UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Climate Warriors | Untergrund-Blättle

5181

Bekannte Kämpfer für den Energiewandel Climate Warriors

Kultur

„Climate Warriors“ ist eine breit gestreute Dokumentation über Menschen, die sich weltweit für den Klimaschutz engagieren. Durch die Vielzahl an unzusammenhängenden Beispielen bleibt der Film eher an der Oberfläche, soll in erster Linie aber auch ohnehin nur dazu aufmuntern, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ölpumpen in Südkalifornien.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Ölpumpen in Südkalifornien. / Antandrus at English Wikipedia (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

4. Dezember 2018
0
0
4 min.
Drucken
Korrektur
Immer wieder Trump, Trump, Trump. Es vergeht ja kaum ein Tag, an dem der US-Präsident sich nicht irgendwie in die Schlagzeilen drängeln will, etwas unfassbar Dummes tut und sagt oder andere Menschen provozieren will. Manchmal auch alles drei auf einmal. So wie in Pittsburgh, wo er sich als Kämpfer für den kleinen Mann inszenierte, so tat, als würde er sich für die Einwohner nordöstlichen Grossstadt einsetzen, als wäre er von ihnen gewählt worden, nicht von Paris. Das liess man sich dort aber nicht gefallen und protestierte lautstark dagegen, sich derart vereinnahmen zu lassen – zumal man in Pittsburgh tatsächlich am Umweltschutz interessiert ist, anders als Trump, der gerade das mühsam ausgehandelte Klimaabkommen von Paris platzen liess.

Immer wieder baut Carl-A. Fechner Reden des kontroversen Präsidenten in seinen Film ein, wohl als natürliches Feindbild, zumindest aber als Kontrastprogramm. Denn eigentlich handelt Climate Warriors nicht von den Leugnern des Klimawandels oder Klimasündern, sondern von Menschen, die – der Titel verrät es – sich für das Klima stark machen, dafür kämpfen. Dafür reiste der deutsche Regisseur einmal durch die ganze Welt, war in seiner Heimat unterwegs, in den USA, aber auch in der Ukraine. Überall fand er Gleichgesinnte, die bereit sind, sich für den Erhalt der Umwelt und des Planeten stark zu machen.

Bekannte Kämpfer für den Energiewandel

Einige dieser Gesichter wird man bestimmt schon kennen, allen voran natürlich Arnold Schwarzenegger, der sich – entgegen der vorgegebenen Parteirichtung der Republikaner – vehement für den Klimaschutz einsetzt. Und wer Fechners vorangegangene Dokumentation Power to Change gesehen hat, der dürfte so oder so manches Déjà-vu-Erlebnis haben. Schliesslich tauchten einige seiner aktuellen Gesprächspartner dort schon auf, sprachen damals schon von Bemühungen, eine Energiewende herbeizuführen und alternative Kraftstoffe zu entwickeln und nutzen.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Climate Warriors nichts zu erzählen hätte. Es ist sogar beeindruckend, wie viele Beispiele und Themen Fechner hier versammelt hat. Da kommt ein lokaler Energieversorger aus Schleswig-Holstein zu Wort, der ausschliesslich Ökostrom anbietet, ein anderer erzählt von seinen Versuchen, Reststoffe der Landwirtschaft zu Pellets zu verarbeiten. Andere Gesprächspartner haben sich stärker der Aufklärung gewidmet und erklären den Leuten, was Klimawandel denn nun genau bedeutet und wie wir daran teilhaben.

Jeder soll mitmachen!

Der Fokus liegt aber ohnehin nicht auf dem Einzelnen, sondern dem grossen Ganzen. Fechner will das Publikum dazu ermuntern, selbst aktiv zu werden und an diesem gesellschaftlich wichtigen Punkt teilzuhaben. Dafür muss man kein Forscher sein, Politiker oder Unternehmer. Ein erster Schritt ist bereits getan, wenn man sich bewusst macht, was auf dem Spiel steht und was jeder im Privaten so tun kann – durch verantwortlicheren Konsum und Umgang mit Ressourcen. Das ist durch die Vielzahl an Beispielen manchmal etwas überladen, es bleibt kaum Zeit, mal einen Ansatz irgendwie zu vertiefen oder darüber nachzudenken. Aber mehr als eine kleine Einführung, verbunden mit einem Appell, soll der Film ja auch nicht sein.

Oliver Armknecht
film-rezensionen.de

Climate Warriors

Deutschland

2018

-

123 min.

Regie: Carl-A. Fechner, Nicolai Niemann

Drehbuch: Carl-A. Fechner

Produktion: Carl-A. Fechner, Nicolai Niemann

Musik: Gerhard Daum, Ralf Wienrich, Eckart Gadow

Kamera: Philipp Baben der Erde

Schnitt: Bernhard Reddig

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

Mehr zum Thema...
Voices from the Camp for Climate Action
Voices from the Camp for Climate Action

07.11.2006

- Im Sommer des Jahres 2006 errichten 600 Menschen ein Aktionscamp zum Thema Klimawandel. Das selbstverwaltete Camp liegt im Schatten eines der grssten CO2-Produzenten Europas, dem Kohlekraftwerk Drax (England)

mehr...
Lässt in seiner neuesten Doku tief in die Keller der Österreicher blicken.
Dokumentation von Ulrich SeidlIm Keller

07.07.2015

- Ulrich Seidls Streifzug durch die Keller seiner Mitbürger bringt eine Menge sehr spezieller Geschichten zutage.

mehr...
Techno-Festival in Köln.
SmileEin Techno-Festival ohne Musik

03.08.2019

- In „Smile“ will eine 19-Jährige auf ein Techno-Festival, um dort einen DJ zu treffen.

mehr...
Klimawandel als soziales Dilemma

29.11.2019 - Diese Woche fand in Halle die Public Climate School statt - eine bundesweite Aktionswoche der Students for Future. Der Höhepunkt der Aktionswoche ist der ...

Wie funktioniert Windgas und alles zur EEG Umlage

11.10.2012 - Beitrag nur 6,51 Minuten lang!!! Windgas ist Gas, das aus Wind erzeugt wird. So wird Ökostrom langfristig speicherbar! Ein Meilenstein auf dem Weg zur ...

Dossier: Atomkraft
RhinoMind (   - )
Propaganda
Autobahnende

Aktueller Termin in Frankfurt am Main

Marxistische Studienwoche 2022: Krieg und Frieden.

Eine neue Ära neoimperialistischer Weltmachtkonflikte? Frankfurt/Main, 15.–18. August 2022

Montag, 15. August 2022 - 14:00 Uhr

Haus der Jugend, Deutschherrnufer 12, 60594 Frankfurt am Main

Event in Hannover

THE DECLINE

Montag, 15. August 2022
- 21:00 -

Nordstadtbraut

Engelbosteler Damm

30167 Hannover

Mehr auf UB online...

Der laute Frühling.
Vorheriger Artikel

Der laute Frühling. Gemeinsam aus der Klimakrise.

Warum Arbeiter*innen mehr zum Kampf gegen die Klimakrise beitragen können als Beatlefans

Der deutsche Regisseur Hans Weingartner im Cineplex Münster, November 2007.
Nächster Artikel

Die fetten Jahre sind vorbei

A bisserl Rebellion auf der Alm

Untergrund-Blättle