UB-LogoOnline MagazinUntergrund-Blättle

Rojava: Wasser ist keine Waffe, Wasser ist Leben! | Untergrund-Blättle

1694

politik

ub_article

Politik

Die Region steht vor einigen grossen Bedrohungen Rojava: Wasser ist keine Waffe, Wasser ist Leben!

Politik

In der Region Nord- und Ostsyrien, die auch unter dem kurdischen Namen Rojava bekannt ist, wird seit 2012 ein demokratisches Selbstverwaltungssystem aufgebaut.

Der HesekêDamm bei Rojava.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Der Hesekê-Damm bei Rojava.

5. Juni 2020

05. 06. 2020

4
0
4 min.
Korrektur
Drucken
Ein System, das auf Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung basiert, in dem alle verschiedenen ethnischen und religiösen Gemeinschaften zu ihren eigenen Bedingungen durch Autonomie, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung zusammenleben können. Frauen stehen an der Front und im Zentrum dieser Bewegung.

Als die Revolution in Rojava begann, war der Grundwasserspiegel sehr niedrig, was hauptsächlich auf die industrielle Monokultur in der Landwirtschaft zurückzuführen war, die das syrische Regime in den letzten vier Jahrzehnten gefördert hatte, sowie auf den Rückgang der Niederschläge infolge der globalen Klimakrise.

Im Jahr 2015 begann die Türkei, Wasser als Waffe gegen Rojava einzusetzen, indem sie das Wasser der Flüsse zurückhielt, die von der Türkei nach Syrien durch die Dämme fliessen, die sie in den letzten zwanzig Jahren gebaut hat.

Dann, im Oktober 2019, drangen türkische Staatstruppen in einige Gebiete Nord- und Ostsyriens ein, darunter die Region Serekaniye, die fast eine halbe Million Menschen in der Region um Hasakah mit Wasser versorgt. Die Wasserstation Alouk in Serekaniye wurde am ersten Tag derInvasion unter Beschuss genommen. Seither wurde diese repariert und dann immer wieder ausser Betrieb genommen.

Seit dem Beginn der Invasion in Serekaniye haben die türkischen Streitkräfte und ihre Verbündeten weiterhin die Wasserinfrastruktur angegriffen, neu angelegte Obstgärten verbrannt und die Flüsse aufgestaut, die Syrien mit Süsswasser und Elektrizität versorgen. Hunderttausende von Menschen sind derzeit ohne sicheres und zuverlässiges Trinkwasser.

Diese Situation wird durch die Bedrohung durch Covid-19 noch erheblich verschärft. In Zeiten dieser Pandemie ist der Zugang zu Wasser lebenswichtig.

„Inmitten einer globalen Pandemie, die ausgeklügelte Regierungs- und Infrastruktursysteme überlastet, haben die türkischen Behörden die Wasserversorgung der am stärksten belasteten Regionen in Syrien abgeschnitten", sagte Michael Page, stellvertretender Direktor für den Nahen Osten bei Human Rights Watch. "Die türkischen Behörden sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Wasserversorgung dieser Gemeinden unverzüglich wieder aufzunehmen“.

Jetzt brauchen die Menschen in Rojava Ihre Hilfe. Wir wollen £100’000 für die lebenswichtige Wasserinfrastruktur in Nord- und Ostsyriens aufbringen.

Eine kleine private Stiftung in Grossbritanien, die bereits früher Projekte in der Region unterstützt hat, hat sich bereit erklärt, ein Angebot für eine zusätzliche Match-Finanzierung zu unterbreiten, um das Projekt in Gang zu bringen: Sie wird £1 für jeden £1 der ersten gesammelten £50.000 spenden. Das bedeutet, dass wir nur 50.000 £ aufbringen müssen, um das Ziel von 100.000 £ zu erreichen!

Der Fonds wird Frauenkooperativen und demokratischen Kommunen in Rojava bei Projekten wie der Instandsetzung der durch Bombenangriffe beschädigten Infrastruktur helfen. Der Fonds unterstützt zudem das Graben von Brunnen und der Bau von Wasserpumpen in Flüchtlingslagern und die Finanzierung langfristiger Projekte wie kooperative landwirtschaftliche Bewässerungssysteme und Flussreinigungsinitiativen. Trotz des andauernden Krieges leben die Menschen in Rojava immer noch in kooperativen Systemen und bauen ihr Leben, die ökologischen Lebensgrundlagen und ihre Wirtschaft wieder auf.

Wie werden die Gelder ausgegeben?

Mit den aufgebrachten Mitteln werden Zuschüsse an lokale Genossenschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und demokratische Kommunen vergeben, um sowohl akut benötigte Wasserpumpen für Flüchtlingslager, in denen Binnenvertriebene leben, als auch langfristige Projekte wie kooperative landwirtschaftliche Bewässerungssysteme und Flussreinigungsinitiativen zu unterstützen. Wir wollen einen Fonds schaffen, der auf die sich verändernden Situationen in einer Region reagieren kann.

Mehrere vorab ausgemachte Projekte sind bereit, in Angriff genommen zu werden. Sobald wir also die Gelder in die Region überwiesen haben, dürfte es nicht lange dauern, bis Ihre Spenden in die Tat umgesetzt werden.

