UB-Logo Online Magazin
Untergrund-Blättle

US-Wahlkampf: Die Milliarde ist überschritten | Untergrund-Blättle

3356

politik

ub_article

Politik

Milliarden-Marke geknackt US-Wahlkampf: Die Milliarde ist überschritten

Politik

So viel Geld wie nie: Die Präsidentschaftswahlen in den USA haben schon längst alle Rekorde gebrochen.

Hillary Clinton bei einer Wahlkampfrede im Juni 2016.
Mehr Artikel
Mehr Artikel

Bild: Hillary Clinton bei einer Wahlkampfrede im Juni 2016. / CaseyPenk (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

6. Juni 2016

6. Jun. 2016

0
0

2 min.

Korrektur
Drucken
Am meisten Chancen, US-Präsidentin oder US-Präsident zu werden, haben Multimillionäre oder KandidatInnen, die sich von Multimillionären und Milliarden-Konzernen finanzieren lassen. Die Kandidatinnen und Kandidaten geben das Geld aus für die Organisation ihres Wahlkampfs, die Werbung und für zahlreiche Beraterinnen und Berater. Die US-Demokratie entwickelt sich zunehmend zu einer US-Plutokratie, in der Vermögen die entscheidende Voraussetzung für die Teilhabe an der Herrschaft ist.

Milliarden-Marke geknackt

So teuer wie diesmal war es noch nie: Im April hat der US-Wahlzirkus die Millardenmarke geknackt. Die Ausgaben sind schon jetzt historisch, berichtete das «Center for Public Integrity».

Die Non-Profit-Organisation, die demokratische Prozesse verfolgt, meldete bereits im letzten Oktober rekordhohe Spendeneingänge. Teilweise bedingt durch eine Gesetzesänderung, die Lobbygruppen die unbegrenzte Annahme von Geldern erlaubt – egal, von wem.

Zur Not Geld leihen – bei sich selbst

Der Milliardär Donald Trump hat sich selbst inzwischen Kredite über 43 Millionen Dollar gesprochen. Sein gesamtes Budget beläuft sich auf rund 61 Millionen Dollar. Alleine im April stellte er sich fast zehn Millionen Dollar zur Verfügung. Auf eine Million mehr oder weniger kommt es da nicht mehr an. Eine Rückzahlung der Kredite plant er nach eigenen Angaben nicht.

Gegen Hillary Clinton, es mag erstaunen, ist Trump freilich ein kleines Licht. 212 Millionen Dollar trieb die demokratische Präsidentschaftsanwärterin bisher selbst auf und zusätzlich fast 85 Millionen Dollar ihre Lobbyorganisationen. Unter anderem wurden 105‘699 TV-Werbespots finanziert.

Restgeld von neuneinhalb Millionen

Ted Cruz dagegen hat ein wenig Kleingeld übrig. Drei Tage, bevor er aus dem Rennen flog, blieben ihm noch knapp zehn Millionen Dollar. Diesmal ohne den Beitrag der Lobby-Groups. Diese überzähligen Millionen kann er für den nächsten Wahlkampf aufsparen. 2018 möchte er als Senator von Texas wiedergewählt werden und in dem südlichen Bundesstaat für «Jobs, Freiheit und Sicherheit» kämpfen.

Ein wenig sparen muss Bernie Sanders. Der Kandidat der demokratischen Partei hat für seinen Wahlkampf noch 5‘796‘718 Dollar übrig. Sein Gesamtbudget beträgt 213 Millionen Dollar. Mit Ausgaben von 38,6 Millionen Dollar hat er es im April ein wenig übertrieben. Er hat bisher 125‘042 TV-Werbespots finanziert.

Wer nicht mehr mitmachen darf, gibt nebenbei trotzdem Geld aus. Die ehemalige HP-Managerin Carly Fiorina zum Beispiel, die im Februar zwar aus dem Rennen ausschied, im April aber trotzdem nochmals die Kleinigkeit von 105‘665 Dollar ausgab.

Die Kaffeekasse zum Schluss

Kaum erwähnenswert ist da das Dinner im Restaurant «No 1 China» in South Carolina, für das Donald Trump nur 294,57 Dollar liegenliess. Muss auch mal sein. Selbst wenn man als Präsidentschaftskandidat eher eine Abneigung gegen China hat.

Red. / Infosperber

Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichtes des «Centers for Public Integrity» erstellt.

Mehr zum Thema...

Der republikanische Milliardär Donald Trump freut sich diebisch, dass er die demokratische Spitzenkanditatin Hillary Clinton mit finanziellen Mitteln als Gast für seine Hochzeitsfeier gewinnen konnte.
Wahlkampf in den Vereinigten Staaten von AmerikaDie unwiderstehliche Macht der Milliardäre

22.09.2015

- Die Vorwahlen in den USA nehmen in punkto Wahlkampffinanzierung immer groteskere Züge an. So können fast alle der 17 republikanischen Kanditaten für das Weisse Haus auf die tatkräftige Finanzierung eines US-Milliardärs zählen.

mehr...
Eine noch republikanischere Clinton würde dazu führen, dass viele WählerInnen im November zu Hause bleiben.
Brüchige Parteibindung – lautstarke UnzufriedeneDie Wahl der Qual – Die USA vor den Parteitagen

10.06.2016

- Trump oder Clinton? Das 2-Parteiensystem zwingt die US-BürgerInnen zu einer Entscheidung, die das politische System schwächen wird.

mehr...
Die von Trump angekündigten protektionistischen Massnahmen, die Steuersenkungen, Rückholaktionen von Industriejobs etc.
Eine marode NationalökonomieThe economy is stupid

13.12.2016

- Donald Trump gewann den Wahlkampf auch mit der Ankündigung pompöser wirtschaftlicher Umsteuerungsprojekte. Die tief liegenden Probleme des kapitalistischen Weltsystems würden dadurch eher verschlimmert.

mehr...
Über das komplizierte U.S. Amerikanische Wahlsystem

08.11.2016 - We have got a problem here – könnte man unter Umständen so sagen: Nächsten Dienstag sind US-Präsidentschaftswahlen. Das Ergebnis wird weltweit mit ...

Der amerikanische Wahlkampf ist Betäubung

17.05.2016 - Donald Trump oder Hillary Clinton? Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die US Amerikanische Stimmbevölkerung nächsten Herbst eine dieser beiden Personen ...

Aktueller Termin in Berlin

SürfnSchlürf

Kaffee und Kuchen auf Spende // coffee and cake for donation. Kommt vorbei. Der neue Solikaffeeraum "Surf n’ Schlürf" hat offen. Espresso, Tee, Kakao und lecker Kuchen auf Spende. Jeden Di-Do, 12-18 Uhr, 1. OG, R.4 ...

Dienstag, 21. Januar 2020 - 12:00

New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz 2 b, Berlin

Event in Amsterdam

Volx Kuche

Dienstag, 21. Januar 2020
- 19:00 -

De Muiterij - Vrijplaats Bajesdorp


Amsterdam

Mehr auf UB online...

Trap
Untergrund-Blättle
Untergrund-Blättle