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Jann Marc Rouilla: Aus der Erinnerung | Untergrund-Blättle

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Buchrezensionen

Jann Marc Rouilla: Aus der Erinnerung Die antifranquistischen Revolten der 1970er Jahre

Sachliteratur

Nach dem Spanienkrieg 1936-1939 hat der Widerstand gegen das Franco-Regime nie aufgehört.

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Bild: Cover vom Buch. / zVg

11. April 2021

11. 04. 2021

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Von der Retirada 1939 bis zur Transición 1975 hat es eine Kontinuität bewaffneter Auseinandersetzungen gegeben, in denen die eine Generation von Guerilla-gruppen der folgenden ihre Erfahrungen und Waffen weitergab.

Der weltweite Aufbruch der 1960er Jahre brachte einen neuen Wind in die militanten Zusammen-hänge des iberischen Untergrunds. Bei der Jugend in Toulouse, der Hauptstadt der antifranquistischen Exilrepublikaner, wuchs die Lust, an diesem Kampf teilzunehmen. Demos und Strassenkämpfe gingen schnell in illegale Aktionen über, und allmählich kristallisierte sich daraus eine Szene, die sich zu organisieren begann. Ernsthaft, aber auch voller Heiterkeit, Erfindungsreichtum und Energie.

Wieder gingen die Waffen von den Händen der Älteren in die der Jüngeren über. Vive la Commune, MIL, GARI... Das ist die Geschichte, die Jann Marc Rouillan hier erzählt. Es ist auch die Geschichte, die zur Gründung von Action Directe geführt hat, in der viele aus dem antifranquistischen Widerstand mit anderen zusammen-gekommen sind.

Kürzlich begegneten wir einer 106 Jahre alten Frau, die gerade lesen und schreiben gelernt hat, und wir schlugen ihr vor, ein Buch zu schreiben. Sie war eine cimarróna gewesen, und wir wollten wissen, wie eine cimarróna die Welt wahrgenommen hat, als sie Sklavin war, was ihre Eindrücke waren vom Leben, von den Sklavenhaltern und von ihren Gefährten. Ich denke, dass diese Frau interessantere Sachen über diese Zeit schreiben könnte als irgend jemand von uns. Es ist sehr gut möglich, dass sie in einem Jahr gut schreiben kann und in ihrem Alter noch ein Buch schreiben wird. Das ist das Zeug aus dem Revolutionen gemacht sind!

Fidel Castro im Gespräch mit Autoren am 30. Juni 1961

Cimarron bedeutet Ausbruch aus erstickenden Verhältnissen, Kampf gegen die Ausbeuter, Wiederaneignung unserer Geschichte. Die ersten cimarrónes waren die geflüchteten Sklaven in Mittelamerika, die sich ausserhalb der Kolonialgesellschaft organisierten und sich an Aufständen gegen die Herrschenden beteiligten. In der karibischen Tainosprache wurden sie simaran genannt, was frei bedeutet.

Als Teil eines internationalen Netzwerks ähnlicher Initiativen macht die Edition Cimarron es sich zur Aufgabe, Texte aus kollektiven Erfahrungen des antikapitalistischen Widerstands zu veröffentlichen.

pm

Jann Marc Rouilla: Aus der Erinnerung. Die antifranquistischen Revolten der 1970er Jahre. edition cimarron, 2021. 308 Seiten, ca. SFr 24.00. ISBN 978-90-824465-8-6

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