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Johnny Cash: Walk The Line | Untergrund-Blättle

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Biopic von James Mangold Johnny Cash: Walk The Line

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Der Streifen von James Mangold basiert auf der Autobiographie von Johnny Cash und versucht in ca. 130 Minuten Laufzeit dessen Leben auf der grossen Leinwand festzuhalten.

Johnny Cash, Bremen, September 1972.
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Bild: Johnny Cash, Bremen, September 1972. / Heinrich Klaffs (CC BY-SA 2.0 cropped)

20. Februar 2011

20. Feb. 2011

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4 min.

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Da ich mich mit dem Musiker nie so wirklich beschäftigt habe und seine Songs nur sporadisch kenne, kann ich nur sehr schlecht beurteilen ob es dem Regisseur gelungen ist den mittlerweile verstorbenen Cash wiederzubeleben. Ich bin jedenfalls der Meinung dass Joaquin Phoenix einen Monsterjob erledigen musste und dies gut hingekriegt hat. Vielleicht kommt die Performance nicht an Sam Riley der in „Control“ Ian Curtis nachspielte ran, allerdings sieht man im Vergleich mit Videomitschnitten von echten Johnny Cash-Auftritten, dass Phoenix die Mimik und die Gestik wirklich getroffen hat.

Als Sohn eines Bauers (Robert Patrick) wächst Johnny in den 30ern auf einer Farm in Arkansas auf. Gemeinsam mit seinem Bruder Jack verrichtet er dort schwere Arbeiten und versucht den Wutausbrüchen seines ständig alkoholisierten Vaters zu entgehen. Die Flucht aus dem Alltag stellt das Radio dar. Sein älterer Bruder hingegen lernt fleissig aus der Bibel, schliesslich möchte er irgendwann mal Priester werden um den Menschen durch das Wort Gottes weiterhelfen.

Als eines Tages sein Bruder bei einem tragischen Unfall mit einer Kreissäge stirbt, stürzt Johnny in die totale Isolation. Johnny war schon immer das schwarze Schaf der Familie und nach Jacks Tod spricht sein Vater sogar offen aus, dass ihm Johnnys Tod lieber gewesen wäre. Als 1950 der Koreakrieg ausbricht wird Johnny zum Militärdienst berufen. Er muss jedoch nicht an die Front und verbringt eine relativ ruhige Zeit in Deutschland wo er sich eine Gitarre kauft und anfängt Songs zu schreiben.

Zurück in den USA heiratet er seine Freundin Vivian (Ginnifer Goodwin) und versucht sein Glück als Vertreter, doch der Job scheint ihm nicht zu liegen. Viel lieber hockt er mit seiner Band herum, spielt Gospel-Songs und träumt von einer Karriere als Musiker. Nachdem er mit Vivian ein Kind bekommen hat und das zweite bereits unterwegs ist, ist es an der Zeit für eine sichere Einkunft zu sorgen. Er marschiert kurzerhand zu einem lokalen Label und spielt mit seiner Band vor. Der Manager lehnt aber sofort ab, er kann keine Gospel-Songs gebrauchen da der Markt dafür schon überschwemmt ist. Als Johnny schliesslich ein Stück vorspielt das er damals bei der Navy geschrieben hat, ist der Musikproduzent hin und weg. Sie nehmen noch am selben Tag den Song auf Platte auf und erhalten bald schon den erhofften Erfolg. Endlich scheint das Glück dem Farmerjungen gesonnen zu sein und er startet eine Karriere als Countrysänger.

Er und seine Band beginnen gemeinsam mit June Carter (Reese Witherspoon) eine Tour die ein voller Erfolg wird. In kürzester Zeit erlangen sie grosse Popularität, doch spätestens als Vivian die viele Post von (meist weiblichen) Fans ins Hause flattert fängt diese an sich Sorgen um ihren Mann zu machen. Sie hat nun zwar alles was sie sich je erträumt hat, doch sie merkt dass sich die Beziehung mit ihrem Mann ziemlich abgekühlt ist.

Johnny beginnt Amphetamintabletten zu schlucken und ist kaum noch zu Hause. Sein Interesse gilt mittlerweile vollkommen der hübschen June, die im Gegenteil zu seiner Ehefrau ein ähnliches Leben wie er führt und vor allem die selben Interessen wie er verfolgt, nämlich die Musik. Was folgt ist der unausweichliche Fall des Johnny Cash aka Man in Black. Nachdem er wegen Drogenmissbrauch verhaftet wurde, seine Frau kurz davor steht ihn zu verlassen und sein Vater ihn nochmals darauf hinweist dass er schon immer ein Loser war, steht er wieder ganz am Anfang: er hat alles und zugleich nichts. Dabei sucht der Mann genau das was wohl jeder sucht: Liebe.

Für Fans des Songwriters dürfte dieser Streifen ein ganz besonderer Leckerbissen sein, denn schliesslich bietet er gute schauspielerische Leistung in Kombination mit tollen Aufnahmen und nervenaufreibenden wie legendäre Szenen (bspw. der Gefängnis-Gig in Folsom). Persönlich fand ich „Control“ tiefergehend und vielsagender, allerdings sollte man James Mangold im Auge behalten, denn nach „Cop Land“, „Identität“ und seinen letzten Streich „Todeszug nach Yuma“ bin ich endgültig von seinem Können überzeugt.

Lorenz Mutschlechner
film-rezensionen.de

Walk The Line

USA 2005 - 136 min.

Regie: James Mangold
Drehbuch: Gill Dennis, James Mangold
Darsteller: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin
Produktion: James Keach, Cathy Konrad
Musik: James Keach, Cathy Konrad
Kamera: Phedon Papamichael
Schnitt: Michael McCusker

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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