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Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung Fantasy im globalen Zeitalter

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„Technology won’t save us“ ist ein berühmt gewordenes Zitat von George Lucas, und er meinte damit nicht nur die Realität unserer Welt. Kein noch so aussergewöhnlicher Spezialeffekt wird einen Film retten, wenn die Geschichte und die Charaktere nicht stimmen.

Star WarsKulisse im Disneyland.
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Bild: Star Wars-Kulisse im Disneyland. / Laika ac (CC BY-SA 2.0 cropped)

13. April 2020

13. 04. 2020

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Fast die gesamte Galaxie wird von der Herrschaft des Bösen überzogen. Grand Moff Tarkin (Peter Cushing) hat eine riesige Raumstation bauen lassen, den Todesstern unter dem Kommando von Darth Vader (David Prowse), mit dem er auch den Rest der Galaxie bezwingen will. Doch einer der Rebellen gegen das Imperium hat die Pläne für diesen Todesstern entwendet und Prinzessin Leia (Carrie Fisher) übergeben. Sie hoffen, durch die Pläne Angriffspunkte zu finden, um den Todesstern zu zerstören. Allerdings kapert Darth Vader das Raumschiff von Leia und setzt sie gefangen. Heimlich speist sie die Informationen über den Todesstern in den Droiden R2-D2 (Kenny Baker) und gibt ihm und dem zweiten Astromechdroiden C-3PO (Anthony Daniels) den Auftrag, den Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi (Alec Guinness) zu finden, der die Pläne nach Alderaan bringen soll.

Als den beiden Droiden die Flucht nach Tataooine gelingt, werden sie von Jawas gefangen genommen und an Owen Lars (Phil Brown), den Onkel Luke Skywalkers (Mark Hamill), verkauft. Luke entdeckt beim Reinigen von R2-D2 die von Leia eingespeiste Nachricht an Obi-Wan. C-3PO und Luke verfolgen R2-D2, dem die Flucht in die Jundland-Wüsten gelingt, wo Obi-Wan lebt. Der erzählt Luke von der Macht der dunklen Seite und von den Jedi-Rittern, von Darth Vader, der einmal sein Schüler war, sich aber dem Bösen zugewandt hatte. Als Luke kurz danach seinen Onkel und seine Tante Beru (Shelagh Fraser) tot auffindet, ermordet von den Soldaten des Imperiums, entschliesst er sich (der zunächst an den Erzählungen Obi-Wans zweifelte), diesem zu helfen und sich zum Jedi-Ritter ausbilden zu lassen.

Auf ihrem Weg nach Alderaan treffen die Gefährten auf den Schmuggler Han Solo (Harrison Ford) und dessen Begleiter Chewbacca (Peter Mayhew), dem zotteligen Wookie. Han Solo erklärt sich gegen Geld, das er dringend benötigt, um seine Schulden bei Jabba, dem Hutten, zu bezahlen, bereit, sie nach Alderaan zu fliegen. Doch sie finden von Alderaan nur noch ein Trümmerfeld vor, denn der Todesstern hat es bereits zerstört. Und Darth Vader und Gand Moff Tarkin sind ganz in der Nähe ...

George Lucas gründete für den ersten Film der Star-Wars-Reihe eine eigene Firma für Spezialeffekte, die „Industrial Light & Magic“. Zunächst konnte er für sein Projekt überhaupt keine der grossen Produktionsfirmen begeistern, Universal und United Artists lehnten ab, erst die Twentieth Century Fox fand sich bereit, Lucas Phantasien zu finanzieren, der getreu seinem Motto folgte: „Nur am Himmel ist die Hölle los“.

Die Spezialisten arbeiteten sich in mühevoller Kleinarbeit an die Fertigstellung der Raumschiffe, Droiden, Waffen usw. heran. So musste Kenny Baker z.B. – der selbst nur 1,12 Meter gross ist – in R2-D2 hineinschlüpfen, weil die Elektronik für die Fernsteuerung des Modells versagte. Der riesige Zerstörer war ein lediglich 90 Zentimeter grosses Modell. Seine Antriebsdüsen wurden aus eiförmigen Plastikbehältern hergestellt, die normalerweise der Aufbewahrung von Damenstrumpfhosen dienten. Die Laserschwerter entstanden u.a. aus Blitzlichthalterungen alter Fotoapparate. Überhaupt wurden etliche Utensilien aus dem täglichen Leben für die mit viel Phantasie und unter ungeheurem Spass der Techniker und Konstrukteure hergestellten Gegenstände des Films verwendet.

