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Paul Cézanne: Die Zeichnungssammlung | Untergrund-Blättle

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Ausstellung im Kunstmuseum Basel Paul Cézanne: Die Zeichnungssammlung

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Paul Cézanne ist eine der Begründer der Moderne und einem breiteren Kunstpublikum durch seine reiche Farbwahl bekannt.

Paul Cézanne in seinem Studio bei Les Lauves, 1904.  Émile Bernard
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Bild: Paul Cézanne in seinem Studio bei Les Lauves, 1904. / Émile Bernard (PD)

14. August 2017

14. 08. 2017

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Der Einfluss der Pariser Impressionisten zeigte sich bei ihm in einer Aufhellung der Palette, einer Verfeinerung der Pinselführung und in der Aufnahme der Freilichtmalerei, das heisst einer Malerei, die das Atelier verlässt, um in der freien Natur ihre Gemälde nicht nur zu skizzieren, sondern mit Ölfarben nahezu fertig zu stellen.

Eine weniger bekannte Seite Cézannes wird in einer grossen Ausstellung im Kunstmuseum Basel, die vom 10.6 - 24.9.2017 geht, derzeit gezeigt: seine Zeichnungen. Mit 154 Blättern befindet sich im Kupferstichkabinett des Kunstmuseum Basel die weltweit grösste Zeichnungssammlung Cézannes. Zwei Drittel dieses Bestandes stammt aus aufgelösten Skizzenbüchern, die im Hinblick auf die Publikation weitgehend rekonstruiert wurden. Dieses Buch ist zugleich der Sammlungskatalog der Ausstellung in Basel.

Diese Zeichnungen bieten nicht nur eine neue Sicht auf den französischen Maler, sondern sind auch zugleich der Anfang seines künstlerischen Prozesses der farbenreichen Bilder. Oft führte Cézanne auf der Leinwand eine Vorzeichnung aus und überarbeitete sie mit dem Pinsel, bevor er den eigentlichen Malprozess begann. Für ihn waren Zeichnungen oft auch „Studienmaterial, das er in Form von Skizzenbüchern in seinen Manteltaschen herumtrug oder im Atelier aufbewahrte“. (S. 11) Paul Cézannes Anfänge als Zeichner lassen sich auf die späten 1850er Jahre datieren, als er sich an der Kunstschule in Aix-en-Provence eischrieb und Schüler Joseph Gilberts wurde. (Vgl. S. 140)

In dem Buch werden erstmals sämtliche Zeichnungen der Basler Sammlung in Farbe sowie mit den Rückseiten, die Zeichnungen aufweisen, abgebildet. Zum Zeitpunkt von Cézannes Tod 1906 müssen sich die Zeichnungen auf losen Blättern und die Skizzenbüchern in seinem Nachlass befunden haben. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen die einzelnen Zeichnungen ans Licht, die in seiner Schaffenszeit niemals irgendwo ausgestellt wurden.

In dem Buch finden sich ebenfalls zu den farbigen Zeichnungen kleinere Traktate zu verschiedenen Themenbereichen, die die Zeichnungen in einen grösseren Zusammenhang einarbeiten und verschiedene Kernthemen herausnehmen.

Dieses Buch stellt einen bislang vernachlässigten Teilbereich der Cézanne-Forschung dar und vervollständigt das Wissen über den grossen Franzosen. Der Katalog des Kunstmuseums Basel ist nicht nur wissenschaftlich gut aufbereitet, sondern lädt auch ein, sich die Ausstellung persönlich anzuschauen.

Michael Lausberg / scharf-links.de

Das Buch zur Ausstellung: Kunstmuseum Basel: Der verborgene Cézanne. Vom Skizzenbuch zur Leinwand, Prestel Verlag, München 2017, ISBN: 978-3-7913-5651-8 (deutsche Ausgabe)

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-ND 3.0) Lizenz.

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