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Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors | Untergrund-Blättle

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Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors Baustein im System des nationalsozialistischen Terrors

Sachliteratur

Ein epochales Werk ist Hans-Ludwig Grabowski gelungen! In seinem Buch «Das Geld des Terrors: Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Ghettos 1933 bis 1945», setzt er sich mit einem ganz finstereren Kapitel deutscher Geschichte auseinander.

Wachturm im Konzentrationslager Auschwitz, Polen.
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Bild: Wachturm im Konzentrationslager Auschwitz, Polen. / user 2003 (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

15. September 2010
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Vor 70 Jahren wurde man in Deutschland noch rechtmässig vergast oder ins Konzentrationslager gesteckt, wenn man die falsche Herkunft hatte oder an Karl Marx glaubte.

Mit dem totalen Krieg und dem massenhaften Einsatz von Häftlingen als Arbeitssklaven, vor allem in der Rüstungsindustrie, erreichte die Verwendung von Geldersatz in den Lagern und Ghettos des Dritten Reichs ihren Höhepunkt. Geld oder Gutscheine sollten die Arbeitssklaven motivieren. Mit ihnen konnten sie bspw. zusätzliche Essensrationen oder Zigaretten erwerben. Erstmals hat sich nun ein Historiker an eine umfangreiche Katalogisierung dieses Bereiches der Geldwirtschaft herangewagt.

Historischen Hintergründe werden ambitioniert aufgeklärt, Fakten erklärt. Als Grundlage seiner Aufarbeitung dienten dem Autor die bedeutende zeitgeschichtliche Sammlung des bekannten Berliner Sammlers und Forschers Wolfgang Haney. Zusammen mit historischen Belegen aus weiteren Sammlungen und Archiven konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen werden.

Dadurch ist eine völlig neuartige Dokumentation zu einem wichtigen Baustein im System des nationalsozialistischen Terrors entstanden, die für überraschende Einblicke und erschütternde Momentaufnahmen aus den Erinnerungen von Zeitzeugen und der Bürokratie der Vernichtung sorgt. Eine längst überfällige Arbeit, ein ganz grandioses Buch, dass in die Bibliothek jedes Alphabeten gehört.

Hans-Ludwig Grabowski sammelt bereits seit seiner Kindheit historische Geldscheine und ist als Autor zahlreicher Bücher und Artikel zu Banknoten und Notgeld bekannt. Er ist als Redakteur und Fachautor tätig und gilt als einer der profiliertesten Geldscheinexperten Deutschlands. 2004 wurde er mit dem international bedeutenden Vreneli-Preis für aussergewöhnliche numismatische Leistungen im Bereich Journalismus und Publizistik geehrt.

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Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors. Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Ghettos 1933 bis 1945. 456 Seiten, Battenberg Verlag 2008, ca. 23.00 SFr, ISBN 978-3866460409

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