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Hamburg: Untersuchungsgefängnis nach Hafenblockaden | Untergrund-Blättle

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Die Konsequenzen des Klimakollaps Hamburg: Untersuchungsgefängnis nach Hafenblockaden

Politik

Nach mehrfachen massiven Störungen des Hamburger Hafens gestern mussten die drei jungen Frauen Carla Rochel (20), Lina Eichler (19) und Katrin Hack (26) die Nacht in einer Zelle verbringen.

Hafenblockade in Hamburg, 21.
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Bild: Hafenblockade in Hamburg, 21. Februar 2022. / Letzte Generation

22. Februar 2022
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Gegen 8 Uhr morgens wurden sie ins Untersuchungsgefängnis gebracht und einem Haftrichter vorgeführt, woraufhin sie nach fast 20 Stunden entlassen wurden. Sie kündigen an, gerechtfertigt durch den Klimanotstand, weiter zu stören bis die Bundesregierung ihren Job macht und unser Essen und Leben rettet.

“Ich bin bereit, die Konsequenzen meines Handelns zu tragen, denn die Konsequenzen des Klimakollaps sind damit ausser Verhältnis. Wir blicken in Dürren, Extremwetterereignisse, Hunger, Flucht, Tod und Kriege. Ich bin moralisch verpflichtet alles in meiner Macht Stehende zu tun, um das zu verhindern.”, sagt Carla Rochel, 20, nachdem sie am Montag Abend das zweite Mal den Hamburger Hafen blockierte, kurz vor Ihrer Festnahme.

Bürger:innen ins Untersuchungsgefängnis zu bringen ist ein nächster Schritt der Verschärfung der Repressionen, den die Bundesregierung lieber zu gehen scheint, als endlich unsere Verfassung zu schützen.

Währenddessen in Nürnberg: „Essen Retten - Leben Retten” erreicht Franken. 9 Menschen setzten sich um kurz nach 7 Uhr auf eine Ausfahrt des Frankenschnellwegs; 3 von ihnen klebten sich an den Asphalt. 11 Bürger:innen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die Forderungen erreichen damit eine weitere bayerische Grossstadt und den Ort, an dem Pater Alt vor gut zwei Monaten öffentlich für ein Essen-Retten-Gesetz containert hatte und als „Jesuit und Dieb” Schlagzeilen gemacht hatte.

Während derweil in den vergangenen Tagen Politiker:innen immer wieder über die Methode des zivilen Widerstands sprachen, bedauerten es Vertreter:innen der „Letzten Generation”, dass inhaltliche Auseinandersetzung mit ihrem Standpunkt dabei oft in den Hintergrund traten. Es besteht von wissenschaftlicher Seite kein Zweifel daran, dass katastrophale Folgen der Erderhitzung auch Deutschland treffen werden.

Die Vertreter:innen der „Letzten Generation” erneuerten damit ihren eindringlichen Appell an Bundesregierung und Gesellschaft: "Wir alle gemeinsam sind die letzte Generation, die die krassesten Folgen der Klimakrise noch abwenden kann. Aufgeben ist keine Option. Die Bundesregierung , die nach Art. 20a GG die Lebensgrundlagen schützen soll, ist verpflichtet, jetzt mit Gesetzen für alle Bürger:innen einzustehen. Daher werden wir weiter gewaltfreien Widerstand leisten, für uns und unsere Kinder.”, sagte Ernst Hörmann, 72 Jahre, achtfacher Grossvater.

Montag 23:30: Essensretter blockieren zum zweiten mal an einem Tag Köhlbrandbrücke - Bürgerrat oder Sturmfluten?

Hamburg, seit heute morgen 07:30 blockierten Unterstützer der Kampagne “Essen Retten - Leben Retten” immer wieder die Köhlbrandbrücke und weitere Hauptverkehrsadern rund um den Hamburger Hafen. Insgesamt war die Köhlbrandbrücke fast den ganzen Tag lange nicht befahrbar. Stand 20:00 ist noch immer nur eine Spur befahrbar. Auch in Freiburg, Stuttgart und Göttingen kam es heute zu massiven Störungen des Verkehrs.

Um die grösstmögliche Störung zu verursachen klebten sich die Essensretter nicht nur mit Sekundenkleber, sondern diesmal auch mit Bauschaum an der Fahrbahn fest. Auch verteilten sie 60 Liter Rapsöl auf der Fahrbahn, nach dem sie Polizei darüber informiert hatten. Sie vergrössern die Störung weil es jetzt notwendig ist die Massnahmen der Bürgerrats Klima umzusetzten damit ein umsteuern einsetzt. Und wo tritt einem Notwendigkeit des Umsteuerns klarer vor Augen als in einer Stadt, in die in der vergangenen Tagen gleich zweimal von Sturmfluten überspült wurde?

Heute Morgen blockierte die gerade 20-jährige Carla Rochel zusammen mit anderen Menschen bereits einmal die Fahrbahn am Ende der Köhlbrandbrücke, Höhe Finkenwerder Strasse. Sie war festgeklebt. Nach einigen Stunden wurden die Essensretter von der Polizei entfernt. Gegen 17:00 betrat Carla Rochel gemeinsam mit weiteren Bürger:innen erneut die Fahrbahn und klebte sich abermals in der klirrenden Kälte an den Asphalt.

Ihre Beweggründe und Entschlossenheit erklärte die Psychologiestudentin so: “Ich sitze hier auf der Strasse, weil unsere Bundesregierung noch immer nichts tut, um unser Essen zu retten. Ein Drittel unserer Lebensmittel landet jeden Tag in der Tonne. Und ich bin Langsam wirklich verzweifelt, weil wir eine Bundesregierung haben, die weiss, was passiert und trotzdem sehenden Auges in einen Klimakollaps rennt [...].” (hier zum Video)

Die Polizei löste die Menschen nach einiger Zeit von der Fahrbahn. Sie würden im Anschluss festgenommen und auf eine Polizeistation gebracht. Carla Rochel wird die heutige Nacht aller voraussicht nach in einer kalten Einzelzelle verbringen.

Sollte so mit unseren jungen Menschen umgegangen werden, wenn sie darauf bestehen, dass unser aller Lebensgrundlagen nicht vernichtet werden? Fragen Sie sich das gerne in Ihrem nächsten Leitartikel. Frage Sie das gerne Olaf Scholz.

Olaf, warum machst du deinen Job nicht?

pm

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