Zum Beispiel…

Unterstützung von Frauenkooperationsprojekten der Aborîya Jin:
  • Unterstützung des ökologischen Frauendorf-Projektes von Aborîya Jin in Derik - ein Dorf, das auf der kommunalen Wirtschaft basiert und von Frauen (vorwiegend wirtschaftlich benachteiligte Frauen, die Erfahrung in der Landwirtschaft haben) geleitet wird. Die grösste Herausforderung besteht darin, genügend Wasser für die Landwirtschaft zu finden.
  • Brunnenbohr- und Wasserpumpprojekte für Projekte, die von Aborîya Jin entwickelt werden. -Bewässerungsprojekte für neu gegründete Genossenschaftsbetriebe und kleine Frauenkooperativen, bei denen der Zugang zu Wasser eine Notwendigkeit ist, wie z.B. in der Landwirtschaft.
Unterstützung für die Pläne der lokalen Wasserdirektionen, unter anderem:
  • Die Wiederinstandsetzung der Wasserstation Al Hemmeh, die über eine Pumpenkapazität verfügt, um den Al Hemmeh-Stausee (in der Nähe von Hasakeh) aus dem Fluss Khabour wieder aufzufüllen. Dies ist nun aufgrund der Bombardierung der Wasserstation Allok in Serekaniye dringend erforderlich.
  • Erweiterung des Wasserversorgungsnetzes auf das Talae-Viertel (in Hasakeh), wo die vorhandenen Wassertanks nicht ausreichen, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken.
  • Abwassersysteme und Entsorgung fester Abfälle in städtischen Gebieten (wie der Stadt Qamishlo, wo die Abwässer in den Fluss gelangen).
  • Verbrauchsmaterialien für die Wasseraufbereitung, Rehabilitierung/Wiederherstellung, Betrieb und Instandhaltung der Trinkwasserversorgung in städtischen Gebieten.
  • Verwaltung öffentlicher Brunnen.
  • Wasserdestillation/Entsalzung.
  • Reinigung des Jak Jak-Flusses (Cax Cax auf Kurdisch) in Qamishlo.
Unterstützung der Nothilfe für Binnenflüchtlinge und die aufnehmenden Gemeinschaften (in Lagern und ausserhalb)
  • Verteilung von Hygiene-Paketen, Wasserdesinfektionstabletten, Notfall-Wassertransporten, Kanistern, Notfall-Sanitäreinrichtungen in Flüchtlings-Camps, in den aufnehmenden Gemeinschaften und Kollektivzentren.
  • Erwerb und Installation von Grosswasserpumpen, um Wasser aus dem Euphrat in isolierte Flüchtling-Camps zu liefern.
  • Reparatur und Wartung der Latrinen in den Camps.
  • Nachhaltige Wasserversorgungssysteme für die Camps (wie Al Hole).

pm

Mehr zum Thema...
Make Rojava Green AgainBanner an den Fridays For FutureProtesten.
Internationalismus und ökologische Revolution in NordsyrienRojava grün machen

06.05.2019

- Während der Klimabewegung vorgeworfen wird, zu radikale Forderungen zu stellen, wagen Aktivist*innen in Rojava bereits das scheinbar Unmögliche: Den Aufbau einer basisdemokratischen, feministischen und ökologischen Gesellschaft – und das mitten im Krieg.

mehr...
NäherKooperative in Rojava.
Ein palästinensischer Internationalist in Rojava„Besser als Ein- oder Zweistaatenlösung wäre eine Lösung ohne Staat“

15.06.2017

- Interview mit dem palästinensischen Internationalisten Baz Sor in Rojava. Baz Sor kommt aus Palästina und war längere Zeit in der radikalen Linken Frankreichs organisiert.

mehr...
Kurdisches Flüchtlingscamp in Suruç, Türkei.
Zur Situation der FlüchtlingeWiderstand gegen Krieg und Jihadismus im türkisch-syrischen Grenzgebiet

23.06.2016

- Trotz aller Spannungen mit der Türkei besuchte Merkel im April ein „Modellflüchtlingslager“, Nizip 2, in der Türkei und meinte, die Türkei könne gar nicht genug gewürdigt werden dafür, was sie in der Flüchtlingskrise geleistet habe.

mehr...
Nordsyrien/Rojava ’Nach dem IS ist nichts vorbei’ - zur Situation in den Flüchtlingslagern und der [...]

03.04.2019 - Zehntausende fliehen vor den letzten Kämpfen gegen den IS im syrischen Baghus in die Gebiete der nordsyrisch-kurdischen Selbstverwaltung. Viele ...

Neue Massenflucht in Syrien

31.01.2020 - In Syrien findet derzeit eine neue Massenflucht statt. Allein in den letzten Tagen sind über 60.000 Menschen durch russische und syrische Angriffe in der ...

Dossier: Klimawandel
Klimawandel
Propaganda
hallo

Aktueller Termin in Berlin

Küfa

Ab 19 Uhr abhängen vorm Laden und ab 20Uhr lecker Langos Küfa

Sonntag, 12. Juli 2020 - 19:00

Fischladen, Rigaerstr. 83, 10247 Berlin

Event in Berlin

Das AsphaltKollektivBerlin läd an jedem 1. ...

Sonntag, 12. Juli 2020
- 16:00 -

Kastanienkeller

Kastanienallee 85

10435 Berlin

Mehr auf UB online...

Trap
Untergrund-Blättle