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Worldpay setzt auf Biometrie beim Bezahlen Dein Gesicht gegen Kreditkartenbetrug

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Der Zahlungsdienstleister Worldpay experimentiert mit Gesichtserkennungssoftware beim Bezahlen. Müssen wir beim Einsatz der Kreditkarte in Zukunft auch noch freundlich lächeln?

Neben Worldpay experimentieren auch Mastercard, PayPal und American Express mit Gesichtserkennungssoftware.
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Bild: Neben Worldpay experimentieren auch Mastercard, PayPal und American Express mit Gesichtserkennungssoftware. / Tyler Turkle (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

5. Oktober 2015
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Wiedie BBC berichtet, befindet sich die Technologie derzeit noch in einer betriebsinternen Testphase und könnte in fünf Jahren zum Einsatz kommen.

Dabei wird eine Kamera in das stationäre Kartenlesegerät an der Kasse integriert. Beim Bezahlen mit einer (Kredit-)Karte erfasst diese das Gesicht des Bezahlenden und verknüpft es mit dem bestehenden Profil im Worldpay-Serverzentrum. Die aufgezeichneten Gesichtsbilder werden bei weiteren Bezahlvorgängen ins Profil eingespeist und mit bestehenden Daten verglichen. Kommt es dabei zu Problemen, kann eine weitere Identifikation notwendig werden, etwa über Ausweisdokumente. Gegebenenfalls ist die Zahlung auch zurückzuweisen.

400.000 Unternehmen setzen Bezahlsysteme von Worldpay ein. Dabei werden täglich rund31 Millionen Transaktionen verarbeitet. Die Gesichtserkennung soll den zunehmenden Missbrauch von Kreditkarten eindämmen. Biometrische Erkennungsverfahren wie der Fingerabdruckscan sind schon seit langem im Gespräch. Sie können die persönliche Identifikationsnummer (PIN) ergänzen oder sogar ersetzen,heisst es aus der Branche. Systeme wie das von Worldpay bieten daher zusätzliche Sicherheit gegen den Missbrauch der Karte.

Neben Worldpay experimentieren auch Mastercard, PayPal und American Express mit Gesichtserkennungssoftware. Apples mobiler Bezahldienst „Apple Pay“ erfordert bereits einen Abgleich des Fingerabdrucks („Touch ID“). Auch für solche mobilen Systeme könnte die Gesichtserkennung interessant werden: Hier ist die Kamera schliesslich bereits im Gerät vorhanden.

Die britischeBürgerrechtsorganisation Big Brother Watch warnt gegenüber der BBC jedoch: Bevor solche ‚Innovationen‘ flächendeckend zum Einsatz kommen, sei eine Debatte über die Privatsphäre der Nutzer zu führen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Biometrie im (Konsum-)Alltag einen weiterenSummanden der Überwachungsgesamtrechnung darstellt. Betrachtet man die Summe aller Datensammlungen, so würde das Gesichtsbild bei Bezahlen nicht nur ein weiteres Element darstellen. Es könnte zudem auch noch einfach mit den Profilen der Kreditkarten und Bonusprogrammen wie Payback verknüpft werden. Auch die Identifikation über die Bezahldienstleistung hinweg wird möglich, das so genannte Cross-Matching. Hier werden wohl Begehrlichkeiten geweckt: Welche Überwachungstechnologie hätte nicht gerne Zugriff auf die frischen und eindeutig zuzuordnenden Bilder, die dann bei jedem Bezahlvorgang erfasst werden?

Fraglich ist auch, ob sich die Möglichkeiten eines Missbrauchs nicht eher verschieben. Erst im vergangenen Monat wurde bekannt, dass 5,6 Millionen Fingerabdrücke von US-Regierungsmitarbeitern entwendet wurden.

Fabian Warislohner
netzpolitik.org

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz.

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