfte Problematiken schaffen, auf die desaströsen Folgen der Verstromung von Steinkohle aufmerksam machen und die Notwendigkeit eines sofortigen Stops der fossilen Energieträger verdeutlichen. Ausserdem soll die Aktion direkt wirken. "Jedes Kilo Co2, das durch unsere Blockade weniger ausgestossen wird, ist ein erster wichtiger Schritt.", so die Aktivist*innen. "Wir wollen zeigen, dass wir die mit der Klimakrise und unserem Wirtschaftssystem verbundenen globalen Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen und Sprachrohr sein für bisher in der öffentlichen Debatte ungehörte Stimmen."

Bereits gestern folgten mehrere Kleingruppen dem Aufruf von "Zucker im Tank" und blockierten verschiedene Ziele, wie z.B. die Zentrale von Heidelberg-Zement und die Rheinland-Raffinerie von Shell. Zudem fanden im Rahmen der Aktionstage Demonstrationen, Banner-Aktionen und Aktionsrallys in ganz Deutschland statt. "Zucker im Tank" fordert, dass der bisherige Status Quo nicht aufrecht erhalten werden soll und drastische Veränderungen im Umgang mit der Klimakrise erfolgen müssen. So schreiben sie: "Lasst uns auch die Klimakrise endlich wie eine Krise behandeln und den dringend benötigen Wandel von unten herbeiführen – und zwar hier, jetzt und überall."

pm

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