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Filmbiographie von Todd Haynes Bob Dylan: I’m Not There

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Interessant inszenierte Biographie über Bob Dylan mit grossen Staraufgebot.

Bob Dylan an der St.
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Bild: Bob Dylan an der St. Lawrence University in New York, November 1963. / Unknown (CC BY 2.0 cropped)

20. Dezember 2010

20. 12. 2010

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3 min.

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Dass eine Biographie nicht immer linear und starr erzählt werden muss beweist Todd Haynes mit diesem Streifen auf eindrucksvolle Art und Weise. An keiner Stelle wird der Name Bob Dylan genannt, doch handelt es sich hierbei um das Leben des Ausnahmemusikers. Gespielt wird der Folk-Songwriter nicht von einer Person, sondern in den mehr als 130 Minuten Laufzeit wird er von mehreren, äusserst talentierten Schauspielern verkörpert. Da ist zum einen der junge Woody (Marcus Carl Franklin), ein schwarzer Junge der mit seiner „Fascist Killer“-Gitarre als Vagabund durchs Land zieht.

Er stammt aus einem Waisenhaus und ist erst vor kurzem von dort geflüchtet. Die interessanten Dialoge mit anderen Landstreichern werden aber durch einen Szenenwechsel zum eigentlichen Erzähler der Story, Arthur (Ben Whishaw), unterbrochen. Arthurs Worte werden durch Pseudo-Dokumentationen (u.a. mit Julian Moore als Alice Fabian) ergänzt, die schliesslich zu Jack (Christian Bale) überleiten. Jack ist mittlerweile ein bedeutender Akteur im Musikgeschäft geworden und begeistert die Massen mit seinen Protestsongs. Trotz der dadurch erhaltenen Bekanntheit fühlt er sich aber sehr oft falsch verstanden.

Nicht anders ergeht es da Robbie (Heath Ledger): der mittlerweile zum Megastar avancierte Songwriter hat nämlich alle Hände voll damit zu tun sich vor der neugierigen Presse zu schützen. Jude (Cate Blanchett), ebenfalls eine feste Grösse im Musikbusiness, hat überhaupt kein Verständnis mehr für langweilige Fragen von einigen Reportern. Sie/Er glaubt nicht daran, dass seine Fans und die Medien die Songs überhaupt verstehen. Im ständigen Drogen-Rausch versucht sie/er einem Journalist klar zu machen, dass ein einzelnes Lied mit Sicherheit nicht die Welt verändern kann, doch alle Bemühungen scheinen vergeblich zu sein. Schliesslich darf der Zuschauer noch einen alten Mann, Billy (Richard Gere), dabei zusehen wie er versucht seine Kleinstadt vor dem Bau einer Autobahn zu retten.

Was die ganzen Charaktere nun gemeinsam haben? Nun, sie sind Bob Dylan, doch er selbst ist nicht da…

Alles in Allem ein wirklich gelungener Film. Obwohl ich nie so richtig in Bob Dylan’s Musik eingestiegen bin, muss ich zugeben, dass dieser Streifen eine grosse Lust in mich geweckt hat „sein Universum“ zu erforschen. Der Soundtrack, wie sollte es anders sein, enthält sämtliche Songs vom Folk-Star. Die Szenen wurden meistens auf die Lyrics angepasst. Die Performance der Schauspieler ist einfach phänomenal, allen voran ein Lob aber an die wunderbare Cate Blanchett.

Hervorheben möchte ich aber den jungen Ben Whishaw dessen Rethorik schlichtweg superb ist. Er scheint ein grosses Talent in sich zu bergen, auch wenn ich damals bei Das Parfum nicht ganz von ihm überzeugt war. Nachdem mich bereits Control, der über das Leben des Ian Curtis erzählte, vollends begeistert konnte, freue ich mich die – übrigens offizielle – Biographie von Bob Dylan unverbindlich weiterzuempfehlen zu dürfen. Selbst Nicht-Kenner wie ich werden begeistert sein, versprochen.

Lorenz Mutschlechner
film-rezensionen.de

I’m Not There

USA 2007 - 135 min.

Regie: Todd Haynes
Drehbuch: Todd Haynes, Oren Moverman
Darsteller: Bill Murray, Jessica Lange, Sharon Stone
Produktion: John Goldwyn, Jeff Rosen, John Sloss, James D. Stern, Christine Vachon
Musik: Bob Dylan
Kamera: Edward Lachman
Schnitt: Jay Rabinowitz

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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