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Mit Kunst sichtbar machen NSA-Tauchgang mit dem Künstler Trevor Paglen

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Der Künstler Trevor Paglen tauchte vor der Küste Floridas zu einem Transatlantik-Kabel. Der Tauchgang war eine Performance im Kontext der Art Basel Miami Beach.

Der Künstler Trevor Paglen macht unter anderem auch Aufnahmen von Gebäuden des Militärs und der NSA.
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Bild: Der Künstler Trevor Paglen macht unter anderem auch Aufnahmen von Gebäuden des Militärs und der NSA. Hier eine Luftaufnahme des Hauptquartiers der National Geospatial-Intelligence Agency in Springfield, Virginia, bei Nacht. / Trevor Paglen (PD)

15. Dezember 2015

15. 12. 2015

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Paglen ist bekannt dafür, mit seiner Kunst Verborgenes sichtbar zu machen. Dies geschieht dabei immer im Kontext von Macht und Überwachung durch Geheimdienste und Militär.

Die Art Basel ist eine der wichtigsten Kunstmessen und hat mit der Art Basel Miami Beach seit 2002 einen Ableger in den USA. Bei der nächsten re:publica 2016 wird Paglen einen Vortrag über sein bisheriges Schaffen halten.

Der Tauchgang

Paglen tauchte zusammen mit ungefähr zehn Teilnehmern. Darunter fanden sich etwa ein Kurator, ein Kunsthändler und ein Kunstspezialist des Auktionshauses Sotheby’s. Die Teilnahme kostete 500 Dollar und setzte einen Tauchschein voraus. Der Tauchgang dauerte etwa eine Stunde. In dem Artikel von Brian Boucher, Autor bei artnet und Teilnehmer des Tauchgangs, wird das Kabel beschrieben: Es ist etwa so dick wie eine Kartoffelchips-Dose. Die tatsächliche Leitung ist jedoch nur so dick wie ein Haar, der Rest dient dem Schutz. Boucher beschreibt die Situation am Kabel folgendermassen:


«We swim along the cable for a few minutes, as all the information – all of it – courses along beneath our fins. All the emails coming from European dealers to their colleagues at Miami’s twenty art fairs all happening at once, for example, and all the bank transfers from art buyers visiting from Rio de Janeiro and Mexico City, going to those dealers in London and Paris. All running through that wire.»

Die Liste der Informationen, die durch das Kabel gehen, liesse sich noch sehr lange fortführen. Paglens Tauchgang zeigt also auch das Ausmass, welches Überwachung annimmt, wenn an zentralen Stellen der gesamte Internetverkehr überwacht wird. Das Kabel, welches aufgrund der schweren Erreichbarkeit noch nicht viele gesehen haben, gehört nun zu den sichtbar gemachten Dingen und reiht sich damit ein in Paglens bisherige Werke. Boucher schreibt zur Kunst von Paglen und zum Gegensatz von Sicherheit und Freiheit:

«We should all be looking as closely as we can at what those in power would like to hide. At its best, art helps us open our eyes wider, even when they’re behind a scuba mask.»

Paglen machte seinen Master of Fine Arts am Art Institute of Chicago und anschliessend einen PhD in Geografie. Mittlerweile lebt er in Berlin. Bekannt ist Paglen für Fotos von geheimen Orten und Geschehen. Er fotografierte beispielsweise die Rendition Flights. Dabei handelt es sich um illegale Flüge, mit denen die CIA Terrorverdächtige in Geheimgefängnisse ausserhalb Amerikas fliegt. Ein weiteres Beispiel sind Fotos und Aufnahmen von Gebäuden und Infrastruktur des Militärs und der NSA. Diese tauchen auch in dem Film Citizenfour über Edward Snowden auf, an dem Paglen mitgewirkt hat.

Jakob May
netzpolitik.org

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz.

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