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Technische Lösungen für soziale Problemen? Fragen an meinen Freund, den Replikatorkommunisten

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In den technikafinen Kreisen, in denen ich viel verkehre, gibt es viele Leute, die antikapitalistischen oder gar kommunistischen Ideen viel abgewinnen können.

Wenn Roboter so intelligent werden, dass sie all das tun können, was wir auch tun können , ist das dann nicht Sklaverei, wenn wir sie weiterhin für uns  arbeiten lassen?
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Bild: Wenn Roboter so intelligent werden, dass sie all das tun können, was wir auch tun können , ist das dann nicht Sklaverei, wenn wir sie weiterhin für uns arbeiten lassen? / John F. Williams (PD)

23. März 2016

23. Mär. 2016

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Und sei es nur deswegen, weil sie sie aus ihren geliebten Science-Fiction-Serien kennen – die dann aber oft in etwa so argumentieren:

„Ja, wenn wir mal Replikatoren 3D-Drucker, KI, Nanoroboter, Weltraumaufzug und Kernfusion haben, dann gibt es keine Knappheit mehr und dann ist der Kapitalismus obsolet aber bis dahin müssen wir wohl mit ihm leben.“

Ich möchte da jetzt gar nicht gross eine Debatte führen, das hab ich schon so oft getan und es scheint nicht allzuviel zu bewirken. Ich möchte nur meinen Freund, den Replikatorkommunisten (ja, es ist meistens ein Mann und das ist kein Zufall), einmal bitten, ernsthaft über folgende Fragen nachzudenken:
  • Woher kommen eigentlich die Rohstoffe für den Replikator?
  • Ist ein Apfelbaum nicht auch ein Replikator? Oder eine Fabrik?
  • Wenn wir das Fusionskraftwerk am Himmel benutzen brauchen wir nur einen verschwinden kleinen Teil der Landfläche der Erde um den gesammten Energieverbrauch der Menschheit zu befriedigen. Wozu also Fusionskraftwerke bauen?
  • Ist Dir bewusst, dass der kleinste Teil der bezahlten Arbeit in das Herstellen von Dingen fliesst?
  • Ist Dir bewusst, dass der überwiegende Teil der Arbeit der Menschen sowieso ausserhalb der Sphäre der sogenannten „Wirtschaft“ geleistet wird? Ein wahrscheinlich noch grösserer Teil davon hat ebenfalls nichts mit der Herstellung von Dingen zu tun.
  • Wenn Roboter so intelligent werden, dass sie all das tun können, was wir auch tun können (wogegen ich gar nichts habe), ist das dann nicht Sklaverei, wenn wir sie weiterhin für uns arbeiten lassen? Wenn wir sie aber fragen müssen, was ändert dann die Existenz von intelligenten Robotern an der jetzigen Situation überhaupt? Also ausser, dass wir zusätzlich zu all dem Essen noch all den Strom brauchen?
  • Ist Dir bewusst, dass die Menschheit schon seit sehr langer Zeit – wenn nicht sogar schon immer – genug produziert, damit alle ein gutes Leben führen können? Warum passiert das nicht? Warum müssen trotzdem so viele Menschen hungern, leiden und viel zu früh sterben?
  • Wenn wir erst den Weltraum erobern müssen um genug Rohstoffe für all die Menschen (und Roboter) zu haben, warum sollten dann nicht auch wieder immer mehr Menschen dort leben (wollen/müssen/sollen)? Was ist dadurch also gewonnen?
  • Warum sind Dinge knapp?
  • Welche Dinge müssten nicht knapp sein? Wirklich nur Software?
  • Warum werden Menschen aus ihren Wohnungen gejagt, während ein Vielfaches an Wohnraum, der benötigt würde, leer steht? Was würde an diesem Zustand irgendeine Zukunftstechnologie ändern?
  • Warum kommen vor allem Männer auf solche Ideen?
Versteh mich nicht falsch, ich hab gar nichts gegen technische Lösen von sozialen Problemen. Das funktioniert manchmal ganz gut. Letzten Endes sind alle Problemlösungen auf die ein oder andere Art mit Technik verknüpft. Wenn Menschen etwas tun, tun sie das immer auch technisch. Nur um ein soziales Problem technisch zu lösen, muss man es verstehen. Es hilft nichts zu versuchen mit Flugzeugen zum Mond zu fliegen. Also noch ein paar Fragen:
  • Wenn Knappheit das Problem ist, was erzeugt dann die Knappheit? Ist wirklich Knappheit das Problem und Kapitalismus die Lösung?
  • Wenn jede menschliche Gesellschaft auf der Vermittlung von Fähigkeiten und Bedürfnissen beruht, wie funktioniert diese Vermittlung heute? Wie könnte sie anders funktionieren?
  • Welche Technik bräuchte es um dieses Problem zu lösen?

Benni Bärmann

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