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Nachhaltiges Fliegen heisst weniger fliegen – weltweit Der Traum vom nachhaltigen Fliegen

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Sommerzeit war Reisezeit. Menschen, die Bio-Lebensmittel kaufen, grün wählen und sich für besonders nachhaltig halten, steigen in Flugzeuge und reisen nach Thailand, New York oder auf die Balearen. Wie passt das zusammen?

Lufthansa Airbus 380.
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Bild: Lufthansa Airbus 380. / Simiprof (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

9. Oktober 2017

09. 10. 2017

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Weltweit trägt der Flugverkehr schon heute 5% zum Treibhauseffekt bei. In Deutschland sind es sogar schon 8%. Und dabei wird es nicht bleiben. Der Passagierverkehr verzeichnet ein jährliches Wachstum von 5% – hauptsächlich zwar in Asien, aber das ist dem Weltklima reichlich egal. Schon für 2020 wird prognostiziert, dass der Flugverkehr schlimmere Klimaauswirkungen verursacht als alle Autos dieser Welt zusammengenommen. Bis 2050 werden die Emissionen im Flugverkehr den Prognosen zufolge um 250 bis 300% steigen. Dabei hat sich die internationale Klimapolitik das Ziel gesetzt, die Gesamt-Emissionen aller Sektoren um 80% zu senken.

Doch diese technologischen Lösungen basieren grösstenteils auf Wunschdenken. So ist umstritten, ob in den nächsten Jahrzehnten überhaupt Batterien entwickelt werden können, um mit Solarenergie Langstreckenflugzeuge zu betreiben. Bei den Algen steht in Frage, ob überhaupt in so grossem Massstab Algentreibstoff produziert werden kann, um die derzeit benötigten Kerosinmassen zu ersetzen. Stefan Gössling, Professor für Humanökologie, kritisiert, dass „man Technik, die es noch gar nicht gibt, (…) als Lösung“ zur Verringerung des durch das Viel-Fliegen mitbedingten Klimaproblems einbringt.

Die Chimäre vom mündigen Konsumenten

Doch ob diese Strategien zielführend sind, ist anzuzweifeln. Denn es sind Grünen-Wähler, die am meisten fliegen. So gaben in einer Umfrage 49% der befragten Grünen-Wähler an, in den letzten 12 Monaten geflogen zu sein. Bei SPD-Wählern sind es nur 32% und bei CDU-Wählern 36%. Diese Werte kommen zustande, obwohl die befragten Grünen-Wähler die Klimafolgen des Fliegens besser kennen als die CDU- oder SPD-Wähler – wie die gleiche Umfrage zutage förderte.

Markt-basierte Ansätze

CO2-Zertifikate sind derzeit viel zu günstig, als dass sie einen wirklichen Effekt haben könnten. Steigt ihr Preis jedoch so stark an, dass sie tatsächlich einen Effekt hätten, wäre dieses Vorgehen (die blosse Kompensation des CO2-Ausstosses) keine für die Flugindustrie praktikable „Lösung“ mehr. Die hochtrabenden Pläne würden schnell in den Schubladen verstauben.

Nico Beckert
zebralogs.wordpress.com

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