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Mehr Platz für selbstverwaltete Freiräume Hausbesetzung in Vonovia-Villa in Kiel

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Für knapp eine Woche wurde eine Villa von Vonovia in Friedrichsort besetzt.

Hausbesetzung in Kiel, Januar 2020.
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Bild: Hausbesetzung in Kiel, Januar 2020.

17. Januar 2020

17. Jan. 2020

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Die Hausbesetzer*innen haben in dieser Zeit das 180qm grosse Haus als soziales Zentrum und Wohnraum genutzt. Mit dieser symbolischen Besetzung soll auf das Kieler Wohnraumproblem und Vonovias ausbeuterischen Umgang mit Mieter*innen aufmerksam gemacht werden.

Die letzte Hausbesetzung in Kiel liegt jetzt schon mehr als 20 Jahre zurück. Bei der aktuellen Wohnraumsituation war die nächste Besetzung mehr als überfällig. Das Haus im Andersenweg gehört Vonovia und steht seit mindestens zwei Jahren leer. Hausbesetzerin Annika dazu: "Es kann nicht sein, dass zahlreiche Häuser und Wohnungen in Kiel leer stehen, während Menschen auf der Strasse leben müssen, Wohnraum fehlt und nicht genug Platz für selbstverwaltete Freiräume da ist.

Solange Vermieter*innen wie Vonovia den eigenen Profit über das Wohlergehen der Mieter*innen stellen, sollten diese Vermieter*innen keinen Wohnraum mehr besitzen dürfen. Deswegen nahmen wir die Enteignung Vonovias nun selbst in die Hand. Eine Woche lang haben wir das Haus bemalt, verschönert, möbliert und als Jugendzentrum und Wohnraum genutzt. Kurz: Es wieder zum Leben erweckt."

Die gewählte Immobilie gehört dem Grosskonzern Vonovia. Vonovia kauft Häuser auf und vermietet sie vorerst anziehend günstig, langfristig jedoch bleibt es nicht dabei. Der Konzern beutet seine Mieter*innen aus, indem er die Wohnungen auf Kosten der Mieter*innen modernisiert. Diese Modernisierungen sind meist nicht nötig oder gewünscht. Gleichzeitig tut Vonovia nichts, wenn Bewohner*innen durch Probleme wie Schimmel und Wassereinbrüche beeinträchtigt werden.

Für eine der genannten Modernisierungen können die Mieter*innen im Schnitt eine Mieterhöhung von etwa 1,70 Euro pro Quadratmeter erwarten. Laut eines Mieters aus Gaarden entstanden Kostensteigerungen beim Warmwasser von über 50 Prozent, bei gleichzeitig um zehn Prozent gesunkenem Verbrauch. Insgesamt stiegen die Wasserkosten von 2015 auf 2017 um 135 Prozent.

Bewohner*innen bezahlen mehr und mehr - Vonovia verdient. Besetzerin Maike erklärt: "Diese auf eine Woche begrenzte Hausbesetzung war ein erster Anfang. Das verschönert zurück gelassene Haus soll eine kleine Warnung an Vonovia und die Stadt Kiel darstellen. Solange Vonovia weiter so ausbeuterisch mit Menschen umgeht und keine Lösung für das Kieler Wohnraumproblem gefunden wird, ist kein leerstehendes Haus vor uns sicher. Dies war nur ein allererster Probelauf. Beim nächsten Mal bleiben wir länger."

In der Woche wurde das Haus als soziales Jugendzentrum genutzt. Ein soziales Zentrum bietet Menschen die Möglichkeit sich ausserhalb der gesellschaftlichen Zwänge zu bewegen, sich durch Veranstaltungen weiterzubilden und mit neuen Menschen zu verknüpfen. Es wäre ein Platz, welcher frei von faschistischen, rassistischen, hierarchischen, sexistischen und homophoben Strukturen ist, in welchem Mensch sich kreativ, kulturell und politisch weiterbilden könne.

pm

Weitere Informationen zur Abzocke von Vonovia finden sich beim Kieler Bündnis für bezahlbaren Wohnraum: https://bezahlbar-wohnen.org/quellensammlung/

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