Als „Star Wars“ (später dann als „Star Wars: Episode IV A New Hope“ betitelt) 1977 die Kinos erreichte, war der Teufel los. So etwas hatte man zuvor noch nicht gesehen. Eine Geschichte aus Fantasy, Märchen (eine Prinzessin wird gerettet), mit deutlichen Bezügen zu alten Western, aber auch zu Mantel- und Degenstreifen, nur das hier Laserschwert und Roboter, Raumschiffe mit Lichtgeschwindigkeit statt Pferden und Pistolen die Szene beherrschten.

Nur die Melodie war die gleiche wie in den Western und Musketier-Streifen: Die Guten gegen die Bösen – einer wird gewinnen! Der Film schlug ein wie eine Bombe. Daneben sorgten die visuellen und akustischen Effekte für ein faszinierendes Kinoerlebnis, das vieles vorher in den Schatten stellte. Technisch mag der Film heute angesichts des digitalen Vollrauschs, der die Kinos ab und an bevölkert, fast schon wie ein Märchen aus den uralten Zeiten der Filmgeschichte wirken – so rasch ändern sich die Zeiten –, so wie die ersten Personalcomputer im Vergleich zu den heutigen Multimedia-PCs.

In gewisser Weise war „A New Hope“ eine Art soziologisches Phänomen. Nicht nur Jugendliche, nicht nur Männer, nein, jung und alt, Männer und Frauen sprachen eine Zeitlang über nichts anderes mehr als über dieses phantastische Abenteuer. Der Titel der drei Jahre später gedrehten Fortsetzung, Episode 5, „The Empire Strikes Back“, wurde gar zu einem geflügelten Wort, tauchte in allen möglichen Zusammenhängen auf. Star Wars war nicht eines jener modernen Grossstadtmärchen, nein, viel mehr – vielleicht eher ein Welt-Märchen, eines das der Phantasie nicht nur von Lucas entsprang, sondern eines, in der die Phantasie einer ganzen Generation, die ihre Väter und Mütter grossenteils mitriss, einer Generation auf dem Weg in die globalisierte Weltgesellschaft, in der der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Heldentum und Feigheit, zwischen den dunklen Mächten und den Träumen nach Frieden – wer immer das auch im wirklichen Leben für den einen oder anderen war – ihren phantastischen Ausdruck gefunden hatte.

Ich gerate ins Schwärmen. Aber dieses Schwärmen konnten die alten Mythen, Märchen, Sagen und Fantasy-Geschichten in ihrer Kleinräumigkeit und Enge nicht mehr erfüllen, zumindest eine Zeitlang nicht.

Der erste „Krieg der Sterne“ fasziniert mich auch Jahrzente später noch immer und ist zu einem nicht mehr wegzudenkenden Ereignis der Filmgeschichte geworden. Das liegt vor allem daran, dass sich der vor 25 Jahren trotz aller penibel und mit viel Einfallsreichtum produzierte Film noch an Lucas Motto „Technologie wird uns nicht retten“ hält. Die Charaktere sind als Lebewesen aus Fleisch und Blut, aus Herz und Seele erkennbar. Selbst C-3PO kommt als ein mit feinen Manieren ausgestatteter Roboter daher, der schon menschenähnliche Verhaltensweisen, geradezu Gefühle vorweisen kann. Harrison Ford spielt einen jener verwegenen Schmuggler zwischen Zynismus und heldenhaftem Verhalten. Die zu Beginn der Dreharbeiten 1975 gerade mal 19 Jahre alte Carrie Fisher und Mark Hamill tun ein übriges, damit das Menschliche in den Weiten des Alls und in den Raumfähren nicht verloren geht – ein Kultfilm.

Ulrich Behrens

Krieg der Sterne (Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung)

USA

1977

-

121 min.



Regie: George Lucas

Drehbuch: George Lucas

Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher

Produktion: Gary Kurtz

Musik: John Williams

Kamera: Gilbert Taylor

Schnitt: Paul Hirsch, Marcia Lucas, Richard Chew

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