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Was ist Konkurrenz und wozu gibt es sie? Konkurrenz

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Ob am Morgen vor dem Spiegel beim Kleider auswählen, kurz darauf im Bus, wo man den besten Platz erwischen will, oder im Büro, wo man dem Chef als ersten den Kaffee bringen will. Die Konkurrenz begleitet uns immer und überall, ob bewusst oder unbewusst.

SchülerInnen bei einem Planspiel, in dem sie in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover, Kommunalpolitik erleben können.
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Bild: SchülerInnen bei einem Planspiel, in dem sie in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover, Kommunalpolitik erleben können. / Politik zum Anfassen e.V. (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

12. Februar 2015

12. 02. 2015

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Die Konkurrenz ist aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken, man wird regelrecht dazu gezwungen, sich immer und überall zu konkurrieren, will man nicht allenfalls den Job verlieren, auf den Wohlstand verzichten oder sozial ausgegrenzt werden. Dies sind nur Beispiele für die Auswirkungen der Konkurrenz, die für den Kapitalismus überlebenswichtig ist.

Die Konkurrenz verfolgt immer dasselbe Prinzip. Mehrere wollen etwas für sich in Anspruch nehmen aber nur jemand oder wenige können es bekommen. Dadurch entsteht ein Zwang, sich in jeglichen Dinge zu vergleichen, auch wenn diese noch so absurd sind. Zieht sich jemand vermeintlich aus dem Vergleich raus, indem er sich nicht mit dem anderen vergleicht, fühlt er sich selber nicht mehr im Konkurrenzkampf involviert, ist jedoch trotzdem noch Teil davon, da sich der andere immer noch mit ihm vergleichen kann. Dieses Beispiel zeigt zudem, dass es nicht möglich ist, sich aus der Konkurrenz rauszuhalten und man immer Teil davon ist, auch wenn es einem nicht immer bewusst ist.

Da die Konkurrenz auf der Tatsache basiert, dass nur jemand oder wenige das Beanspruchte bekommen können, kann sich der Gewinner der Konkurrenz Vorteile gegenüber dem Verlierer verschaffen. Diese Tatsache bildet die Basis des Kapitalismus. So müssen Unternehmen im Marktwirtschaftlichen System ständig miteinander konkurrieren um überleben zu können. Um möglichst konkurrenzfähiger zu bleiben, werden immer drastischere Massnahmen ergriffen.

Die Produktionen werden in ärmere Länder verschoben, ohne Rücksicht auf die Natur und die Menschen dort, werden Chemikalien eingesetzt, Kinder werden angestellt und Wälder gerodet, um Platz für Grossplantagen und Weideland zu errichten. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil davon.

Auch hier in der Schweiz werden Massnahmen getroffen, um den Gewinn zu maximieren. Vermehrt werden Ausländer angestellt, weil sie für weniger Lohn und unter schlechteren Arbeitsbedingungen dieselbe Arbeit verrichten. Dadurch werden in dieser Gesellschaft Feindbilder geschaffen. Die Ausländer werden als Bedrohung angesehen, weil sie angeblich die Arbeitsplätze wegnehmen. Es ist jedoch der Arbeitsgeber, der die Situation ausnützt; Jemand arbeitet unter schlechteren Bedingungen, um so die Kosten einzusparen. Der Arbeitsgeber wird immer jemanden finden, der unter noch schlechteren Arbeitsbedingungen arbeitet, und somit entsteht ein grosser Konkurrenzkampf in der Gesellschaft. Leute mit tieferem Einkommen neigen eher zu Kleindelikten als Personen mit höherem Einkommen. Somit können auch bestimmte Bevölkerungsgruppen einfacher kriminalisiert werden. Dadurch wird es auch möglich, rassistische Betrachtungsweise zu fördern.

Schon in den ersten Lebensjahren wird einem das Konkurrenzdenken aufgezwungen und unbewusst eingeflösst. In Einrichtungen wie zum Beispiel dem herkömmlichen Schulsystem wird das Konkurrenzdenken vom Staat gezielt gefördert. Die Lehrer erzeugen Druck auf die Schüler indem sie behaupten, dass Disziplin und gute Noten der einzige Weg für eine aus dem bürgerlichen Sichtpunkt gute Zukunft sind. Während der ganzen Schulzeit muss man sich den anderen gegenüber beweisen. Zum Zeitpunkt, wo die Suche der Lehrstelle beginnt, wird dies noch verstärkt, weil die Konkurrenz nicht mehr nur im Dorf stattfindet, sondern in einem viel grösseren Rahmen. Auch die Konsequenzen haben ein viel grösseres Ausmass, wenn man keine Lehrstelle findet. Es ist gar nicht möglich, dass auf unserem Arbeitsmarkt alle eine Lehrstelle oder eine Arbeit finden.

Von der Seite der Wirtschaft kommt das Versprechen, dass sie mehr Arbeitsplätze schaffen wollen. Dies wird jedoch nicht umgesetzt, da ein grosses Interesse besteht, eine gewisse Anzahl an Arbeitslosen zu haben. Da es weniger Arbeitsplätze als Arbeitssuchende gibt, wird die Konkurrenz zwischen den Arbeitssuchenden grösser. Somit sind auch mehr Leute bereit für weniger Lohn zu arbeiten. In einer Gesellschaft, in der die Konkurrenz völlig wegfällt, wird es keine Arbeitslosen geben, da jede/r selbst bestimmen würde, welche Arbeit zu verrichten ist. Heute müssen sich die Arbeiter/Innen für Lohn an den Arbeitsgeber verkaufen.

Bei Konkurrenzkämpfen kommen oftmals auch Unbeteiligte zu Schaden. Zum Beispiel, wenn Regierungen Krieg führen, wenn Unternehmen Stellen streichen um weniger Lohnkosten bezahlen zu müssen oder wenn Grosskonzerne rücksichtslos Ressourcen aufbrauchen. Konkurrenz wird immer einen Verlier und einen Gewinner haben. Der Mensch wird in diesem System immer gezwungen eine Konkurrenz einzugehen, auch wenn dieser es nicht will. In diesem Ausmass wie wir sie vom Kapitalismus kennen, sind wir nicht weiter bereit dies ohne jeglichen Widerstand hinzunehmen!

rjg

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